„Wir werden eine junge, hungrige Mannschaft haben“

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Henrik Rödl in der Auszeit. Mit der Leistung gegen Antwerpen war der Coach zufrieden.

Bildquelle: Helmut Thewalt, Helmut Thewalt

Zwischen den Saisons – TBB-Coach Henrik Rödl im lokalo-Interview

TRIER. Vom heutigen Donnerstag, 19. Juni, an ist Henrik Rödl, Headcoach des Basketball-Bundesligisten TBB Trier über einen Monat lang in seiner Zweitfunktion als Bundestrainer der A-2-Nationalmannschaft unterwegs. lokalo hat die letzte Möglichkeit vor seiner Abreise genutzt, mit dem Coach über die vergangenen Wochen zu sprechen und einen Ausblick auf die kommende Saison zu erhalten. Während des Gesprächs kam die Bestätigung, dass die TBB auch im 25. Jahr in Folge in der BBL starten darf. Eine Nachricht, die Rödl übrigens sehr gelassen aufgenommen hat.

Herr Rödl, Sie sitzen auf gepackten Koffern. In welchen Urlaubsort zieht es sie denn?

Rödl: Nein, kein Urlaub, den mache ich erst später. Jetzt geht es zunächst für acht Tage in die Sportschule Kienbaum zu einem Lehrgang mit der A-2-Nationalmannschaft. Danach eine kleine Pause, dann stehen Länderspiele in Rumänien an, dann folgt eine China-Reise mit zwei Turnieren. Danach habe ich zwei Wochen Zeit, Urlaub zu machen – wie immer in der Heimat meiner Frau, den USA.

Zurück zur A 2. Wie setzt sich der Kader zusammen und welche TBB-Spieler sind dabei?

Rödl: Wir wollten ursprünglich nur Spieler des Jahrgangs 1991 und jünger im Kader haben. Wegen vieler Absagen mussten wir auch noch einige Akteure aus dem 90er-Jahrgang mitnehmen. Von der TBB sind Mathis Mönninghoff, Andreas Wenzl und Anthony Canty dabei.

Lassen Sie uns einen Blick zurück machen. Man kann wohl von einer Seuchensaison sprechen. Haben Sie eine solche Verletzungsmisere schon mal erlebt.

Die Begeisterung bricht sich nach einer besonders gelungenen Aktion Bahn.
Die Begeisterung bricht sich nach einer besonders gelungenen Aktion Bahn.

Rödl: Nein. Das war schon heftig. Wegen der scheinbar nicht enden wollenden Verletzungsserie war es die bisher schwierigste meiner vier Saisons hier in Trier. Gleichzeitig hat es aber auch riesigen Spaß gemacht zu sehen, welche Leistung die Jungs trotz aller Schwierigkeiten abgerufen haben und vor allem, welchen Willen und Einsatz sie gezeigt haben.

Wie haben Sie die Zeit nach dem Ende der letzten Saison bis jetzt verbracht?

Rödl: Wie immer. Wir haben mit den Spielern, die vor Ort waren trainiert und an der Kaderplanung für die kommende Spielzeit gearbeitet. Das Training hat vor allem Andi Wenzl und Tony Canty gut getan, die ja lange verletzt waren. Die stehen jetzt beide voll im Saft.

Kaderplanung ist das Stichwort. Wie schwierig war es denn angesichts der Hängepartie mit der Lizenzerteilung die Personalplanung nach vorne zu bringen?

Rödl: Ich habe keinen Unterschied zu den Vorjahren bemerkt. Ich hatte immer volles Vertrauen in die Vereinsführung, dass sie die Dinge, die zu tun waren, erledigen würden. Bei der Verhandlung mit den Spielern habe ich nicht feststellen können, dass die noch nicht erteilte Lizenz eine Rolle gespielt hat. Wir haben das auch offen mit den Spielervermittlern kommuniziert – es hat sie nicht gestört.

Wie stellt sich denn die aktuelle Situation dar? Wer spielt in der kommenden Saison definitiv für die TBB?

Rödl: Unter Vertrag sind Laurynas Samenas, Vitalis Chikoko, Stefan Schmidt, Mathis Mönninghoff, Anthony Canty und Andreas Wenzl. Es gibt noch weitere Spieler mit einer Option im Vertrag. Darüber ist aber noch nicht entschieden.

Trevon Hughes wechselt nach Bayreuth…

Rödl: Uns war von Anfang an klar, dass Trier für Trevon nur eine Zwischenstation ist. Nach Anfangsschwierigkeiten hat er eine klasse Saison gespielt. Dass er dann für besser betuchte Teams interessant wird, liegt auf der Hand. Man darf das Format von Bayreuth nicht an der letzten Saison messen. Das ist potenziell eine Mannschaft, die man auf den Plätzen fünf bis zehn einordnen muss. Der Wechsel ist übrigens ganz sauber über die Bühne gegangen. Ich war immer in Kontakt zu Mike Koch. Ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidung von Trevon zu Bayreuth zu gehen, wenn wir ihn schon nicht halten können, genau richtig war.

Über Andi Seiferth gibt es schon seit Wochen Wechselgerüchte. Ist er zu halten?

Rödl: Ganz ehrlich? Nein! Andi hat nach einer wirklich guten Saison viele gute Angebote – übrigens auch aus dem Ausland. Er will und muss jetzt den nächsten Schritt machen. Ich weiß nicht, wo er hingeht, aber wir planen schon mal ohne ihn.

Ist das nicht frustrierend, immer wieder Topspieler abgeben zu müssen und Jahr für Jahr einen Neuanfang machen zu müssen?

Der Dank ans Publikum für die geleistete Unterstützung gehört dazu.
Der Dank ans Publikum für die geleistete Unterstützung gehört dazu.

Rödl: Als ich vor vier Jahren nach Trier gekommen bin, wusste ich, dass wir auch bei der Suche nach Spielern kreativ sein müssen. Das sind nun mal die Voraussetzungen. Aber grundsätzlich ist es so, dass du nie, egal wo du Trainer bist, jeden Spieler bekommst, den du haben willst. Um es ganz deutlich zu sagen, mir macht es nach wie vor richtig viel Spaß Trainer der TBB zu sein.

Sie sind seit vier Jahren hier – wie lange läuft Ihr Vertrag noch?

Rödl: Mein Vertrag läuft noch zwei Jahre. Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl hier. Und das gilt auch für meine Familie.

Gewähren Sie den Basketballfans doch einen kleinen Ausblick auf die kommende Saison.

Rödl: Wir werden eine junge, hungrige Mannschaft haben, die den Zuschauern mit ihrer Art Basketball zu spielen, Spaß machen wird. Natürlich wird auch die nächste Saison kein Selbstläufer sein. Aber wir werden uns der Herausforderung wieder stellen.

Wann geht es wieder los?

Rödl: Wir beginnen am 10. August mit der Vorbereitung auf die 25. Bundesligasaison der TBB.

Herr Rödl, wir bedanken uns für das Interview und wünscht Ihnen weiterhin viel Erfolg.

 

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