Fernverkehr – „CDU-Kritik an Vorgehen des Landes falsch“

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Bildquelle: Eric Thielen

MAINZ/TRIER. Das Mainzer Innenministerium von Minister Roger Lewentz (SPD) hat am späten Mittwochnachmittag in einer Presseerklärung die jüngste Kritik der CDU an den Verhandlungen des Landes mit der Deutschen Bahn AG über die Fernanbindung Triers zurückgewiesen. Neben dem Trierer CDU-Chef Bernhard Kaster und dem Parlamentarischen Staatssekretär Peter Bleser hatte auch der rheinland-pfälzische Generalsekretär der CDU, Patrick Schnieder, die rot-grüne Landesregierung für das Scheitern der Gespräche mit der Bahn verantwortlich gemacht (wir berichteten).

Ohne Kenntnis von den tatsächlichen Abläufen zu haben, übernehme die CDU die von der Deutschen Bahn immer wieder vorgetragenen unzutreffenden Darstellungen in Bezug auf die Fernverkehrsanbindung Triers, stellt ein Sprecher des Infrastrukturministeriums zur Kritik am Vorgehen das Landes bei Gesprächen zur Sicherung des Fernverkehrs in der Region fest. Die tatsächlichen Verhältnisse seien genau umgekehrt: Die DB sei trotz langer Bemühungen des Landes, eine Abstimmung zwischen Fern- und Nahverkehr herbeizuführen, nicht in der Lage gewesen, langfristige Zusagen für die Fortführung des Fernverkehrs auf der Moselstrecke zu geben.

Nicht das Land habe den Fernverkehr auf der Moselstrecke abgebaut, sondern die Deutsche Bahn selbst, indem sie unter Hinweis auf angebliche Defizite auf der Strecke Jahr für Jahr Einschränkungen vorgenommen habe, so der Sprecher. Fernverkehr sei eindeutig Sache des Bundes und der Bahn und nicht Aufgabe des Landes, das für den Nahverkehr zuständig sei.

„Nicht der Rheinland-Pfalz-Takt 2015 hat daher den Fernverkehr auf der Moselstrecke torpediert“, so der Ministeriumssprecher. Vielmehr sei die „DB Fernverkehr“ nicht in der Lage gewesen, eine belastbare Zusage für den Fernverkehr oder dessen Integration zu geben. Erst daraus sei die Notwendigkeit für den schnellen Stundentakt im Regionalverkehr entstanden.

Im Übrigen treffe es auch nicht zu, dass die Gespräche mit der Bahn zu Ende geführt seien. Vielmehr warte das Land immer noch auf ein abschließendes Angebot der Bahn für eine Integration von Fern- und Nahverkehr. Die von der Bahn bislang unterbreiteten Vorstellungen zur Öffnung von Fernverkehrszügen seien allerdings für das Land und die Zweckverbände völlig unwirtschaftlich gewesen. (red/et)

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2 KOMMENTARE

  1. In Niedersachsen und Baden-Württemberg wurden sinnvolle Integrationen von Fern- und Nahverkehr geplant. Nur hier in Rheinland-Pfalz geht das scheinbar nicht. Statt ewig zu diskutieren, wer an der Situation schuld ist sollte man nach Lösungen suchen. Ich glaube nur, dass das es dafür zu spät ist, da mit dem RE-Stundentakt bereits eine Leistung vergeben wurde, an der auch die CFL beteiligt ist. Der Fehler wurde schon vor Jahren gemacht.

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