Vorbild NSU? Nagelbombe bei Neonazi gefunden

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Der gefundene Sprengkörper.

Bildquelle: Polizei Trier

GEROLSTEIN. Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Anschlag in Köln, bei dem 22 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, fanden Ermittler des Zollfahndungsamtes bei einer Durchsuchung einer Wohnung in Gerolstein eine Nagelbombe.

Anlässlich einer Durchsuchung wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hatten Beamte des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Dienstag, 3. Juni, in einer Wohnung in Gerolstein einen Sprengkörper gefunden. Der Besitzer ist mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Kriminaldirektion Trier hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen.

Zollbeamte hatten den etwa 10 cm langen mit Nägeln bestückten Sprengsatz in der Wohnung des 33-jährigen Mannes gefunden. Gegen ihn bestand der Verdacht des Handelns mit Betäubungsmitteln, weshalb die Beamten die Wohnung durchsucht hatten. Der Sprengkörper wurde sichergestellt und von Experten des LKA Rheinland-Pfalz gesprengt. Nachdem die Kriminaldirektion Trier die Ermittlungen übernommen hatte, durchsuchten die Beamten die Wohnung erneut am 5. Juni. Dabei fanden sie keine weiteren Sprengmittel, stellten aber 150 Gramm Amphetamin sicher. Neben dem 33-jährigen Wohnungsinhaber nahmen die Beamten zwei weitere Männer im Alter zwischen 21 und 46 Jahren fest. Im Rahmen einer ersten Vernehmung gab der 33-Jährige an, den Sprengkörper von einem Bekannten erhalten zu haben. Auch die Wohnung dieses 33-jährigen Mannes in Gerolstein wurde durchsucht. Beweismittel zum Bau eines Sprengkörpers wurden nicht gefunden.

Der 33-jährige Mann, in dessen Wohnung der selbstgebastelte Sprengsatz sichergestellt wurde, ist am 6. Juni auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier dem Haftrichter beim Amtsgericht Trier vorgeführt worden. Es wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Die Kripo ermittelt nun wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Betäubungsmittelgesetz. Weiterhin prüft sie, ob rechtsextremistische Bezüge bestehen. Der 33-Jährige ist bereits polizeilich wegen verschiedener Delikte, darunter auch rechtsextremistische Straftaten, in Erscheinung getreten.

Zeugen, die Hinweise zu dem Sprengkörper geben können, werden gebeten, sich an die Kripo Trier (Tel.: 0651/9779-2290) zu wenden.

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