Hohes Risiko: Bahnschranken in Trier-Euren defekt

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Der Güterzug der luxemburgischen Bahn stoppt in Euren vor dem Bahnübergang mit den defekten Schranken. Der Lokführer muss aussteigen und den Schaltkasten neben den Gleisen bedienen.

Bildquelle: Willi Rausch

TRIER-EUREN. Der beschrankte Bahnübergang in der Eisenbahnstraße in Trier-Euren (beim Netto-Markt) an der so genannten Westtrasse auf der Bahnstrecke zwischen Trier und Luxemburg ist seit Samstag, 14. Juni, defekt. Die Schranken können nicht mehr betätigt werden. Ein Anwohner hatte die lokalo-Redaktion über den Ausfall der Anlage informiert.

Auf Nachfrage teilte der Eurener Bürger mit: „Seit Samstagabend, circa 19.30 Uhr, funktioniert die Anlage nicht mehr. Das ist nicht nur gefährlich, auch unsere Nachtruhe ist gestört.“ Auf der stark frequentierten Strecke hat die Bahn folgende Notlösung gewählt: Drei bis vier Minuten bevor ein Zug den Bahnübergang passieren soll, beginnt die Lichtzeichenanlage rot zu blinken. Der Zug nähert sich in langsamem Tempo und hält schließlich wenige Meter vor dem Übergang an. Der Lokführer steigt aus und vergewissert sich, dass sich niemand im Gefährdungsbereich aufhält. Er geht zu einem Schaltkasten, hantiert dort an der Technik, steigt dann wieder ein, hupt laut und anhaltend, quert dann im die Straße im Schritttempo, um kurz darauf auf ein gemäßigtes Tempo zu beschleunigen.

Das rote Warnlicht ist zwar an, die Schranken senken sich jedoch nicht. Trotz Rotlichts überqueren die Autofahrer den Bahnübergang.
Das rote Warnlicht ist zwar an, die Schranken senken sich jedoch nicht. Trotz Rotlichts überqueren die Autofahrer den Bahnübergang.

Während lokalo am Sonntag vor Ort war, stellte sich heraus, dass die Autofahrer zwar zunächst anhalten, die meisten dann aber schnell die Geduld verlieren. Gehalten, bis der Zug die Stelle passiert hatte, haben in dieser Zeit nur wenige – die meisten stoppten kurz, warteten einige Sekunden und fuhren dann kopfschüttelnd weiter, offensichtlich irritiert, dass und warum überhaupt an einem beschrankten Bahnübergang die Lichtzeichenanlage blinkt.

Für die Anwohner ist allein das durchdringende Hupsignal, das der Lokführer auslöst, tagsüber ärgerlich, nachts sicher ein unfreiwilliger Muntermacher. Ungeklärt ist ferner, wie der Bahnübergang in der Dunkelheit so gesichert werden kann, dass das Risiko, einen Unfall mit einem Passanten oder einem Fahrzeug zu verursachen, ähnlich gering gehalten werden kann wie mit intakter Schrankenanlage.

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6 KOMMENTARE

  1. Es gibt hier eine Vielzahl an Lösungen im Falle eines Defekts. Technische- und Nichttechnische Sicherungen an Bahnübergangen, Schrankenwärter oder die Sicherung durch Posten. Das hier der Zugführer tatsächlich den Zug komplett zum stehen bringt und aussteigt, ist mal wieder der Hammer.

  2. Wie wäre es denn mit einer unbürogratischen Reparatur? Man könnte den Bahnübergang auch sperren. Viele Wege führen nach Rom bzw nach Euren, aber bei der Bahn gehts nicht so schnell!

  3. Wenn man betrachtet, das die bahn am HBF bereits 3 Jahre benötigt, um eine Fassadereparatur zu Planen, dann wird diese Reparatur noch Jahrzehnte dauern.
    Weil die Bahn erstmal Monatelang suchen muß, welche Tochterfirma an welchem Standort zuständig ist, und der dann zuständige Mitarbeiter erstmal in Kur ist.

  4. Warum die Aufregung?
    Das Blinklicht und die Andreaskreuze sind vollkommen ausreichend!
    Die Straßenverkehrsordnung ( hier § 19 , Abs. 2,1; 2,2 ; 2,5) könnten da nicht eindeutiger sein.
    Das Bußgeld fürs “ einfache“ Missachten liegt bei 240 Euro + X + Fahrverbot.

  5. Man, was für tolle Kommentare und die Anwohner sind auch mal wieder genervt.

    Die böse Deutsche Bahn!!

    Das aber ein durchgeknallter Autofahrer den Schrankenbaum in geschlossenem Zustand zerstört hat und danach Unfallflucht begangen hat, dass wird hier nicht erwähnt.

    Immer nur auf die Bahn schimpfen!!!!!!

  6. Und Clemens hat Recht. Alleine das Andreaskreuz besagt in der Stvo, das der Schienenverkehr „VORANG“ hat und nicht Vorfahrt. also haben alle anderen Verkehrsteilnehmer, die den Schienenstrang kreuzen und überfahren, normal anzuhalten und nach links und rechts zu schauen, ob kein Zug kommt und erst dann den Übergang zu überqueren.

    Die Züge haben immer Vorrang aber verweilt doch einfach mal an dem Bahnübergang in der Aachener Straße, dann werden viele mal sehen, wie viele Verkehrsteilnehmer in der Fahrschule nicht aufgepasst haben!! Selbst bei roter Lichtanlage wird da noch munter durchgefahren und auch, wenn sich die Schranken ich schon senken.

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