Kim Mona Bill – Deutschlands beste Handwerkerin

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Kim Mona Bill aus Üdersdorf malt für Deutschlands Nationalteam

Bildquelle: Helmut Gassen

ÜDERSDORF. Farbe ist im Leben der Familie Bill aus Üdersdorf alles. Monika und Rudolf Bill feiern in diesem Jahr das 50-jährige Betriebsjubiläum haben nicht nur deshalb Grund stolz zu sein. Mit Tochter Kim Mona Bill und Sohn Kay steht der familiäre Nachwuchs schon bereit, in die Fußstapfen der Eltern zu treten. Kim Mona Bill hat jetzt in Hamburg beim Vorentscheid für die Bildung der Maler-Nationalmannschaft souverän den ersten Platz belegt und wurde zu Deutschlands bester Handwerkerin gekürt.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, sagt der Volksmund – und manchmal stimmt es auch. Auf Kim Mona Bill und ihrem Bruder aus Üdersdorf im Vulkaneifelkreis trifft das Sprichwort in jedem Fall zu. Vater Rudolf und Mutter Monika haben einen Betrieb in Üdersdorf der im August sein 50-jähriges Bestehen feiert. Beide haben also Malerblut in ihren Adern und beide sind in ihrem Fach wahre Fachleute. Eine „Überfliegerin“ ist die 23-jährige Kim Mona Bill, denn sie qualifiziert sich jetzt durch einen souveränen Sieg beim Vorausscheid des Maler-Nationalteams als beste deutsche Handwerkerin nicht nur für die deutsche Auswahl sondern auch für die seit 2012 stattfindenden Europameisterschaften der Handwerksberufe „Euro Skills“ im französischen Lille Anfang Oktober. Die hübsche Eifelerin ist geradezu ein Vorbild für den Handwerker-Nachwuchs. Im vergangenen Jahr hatteKim Mona Bill bereits die Meisterprüfung als Malerin abgelegt, jetzt wurde die Erfolgsgeschichte der 23-Jährigen mit dem Titel „Beste Deutsche Handwerkerin“ noch gekrönt.

Kim Mona hat sich trotz ihrer jungen Jahre schon als vielseitig erwiesen, denn bevor sie sich ihrem jetzigen Beruf zuwandte, hat sie eine Ausbildung zur Konditorin in Daun abgeschlossen. Doch mit dem Ende der Lehre war bereits klar, dass sie den Beruf wechseln würde. Es folgte eine zweijährige Lehre als Maler- und Lackierergesellin im elterlichen Betrieb und danach die weiterführende Berufsausbildung, die sie mit dem Meisterbrief abschloss. „Das Kreative in meinem Beruf ist meine Stärke. Wichtig ist mir auch, dass ich was Besonderes mache was sonst keiner macht“, sagt sie. Die Freude über die Berufswahl und das Können und die Tüchtigkeit von Tochter und Sohn ist Mutter Monika, die selbst Malergesellin ist, auch anzumerken.

„Kim ist definitiv die kreativere der beiden“, so die Mutter. „Sie lebt ihren Beruf. Wir sind stolz darauf, dass Kim nun bei der Europameisterschaft dabei ist“, sagt sie.

Der souveräne Sieg in Hamburg hat das Leben von Kim erst einmal etwas durcheinandergewirbelt. Auf ihrem Handy kommen ständig Anrufe und SMS an – von Gratulanten. Kürzlich war sie erst in Amsterdam bei der „Painting Skills Legacy“, einem Workshopder neue Produkte und Maltechniken präsentierte. In Afrika war sie zwei Wochen mit dem Projekt „Geselle trifft Gazelle“ unterwegs, half tatkräftig mit, eine Schule zu renovieren. Und weil sie von ihrem Beruf, der auch Berufung und Leidenschaft ist, nicht genug bekommen kann, ist sie auch noch Co-Trainerin des Maler-Nationalteams.

Kim arbeitet seit einem Jahr im Betrieb ihres leiblichen Vaters Günther Masselter in Daun-Boverath. Für Kreativität ist dort allerdings weniger Raum, im Berufsalltag zählt vor allem die handwerklich korrekte Arbeit. „Bei meinem Vater im Betrieb mache ich Balkonsanierungen. Auch das gehört zu unserem Aufgabenbereich. Das läuft ziemlich gut. In meiner Freizeit in meiner neuen Wohnung, die ich mir gerade einrichte, habe ich die Muße und die Freiheit, kreativ zu sein“, erzählt sie.

Bis zur Europameisterschaft sind es noch einige Monate, Zeit um sich intensiv darauf vorzubereiten. Zwei Wochen trainiert Kim demnächst mit ihrem Trainer Matthias List in München. „Das ist total toll, da wird voll trainiert, der zeigt mir noch Tricks und Sachen, die ich noch nicht beherrsche, aber fürs ganze Leben brauchen kann. Da freu ich mich richtig drauf.“

Ist sie nervös vor der großen Aufgabe? „Die Nervosität kommt noch, das ist vor jedem Wettbewerb so. Ich glaube, da kippe ich noch kurz vorher um“, sagt Kim lächelnd.

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