Kriminalstatistik 2013 – „Trier ist eine sichere Stadt“

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Bildquelle: trier.de

TRIER. Keine städtischen Brennpunkte und großer Einfluss von Alkohol bei Gewalttaten: In der vergangenen Sitzung des Kriminalpräventiven Rates stellte der Leiter der Polizeiinspektion Trier, Rainer Nehren, die Statistik der Gewaltdelikte des vergangenen Jahres in der Moselstadt vor.

1668 Rohheitsdelikte (wie Körperverletzung) wurden 2013 verzeichnet, 88,7 Prozent konnten aufgeklärt werden. Deutlich zeigt sich der große Einfluss von Alkohol bei Gewalttaten: 7,4 Prozent der Straftaten werden unter Alkoholeinwirkung begangen, aber 27,4 Prozent der Tatverdächtigen bei Rohheitsdelikten waren alkoholisiert. „Das Trinkverhalten hat sich stark geändert. Wir erleben häufiger Werte von über drei und vier Promille“, so Nehren.

Die Körperverletzungen verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet. Es gebe Häufungs-, aber keine Brennpunkte. Zu nennen seien Gaststätten, Diskotheken, die Erlebnisgastronomie im Allgemeinen und der Bereich zwischen verschiedenen Betrieben. An großen Volksfesten wie Rosenmontag oder dem Moselfest werde nur eine geringe Anzahl an Rohheitsdelikten verzeichnet (2013: 20). Dies sei jedoch, so Nehren, auf die offensiven Einsatzkonzepte und das frühzeitige Einschreiten der Polizei zurückzuführen.

Täter und Opfer sind meistens Männer. 74 Prozent aller Straftaten und 79 Prozent der Körperverletzungen gehen auf ihr Konto. Bei weiblichen Opfern bestehen bei über 70 Prozent eine Vorbeziehung zum Täter. Die Opfer sind meist in den Abend- oder Nachtstunden zu Fuß unterwegs, 20 bis 30 Jahre alt, männlich und erkennbar schwach. Frauen sind weniger die Opfer, da sie häufig in Begleitung unterwegs sind. Die Täter sind meist zwischen 16 und 30 Jahre, männlich und haben bei Raubdelikten häufig das Ziel, Bargeld oder Mobiltelefone zu erbeuten.

Im vergangenen Jahr gab es einen signifikanten Anstieg um 300 auf 2463 Delikte bei der Straßenkriminalität, vor allem den Sachbeschädigungen. Als Beispiel nannte Nehren die Schäden an Autos wie etwa Reifenstechen. Alleine in der Nacht vom 27. August sind 241 Strafanzeigen hierzu bei der Polizei eingegangen. Die Schadenssumme belief sich auf 40.000 Euro, ein 42-Jähriger konnte als Tatverdächtiger gefasst werden.

Zugenommen haben auch die Raubdelikte. Waren es 2012 noch 67, so stieg die Zahl auf 102 im vergangenen Jahr. Dabei wird vor allem der Anteil junger Tatverdächtiger deutlich größer. Die Aufklärungsquote konnte um fast 20 Prozent auf über 70 Prozent gesteigert werden. Nehren zog insgesamt ein positives Fazit: „Die Verbrechensangst ist größer als die reale Möglichkeit, jemals überfallen zu werden. Trier ist eine sichere Stadt, in der man auch nachts auf die Straße gehen kann. Das ist aber natürlich kein Trost für die Opfer.“

3 KOMMENTARE

  1. Die raubdelikte haben um 50 % zugenommenund die Polizei spricht von einer sicheren Stadt! Belügt euch weiter selbst. Wo ist eigentlich die Anzahl der Menschenhandels und drogendelikte veröffentlicht?

  2. Trier ist sicher?

    Zunahme Straftaten gegenüber 2012 (aus der aktuellen Kriminalstatistik des Präsidiums Trier):
    der Einbruchsdelikte um 20%,
    der sexuell motivierten Taten um 8,5%,
    von Raubdelikten um 50%,
    Zunahme von Ladendiebstählen 65%.
    Straftaten insgesamt: 13023 allein im Stadtgebiet (gegenüber 11198 im Jahr 2012)

    Mehr als ein Drittel der Straftaten wird von „Nichtdeutschen Tätern“ verübt: 36,4%. Das Präsidium erklärt dazu, dass es sich hierbei zum großen Teil um organisierte Kriminalität handelt. Das gilt auch für die enorme Steigerung von Ladendiebstählen, die ebenfalls einer organisierten Bande zuzurechnen seien.

    @Frank Reiter: Das fällt unter die „strafrechtlichen Nebendelikte“ (Betäubungsmittelgesetz, Asylrecht), hier ist ebenfalls ein sehr hoher Anstieg um 37,5% zu verzeichnen.

    Alle Angaben stammen aus der offiziellen Kriminalstatistik, herausgegeben vom Polizeipräsidium Trier. Diese ist unter http://www.polizei.rlp.de/internet/med/f96/f9670312-fcd5-b441-7afe-236a313445c7,22222222-2222-2222-2222-222222222222,isDownload.pdf einsehbar.

  3. Also gefühlt ist Trier nicht sicher und wenn ich oft Abends spazieren gehe nehme ich kein Smartphone mit und nicht mehr als 50€. Die Diskrepanz eines „nicht mit nehmen“ von Smartphone zum evtl. Notruf ist ein Spagat.

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