Weniger ist manchmal mehr

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Dr. Josef Zierden (rechts), Gründer und Organisator des Eifel-Literatur-Festivals, mit Pater Anselm Grün im Wittlicher Eventum.

Bildquelle: Eifel-Literatur-Festival

Dr. Josef Zierden zieht Halbzeitbilanz: Mehr Besucher beim Eifel Literatur Festival als je zuvor

PRÜM. Mit Daniel Kehlmann, der am 6. Juni im Wittlicher Eventum die Besucher begeisterte, geht das Eifel-Literatur-Festival (ELF) in die Sommerpause. Halbzeit beim 20-jährigen Jubiläum des Eifel-Literatur-Festivals. Zeit mit dem Begründer und Organisator des Festivals, dem Prümer Gymnasiallehrer Dr. Josef Zierden, Bilanz zu ziehen.

Von den sechs Veranstaltungen, die bis jetzt über die Bühne gingen, waren fünf ausverkauft, schon jetzt ist sicher, dass eine sechste folgen wird, der zweite Auftritt von Pater Anselm Grün (16. Oktober in Prüm). Grün hat mit 1 440 Besuchern im Wittlicher Eventum am 9. April einen neuen Rekord aufgestellt. Insgesamt 5 400 Besucher bis dato ergeben einen Schnitt von 900 gelösten Tickets pro Veranstaltung – ein plus von rund 300 gegenüber den Jahren zuvor. Für Zierden steht deshalb schon jetzt fest, dass die Entscheidung, die Anzahl der Vorstellungen zu halbieren, richtig war: „Für viele unserer Stammbesucher waren 24 Veranstaltungen einfach zu viel. Wer hat schon die Zeit und die Muße, sich so viele Autoren innerhalb eines halben Jahres anzuschauen.“ Was Zierden nicht verschweigt: „Für mich und meine Familie als Ehrenamtler, wird natürlich auch manches stressfreier.“

Das sind nicht die einzigen positiven Erkenntnisse. Was den Veranstalter Zierden besonders erfreut, sind die Rückmeldungen, die er von den Autoren erhält. Daniel Kehlmann und Anne Gesthuysen „haben regelrecht vom Publikum geschwärmt“, weiß er zu berichten. „Sie loben die Aufmerksamkeit, mit der die Besucher ihren Vorträgen folgen, welches Gespür sie selbst für Nuancen entwickeln und dass sie ihre Begeisterung auch mit Zwischenapplaus artikulieren.“ Das, so Zierden, sagen ihm die Autoren „ist bei anderen Lesungen keineswegs die Regel.“ Und weil das so ist, sieht sich ein Daniel Kehlmann plötzlich in der Ausnahmesituation, eine Stunde lang Autogramme zu schreiben und Bücher zu signieren.

Literatur auf der Bühne „geht immer noch“

Dass das ELF sich längst weit über die Grenzen der Eifel hinaus in der Welt der Literatur und derer, die sie goutieren, einen Namen gemacht hat, zeigen auch die von weither angereisten Besucher. Extra für Daniel Kehlmann (Zierden: „Derzeit wohl der weltweit bekannteste deutsche Autor“) war ein Mann aus dem holländischen Gouda angereist. Manche „Literaturfreaks“ kommen aus dem äußersten Süden der Republik, wie ein Paar, dass die Reise vom Starnberger See in die Eifel angetreten hatte, „weil ein Autor wie Kehlmann sich sehr rar macht.“ Oder auch ein Paar aus der Nähe von Nürnberg, das gekommen war, um Richard David zu hören. „Motor war hier die Ehefrau. Sie hat ihren Mann dazu gebracht, gemeinsam nach Bitburg zu reisen.“

Auf dem richtigen Weg sieht sich der ELF-Organisator aus Prüm auch, was den Mix seiner Protagonisten angeht. Es begann mit dem spirituellen Vortrag von Anselm Grün, eine „schauspielerisch starke Performance, heiter und witzig“ bescheinigt Zierden, selbst Buchautor, neben Dieter „Max“ Moor auch dem Duo „Klüpfel und Kobr“ mit seiner Bühnenshow. Das Gegenstück dazu bot Anne Gesthuysen, die Fernsehmoderatorin. Nach Zierdens Urteil zog sie die ZuhörerInnen ohne großen Bühnenklamauk mit Erzähltalent und packendem Lesestil in ihren Bann. Seine Gesamtbewertung: „Es geht also immer noch.“

Lehnt sich der 60-Jährige jetzt zurück, nachdem die halbe Wegstrecke des 2014er-Festivals zurückgelegt ist? Mitnichten. „Nach der Hälfte ist vor der Hälfte“, sagt er in Abwandlung eines häufigen Zitats aus dem Fußball, der die jetzt entstandene Pause mit der WM neben der Urlaubszeit nachvollziehbar macht. „Ich arbeite jetzt an der neuen Ausgabe von „Festival aktuell“, einem Printprodukt dass wir an die 6 000 Adressen versenden, die wir im Postverteiler haben. Da ist sowohl ein Rückblick auf die bisherigen Veranstaltungen dieses Jahres drin, als auch ein Ausblick auf die Lesungen, die im Herbst noch anstehen.

Übersicht über die „zweite Halbzeit“ des Eifel-Literatur-Festivals 2014:

Stadthalle Bitburg (Fassungsvermögen: 800 Besucher)

Römermauer 4, 54634 Bitburg

Freitag, 19. September, Rüdiger Safranski

Freitag, 26. September: Ferdinand v. Schirach

Ex-Wandalbert-Hauptschule (Aula) (Fassungsvermögen: 700 Besucher)

Wandalbertstraße 16, 54595 Prüm

Donnerstag, 16. Oktober: Pater Anselm Grün (ausverkauft)

Forum Daun (Fassungsvermögen: 540 Besucher)

Leopoldstraße 5, 54550 Daun

Dienstag, 9. September: Florian Illies

Eventum (Fassungsvermögen: 1 400 Besucher)

Kurfürstenstraße 14, 54516 Wittlich

Freitag, 24. Oktober: Frank Schätzing

Tickets für alle Festivalveranstaltungen in den mehr als 400 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional in Rheinland-Pfalz, in NRW, im Saarland, in Luxemburg, Belgien und Frankreich.

Unter anderem in den Veranstaltungsorten Bitburg (4 Vorverkaufsstellen), Prüm (3), Daun (5) und Wittlich (9), ebenso im Volksfreund-Serice-Center Trier.

Alle Festival-Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr). Freie Platzwahl.

Alle Informationen zum Eifel-Literatur-Festival:

Tickets online: www.eifel-literatur-festival.de (Hier gibt es auch alle wichtigen übrigen Infos und die Broschüre „Festival Aktuell“)

Tickettelefon: 06 51 / 97 90 777, für Luxemburg: 20 30 1011 • Ticket Regional, Trier

Infotelefon Festival: 0 65 51 / 24 89 (Buchhandlung Hildesheim, Prüm)

Je 2,- Euro Ermäßigung für Schüler, Studenten, Behinderte (gegen gültigen Ausweis) Sonderkonditionen für Klassen und Kurse können über das Infotelefon erfragt werden

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