Trierer Stichwahlen – Negativrekord bei Wahlbeteiligung

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Die beiden Rekordhalter der Stichwahlen: Christian Bösen (CDU) wurde mit dem knappsten, Margret Pfeiffer-Erdel (FWG) mit dem deutlichsten Ergebnis gewählt.

Bildquelle: lokalo

TRIER. Sieben Trierer Stadtteile, in denen am heutigen Sonntag, 8. Juni, Stichwahlen durchgeführt werden mussten, haben nun auch neue Ortsvorsteher. Die hohen Temperaturen und das zum Verreisen beliebte Pfingstwochenende trieben die Wahlbeteiligung jedoch stellenweise in einen Negativrekord. In Trier-West traten nur zwölf Prozent der Wahlberechtigten den Gang zur Urne an.

Dort setzte sich Amtsinhaber Horst Erasmy von der CDU mit 63,2 Prozent der Stimmen gegen SPD-Herausforderer Johannes Schölch-Mundorf durch. Trauriger Rekord: Von 5441 Wahlberechtigten gaben nur 655 ihre Stimme ab. Das ist die niedrigste Wahlbeteiligung im Vergleich zu den anderen Stadtteilen, in denen eine Stichwahl durchgeführt werden musste.

In Trier-Süd traten immerhin 17,5 Prozent den Urnengang an und wählten SPD-Kandidatin Jutta Föhr mit 62,5 Prozent der Stimmen zur Ortsvorsteherin. Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai hatten sich noch 48,9 % Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. Trotz Unterstützung durch die Grünen konnte sich die parteilose Kandidatin Daniela Poss, die für die CDU angetreten war, nicht gegen Föhr durchsetzen.

Das deutlichste Ergebnis des Tages fuhr die Pfalzelerin Margret Pfeiffer-Erdel ein. Die FWG-Kandidatin setzte sich mit 71,6 Prozent der Stimmen gegen Dietmar Mattes von der SPD durch. Damit ist Pfeiffer-Erdel, die sich vor zwei Wochen bereits über die Wiederwahl als Stadtratsmitglied freuen konnte, nun auch neue Ortsvorsteherin in Pfalzel. Pfalzel ist damit der zweite Stadtteil, in dem die Freien Wähler neben Trier-Euren den Ortsvorsteher stellen. In Pfalzel war die Wahlbeteiligung im Vergleich zu den anderen Stichwahlen mit 34,6 Prozent am höchsten.

Heinrich bleibt grüner Ortsvorsteher

Danach folgt mit 28 Prozent Trier-Tarforst. Christdemokrat Werner Gorges setzte sich hier mit fast 60 Prozent der Stimmen gegen SPD-Frau Anne Weines durch. Trotz des Amtsinhaber-Bonus muss Weines nun den Platz als Ortsvorsteherin räumen. Im benachbarten Kürenz konnte Amtsinhaber Bernd Michels hingegen sein Amt verteidigen. Mit 65 Prozent der Stimmen setzte sich der Christdemokrat gegen Stefan Wilhelm von der SPD durch.

Auch Grünen-Politiker Dominik Heinrich konnte sein Amt in Mitte/Gartenfeld verteidigen. Mit 58,6 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen CDU-Herausforderer Ferdinand Häckmanns durch. Der 300 Stimmen-Puffer aus dem Ergebnis vom 25. Mai bestätigte sich, auch wenn deutlich weniger Wähler den Weg zur Urne fanden. Die Wahlbeteiligung blieb hier unter 20 Prozent.

Kopf-an-Kopf-Rennen im Norden

Das spannendste Kopf-an-Kopf-Rennen des Tages lieferten sich CDU und SPD im Trierer Norden. Dort standen sich Amtsinhaberin Maria Duran Kremer (SPD) und Christian Bösen (CDU) gegenüber. Im Vorfeld hatten die Grünen im dortigen Stadtteil für Furore gesorgt, als sie bekanntgaben, offiziell den Herausforderer und CDU-Kandidaten Christian Bösen zu unterstützen. Geschadet hat dies Bösen jedenfalls nicht: Mit knappen 53 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen Duran Kremer durch. Auch im ersten Wahlgang am 25. Mai trennten die beiden nur drei Prozent der Stimmen. Das enge Stimmverhältnis motivierte die Wahlberechtigten in Trier-Nord jedoch nicht zusätzlich: Auch hier betrug die Wahlbeteiligung nur magere 15,1 Prozent.

Die hohen Temperaturen gaben dafür vermutlich nicht alleine den Ausschlag. Das verlängerte Pfingstwochenende nutzen viele, um zu verreisen. Außerdem ein großes Hindernis: Die Ankündigung der Stichwahlen fand sich lediglich auf der Wahlbenachrichtigung für die Kommunalwahlen am 25. Mai. Einen gesonderten schriftlichen Hinweis auf die anstehenden Kopf-an-Kopf-Rennen in den Ortsteilen gab es nicht – wohl aus Kostengründen. (rom)

1 KOMMENTAR

  1. Ihr könnt ja mal im Schammat Dorf nachfragen was sich die „Politik“ und Wahlhelfer geleistet haben… Dort wurde mit dem Satz „Politik ist wichtiger als essen“ den Bedürftigen ganz klar die menschliche Grenze aufgezeigt! Statt das Wahllokal in den dafür vorgesehenen Keller zu verlegen, wurde der Essensraum in Beschlag genommen und die Rollstuhlfahrer/alten Menschen sollten mit dem Essen in den Keller die Treppe runter… Respekt. Das einige aber die Pflegekräfte abbestellt hatten um an dem traditionellen Essen Teil zu nehmen juckte die Damen und Herren nicht. So vergrault man sich nicht nur Wählerstimmen, sondern auch Wahlbeteiligung ! Nun darf jeder für sich beantworten was wichtiger ist: 15-20 Wählerstimmen oder 40 bezahlte essen für die Anwohner durch freiwillige, ehrenamtliche Köche…

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