Trierer Informatiker erhält Preis als Pionier der Forschung

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Professor Stephan Diehl bei der heutigen Preisverleihung im indischen Hyderabad

Bildquelle: Universität Trier

TRIER/HYDERABAD. Am heutigen Freitag, 6. Juni, hat Stephan Diehl bei der „International Conference on Software Engineering“ (ICSE) im indischen Hyderabad einen Preis für einen Beitrag in Empfang genommen, den er vor zehn Jahren gemeinsam mit drei Kollegen eingereicht hat. Der Grund für die späte Auszeichnung: Die bahnbrechende Wirkung der Arbeit des Informatik-Professors an der Universität Trier und seiner Mitautoren hat sich über einen Zeitraum von vielen Jahren entfaltet.

Mit dem Aufsatz „Mining Version Histories to Guide Software Changes“ gehören Stephan Diehl, Thomas Zimmermann, Peter Weißgerber und Andreas Zeller zu den Pionieren eines neuen Forschungsgebiets: der Analyse von Software-Archiven („Mining software repositories“). Rückwirkend wurde das Papier nun von der weltweit führenden Software-Engineering-Konferenz zum „einflussreichsten Beitrag“ gewählt. Den herausragenden Stellenwert des Preises belegt auch die Tatsache, dass es 22 Jahre gedauert hat, bis nach Walter Tichy (1992) erneut deutsche Forscher ausgezeichnet wurden.

Stephan Diehl und seine Kollegen mussten sich nicht nur gegen illustre, sondern auch sehr zahlreiche Konkurrenz durchsetzen. Mehr als 400 Beiträge werden jährlich zur ICSE eingereicht und begutachtet. Nur etwa jede zehnte Arbeit wird für die Konferenz angenommen. „In einem solchen Feld den einflussreichsten Beitrag verfasst zu haben, ist ein großer Glücks-fall“, freut sich Stephan Diehl, der seinerzeit als Wissenschaftler an den Universitäten Saarbrücken und Eichstätt wirkte. Auf Glück und Wohlwollen waren die vier Autoren jedoch nicht angewiesen. Der Siegerbeitrag wurde nach objektiven Kriterien bewertet, beispielsweise wie häufig er in den vergangenen zehn Jahren zitiert wurde.

„Die Autoren sind bis heute die führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Sie haben maßgeblichen Einfluss auf die Forschung genommen, die im Software-Engineering heutzutage betrieben wird. Es ist ein früher Meilenstein in der Anwendung von Datenanalysen bei großen Software-Archiven“, sagte David Rosenblum, Informatik-Professor an der National-universität Singapur, in seiner Laudatio bei der Preisverleihung im indischen Hyderabad.

Der Aufsatz war das Ergebnis eines erfolgreichen Projektes, das von der Deutschen For-schungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde. Die besondere Errungenschaft bestand darin, dass erstmals die Bereiche Software-Konfigurationsmanagement und das neu aufkommende Data Mining miteinander kombiniert wurden, um Software-Entwicklern während des Pro-grammierens automatisch Änderungsvorschläge zu machen, die mit Hilfe klassischer Programmanalysen bisher unmöglich waren.

Der Beitrag

„Mining Version Histories to Guide Software Changes“
Thomas Zimmermann, Peter Weißgerber, Stephan Diehl and Andreas Zeller
in Proc. International Conference on Software Engineering (ICSE), May 2004, Edinburgh, UK

Weitere Informationen zur Konferenz (http://2014.icse-conferences.org/) und zum Award (http://www.sigsoft.org/awards/mostInfPapAwd.htm)

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