Grüne für Bösen – Fingerzeig für Stadt?

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Wird in der Stichwahl zum Ortsvorsteher in Trier-Nord von den Grünen unterstützt: der Christdemokrat Christian Bösen.

Bildquelle: Privat

TRIER. Die Grünen in Trier-Nord unterstützen in der Stichwahl zum Ortsvorsteher am kommenden Sonntag, 8. Juni, den christdemokratischen Kandidaten Christian Bösen. Das gab die Partei heute in einer Pressemitteilung bekannt. „Christian Bösen ist den grünen Zielen hinsichtlich Verkehrsentlastung und Bürgerbeteiligung aufgeschlossener als seine Mitbewerberin“, so Nancy Rehländer, Spitzenkandidatin der Grünen bei der letzten Ortsbeiratswahl. Nach ihrer Auffassung erscheine die Zusammenarbeit mit dem CDU-Kandidaten am sinnvollsten für Trier-Nord, so die Grünen.

Bösen hatte bei der Wahl am 25. Mai die amtierende Ortsvorsteherin, Dr. Maria de Jesus Duran Kremer (SPD), hinter sich gelassen. Auf den Christdemokraten waren 33,6 Prozent der Stimmen, auf die Sozialdemokratin 30,3 Prozent der Stimmen entfallen. Thorsten Kretzer von den Grünen hatte die Stichwahl mit 22,6 Prozent der Stimmen verpasst.

„Ich rechne mir durch die Unterstützung der Grünen natürlich gute Chancen aus, die Wahl am Sonntag zu gewinnen“, sagte Bösen am Abend gegenüber lokalo. Dennoch sei die Wahl bei weitem noch nicht entschieden. „Die Karten werden neu gemischt“, so Bösen. „Wir werden sehen“, sagte der Christdemokrat, „wie die Bürgerinnen und Bürger die Stichwahl gerade am Pfingstsonntag annehmen.“

Als Fingerzeig für eine mögliche schwarz-grüne Koalition im Trierer Stadtrat will Bösen die Unterstützung der Grünen für seine Person nicht verstanden wissen. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, betonte der 47-jährige Beamte der Oberen Verkehrsbehörde. „Wie der Stadtrat sich findet, ist eine ganz andere Geschichte“, sagte der Christdemokrat.

Die Trierer Grünen liebäugeln aktuell mit einer schwarz-grünen Zusammenarbeit auf Stadtebene. Diesbezüglich sollen Gespräche mit der Union geführt werden. Nach der Kommunalwahl 2009 waren die Grünen ein Bündnis mit SPD und FDP eingegangen – die sogenannte Ampel-Koalition. (red/et)

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11 KOMMENTARE

  1. „ein Beamter der oberen Verkehrsbehörde“ ;ja dass passt zu den Grünen.Wahrscheinlich legt der jetzt Trier-Nord lahm!

  2. jaja, da will man Sympathisanten und Mitgliedern wieder vorschreiben was sie zu wählen haben. Das ist die gelebte Demokratie der Weltverbesserer.

  3. @elly grün

    genau: die schalten ja auch alle ihr hirn ab, wenn sie in die wahlkabine gehen. immerhin, gibt ja auch menschen, die haben nix zum abschalten.

    übrigens: es hat was mit offenheit und transparenz zu tun, wenn man öffentlich erklärt, wie man selber zu den kandidaten steht. oder etwas nicht?

      • ma selber ist nicht die partei, sondern jene, die für die partei öffentlich einstehen. wenn ich also sage, ich, unterstütze xyz, dann habe ich mich nach abwäagung aller mir bekannten und unbekannten argumente, dazu entschieden, den xyz zu unterstützen. dies mache dann bekannt, damit, jeder mensch, woran er/sie mit mir ist. und damit sie/er mit mir das für und wider diskutieren kann. das bedeutet eben transparenz und verantwortung für die entscheidungen. UND: man muss nicht einer meinung sein. aber wäre schön, wenn die eigene meinung akzeptiert werden würde als berechtigt. und nicht durch VT diffamiert wird…

  4. „es gibt ja auch menschen die haben nix zumn abschalten“ herr landele,mit Verlaub, das trifft aber doch nicht auf alle ihre wähler zu.

  5. Hilfe! Bitte, bitte nicht Schwarz-Grün – tut das Trier nicht an! Was mich allerdings wirklich irritiert, ist, dass von der CDU so gar kein Dementi kommt – Ihr habt doch nicht wirklich vor, eine so unsägliche Koalition einzugehen?! Bei den Grünen wüsste man jedenfalls, um was es denen wirklich geht: um Posten und bloß weiter an der Macht bleiben – SPD, CDU, ist doch egal, Hauptsache mittendrin, statt nur dabei!!

    • ja, genau, bei den grünen geht es nur darum. bei allen anderen nur um die inhalte.

      sorry, aber was für ein weltbild haben sie? bzw.: wo kommt das her?

  6. Gut zu wissen, ich wohne in Trier Nord und werde sie im Bundle mit diesen Grünen „““ nicht wählen“, ich hoffe andere Wähler wissen was sie tun. Damit haben sie sich sicherlich ein Eigentor geschossen.

  7. @elly grün: Was heißt hier vorschreiben? Wir haben Gespräche mit beiden Kandidat*innen geführt und eine öffentliche Podiumsdiskussion mit beiden durchgeführt, damit sich alle Wähler*innen selbst ein Bild von beiden machen können – ich weiß nicht, waren Sie bei der Veranstaltung? – und anschließend haben wir unsere Meinung dazu öffentlich gemacht. Für mich ist das ein normaler, demokratischer und transparenter Vorgang.
    Und den „Fingerzeig“ für die Stadtpolitik, den sowohl lokalo als auch eine große Tageszeitung sehen, sehe ich erstmal nicht. Es geht hier um eine Personenwahl und eine stadtteilbezogene Abstimmung. Die meisten Beschlüsse für Trier-Nord wurden auch in der vergangenen Wahlperiode, über die Parteigrenzen hinweg, gemeinsam für Trier-Nord getroffen. Es geht einzig darum, wem wir zutrauen, diese Entscheidungen am besten durchzusetzen.

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