Note 4 im ADAC-Test für drei Brücken in Trier

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Auch die Kohlenstraßen-Brücke wurde vom ADAC getestet.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Im Herbst des vergangenen Jahres hat der ADAC erneut deutschlandweit Brücken getestet – die Ergebnisse sind am 2. Juni veröffentlicht worden. In Trier wurden drei Brücken unter die Lupe genommen: die Brücke über die Monaiser Straße, die in der Kohlenstraße (Überquerung der Gustav-Heinemann-Straße) und die Brücke, die die Straße „Im Speyer“ überquert. Alle wurden mit der Schulnote ausreichend bewertet.

Geprüft und benotet wurden diese vier Kriterien:  Bauwerkszustand (Gewichtung 75 Prozent), Sanierungsmanagement (15 Prozent), Verwaltungsmanagement (5 Prozent) und Ausstattung des Verkehrsraumes (5 Prozent). Der Hauptgrund für die schlechte Bewertung war der Zustand der Bauwerke.

Andreas Hölzel vom ADAC in München erklärt auf lokalo-Nachfrage, nach welchen Kriterien die Auswahl der Brücken getroffen wird: „Wir schreiben die Kommunen an und bitten um eine Liste aller Brückenbauwerke in der jeweiligen Stadt. Das haben wir auch in Trier so gemacht. Wir entscheiden dann nach verschiedenen Kriterien wie Länge, Fläche, Baujahr, Straßenbelag und ähnlichen Faktoren, welche Bauwerke wir testen. Außen vor sind die Brücken, die erst vor kurzer Zeit einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurden.“

Im folgenden fasst lokalo die Bewertungen des ADAC auszugsweise zusammen:

Brücke über die Monaiser Straße – ADAC-Urteil: ausreichend
Baujahr: 1971, Länge: 28 Meter, Konstruktion: Plattenbrücke, Anzahl der Fahrspuren: zwei

Positiv wird vermerkt, dass die Fahrstreifen und der Gehweg sehr breit sind, einfache Prüfungen regelmäßig durchgeführt werden und bei der letzten Hauptprüfung im Jahr 2008 keine schweren Mängel festgestellt wurden.
Aber, die Negativliste ist lang. Aufgeführt sind „bis zu fünf cm dicke Vogelkotablagerungen“, die den Beton schädigen und „außerdem gesundheitsschädlich“ sind. Weiter heißt es: „Feuchtigkeit, die durch undichte Fugen eintritt, lässt die Lager rosten, das Geländer ist 20 cm zu niedrig, der Fahrbahnbelag zeigt Risse auf und ist gerade an den Straßenrändern wellig“, was nach der Bewertung des ADAC besonders gefährlich für Motorradfahrer ist.

Brücke an der Kohlenstraße (über die Gustav-Heinemann-Straße) – ADAC-Urteil: ausreichend
Baujahr: 1982, Länge: 26 Meter, Konstruktion: Plattenbrücke, Anzahl der Fahrspuren: drei und Abbiegespuren

Gut bewertet werden hier die ausreichende Beleuchtung, die bevorzugte Räumung im Winter, breite Fahrstreifen und Gehwege die regelmäßig durchgeführten Prüfungen. „Ein sehr junges Bauwerk mit vielen kleinen Mängeln“ steht im Testbericht als Gesamtbewertung. Aufgeführt sind „mangelhafte Qualität der Lager, Eindringen von Feuchtigkeit durch undichte Fugen und Fahrbahnübergänge“. Aber auch „Planungs- und Ausführungsfehler zwischen Brückenkappe und anschließender Straße und Stolpergefahr wegen eines hohen Absatzes im Gehwegbelag“. Besonders negativ ist die Feststellung, dass bei der letzten Prüfung schwere Mängel festgestellt, aber noch nicht behoben wurden.

Brücke über „Im Speyer“ – ADAC-Urteil ausreichend
Baujahr: 1975, Länge: 16 Meter, Konstruktion: Plattenbrücke, Anzahl der Fahrspuren: drei

Als Stärken werden die bevorzugte Räumung im Winter, die ausreichende Beleuchtung und die Breiten der Fahrstreifen und Gehwege genannt, ebenso die regelmäßig durchgeführten Prüfungen.
Aber auch hier überwiegen die Schwächen. Dazu gehören nach Auswertung des ADAC die zu dünne Betonschicht, auch hier großflächige Vogelkotablagerungen die den Beton schädigen und gesundheitsschädlich sind, eine beschädigte Schutzplanke und ein verbogenes Geländer mit dem Zusatz „birgt die Gefahr, dass Kinder hindurchrutschen könnten“. Zudem wurden Spurrinnen, Risse und Schlaglöcher im Fahrbahnbelag festgestellt.

Insgesamt wurden bei diesen Tests im Jahr 2013 deutschlandweit 30 Brücken in zehn deutschen Städten zwischen 100 000 und 250 000 Einwohnern unter die Lupe genommen. Insgesamt erhielten nur vier Bauwerke die Note „gut“, insgesamt wurden 19 Brücken mit „ausreichend“ bewertet. Es ging auch noch schlechter: „sehr mangelhaft“ ist das Prädikat für drei Brücken in Lübeck und eine weitere in Schwerin.

Brückensanierung ist teuer, das ist unbestritten, der Sanierungsstau ist riesig und die Kommunen sind klamm. Daher ist Ratschlag von UIrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsdent für Verkehr, zwar gut gemeint, aber kaum umzusetzen. „Rechtzeitig zu handeln ist die deutlich bessere und kostengünstigere Option als eine Schadensbehebung so lange zu verschieben, bis sie unbedingt notwendig wird“, Becker, „wir können den Städten nur empfehlen, hierfür ausreichend finanzielle Mittel bereitzustellen.“

ADAC-Film zum Brückentest

5 KOMMENTARE

  1. Die Brücke über die Kohlenstraße ist älter. bJ eher 1972.
    Aber wegen mir kann7 soll die eh gesperrt werden.

  2. Was das eigentlich erschreckende an der Untersuchung ist: Die haben die guten Brücken in Trier untersucht.
    Demnach müssten z.B. die Brücken Pellingerstraße, Hermesstraße, Schützenstraße und Gustav-Heinemannstraße(untere) mit der Note 7- Bewertet werden.
    Und was tut der Stadtrat: Bindet sich die Verantwortung für die Unterführung Wasserweg auch noch ans Bein, nur damit die SPD und Grünen ihren Willen bekommen und die GS Kürenz dichtbleibt.
    Die Bahn lacht sich kaputt, das sie diese Ruine los ist und der Stadtrat scheint wohl allen ernstes zu glauben, das der Tunnel für 95000 tsd. sicher zu machen ist. Da hat wohl jemand beim kalkulieren hinten ne 0 vergessen.

  3. Bei dem Foto stellt sich ausserdem die Frage, wann Die Linke eigentlich ihre Plakate abhaengen will.

    Habe mich das heute morgen schon gefragt.

    • Hoffen wir mal, dass das Linke-Plakat nicht die Note negativ beeinflusst hat. Ohne das Plakat würde ich der Brücke mindestens „befriedigend“ geben 😀

  4. @ ryno: Ach, die Linken sind eigentlich gut dabei. Sieger im lange hängen lassen wird wohl mal wieder die FDP.
    Ein Lob hier mal an die FWG: Deren Ehrenvorsitzender und Gründer hat 15 Stunden nach Wahlende höchstpersönlich Banner abgebaut

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