Kein Happy End bei Rekordbesuch

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Schluss, aus, vorbei! die Enttäuschen steht den Salmrohrer Spielern ins Gesicht geschrieben. Der verletzte Alexander Adrian (links), Daniel Petersch (stehend) und Kapitän Daniel Schraps (sitzend).

Bildquelle: lokalo.de, lokalo

FSV Salmrohr verliert entscheidendes Spiel um den Regionalligaaufstieg mit 0:1

SALMROHR. Der FSV Salmrohr, Vizemeister der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ist in der Relegation um den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga gescheitert. Nach dem 0:0 im Hinspiel beim FC Nöttingen, Dritter der Oberliga Baden-Württemberg, kassierten die Salmtaler vor der Rekordkulisse von 2849 Besuchern eine 0:1 (0:0)-Niederlage. Damit steigt Nöttingen auf, Salmrohr wird in der kommenden Saison wieder in der Oberliga antreten. Mit der Salmrohrer Niederlage ist der Abstieg des SV Mehring in die Rheinlandliga besiegelt.

Den entscheidenden Treffer in der Partie erzielte Nöttingens Torjäger Michael Schürg, der bis zu seiner Auswechslung in der 90. Minute von der Salmrohrer Defensive nie richtig in den Griff zu bekommen war. Dem entscheidenden Treffer ging eine ganze Fehlerkette voraus. Zunächst ging Matondo Makiadi nur halbherzig in den Zweikampf mit dem agilen Sebastian Hofmann, dann setzte er nicht nach um den Pass zu Schürg zu verhindern. Als die abgezockte Nöttinger Sturmspitze an den Ball kam, sah die komplette Viererkette des FSV zu, glaubte an Abseits. Ein fataler Fehler – der sehr gute Schiedsrichter Kai Vonderschmidt ließ weiterlaufen und Schürg, der in der abgelaufenen Saison in der Oberliga 28 Treffer erzielt hatte, schloss aus halbrechter Position unhaltbar für Sebastian Grub ab.

Dieser Treffer schockierte die Hausherren zunächst – verständlich, denn um jetzt noch im Gesamtresultat vorne zu sein, hätten sie noch zwei Treffer erzielen müssen. Nach drei, vier Minuten fand die Mannschaft ihren Kampfgeist wieder. Allein, die Kraft reichte nicht aus, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. „Wir haben uns im gesamten Spiel keine echte Chance herausgespielt“, sagte ein deprimierter und völlig erschöpfter Tobias Baier nach dem Spiel. Die Begründung lieferte er gleich nach: „Wir gehen auf dem Zahnfleisch. Der Kader war zu klein, dazu noch die vielen angeschlagenen Spieler, das reicht dann eben nicht.“ Baier war wie auch Kapitän Daniel Schraps mit schmerzstillenden Spritzen in die Partie gegangen – beide hatten seit Wochen nur dosiert trainieren und spielen können. Die hohe Belastung merkte man auch den übrigen Akteuren an.

Wie seine Mannschaft hatte auch Trainer Uwe Schüller alles gegeben - es reichte aber nicht gegen Nöttingen.
Wie seine Mannschaft hatte auch Trainer Uwe Schüller alles gegeben – es reichte aber nicht gegen Nöttingen.

Zurecht lobte Trainer Uwe Schüller seine Schützlinge: „Was diese Mannschaft in einer außerordentlich schwierigen Situation über Wochen und Monate geleistet hat, welchen Charakter und welchen Mentalität sie dabei gezeigt hat, ist außergewöhnlich.“ Gegen einen spieltechnisch guten, lauf- und kampfstarken Gegner, der körperlich klar überlegen war, wurden den durch viele Verletzungen und Spielerwechsel in der Winterpause gebeutelten Salmtalern aber auch die Grenzen aufgezeigt. Schüller wusste um die Qualität der Nöttinger und gratulierte fair zum Aufstieg.

In der ersten Viertelstunde waren die Gastgeber noch gleichwertig gewesen, hatten einige gute Kombinationen gezeigt, ließen bei den Abschlüssen von Dominik Kinscher (4.) Tobias Baier (11.) und Robin Mertinitz (14.) aber die Präzision vermissen. Das waren auch schon alle Gelegenheiten für den FSV, der Glück hatte, als Mario Bilger (45.) nach einem kapitalen Fehler von Dominik Zwick nur die Latte traf.

Auch nach dem Wechsel ging bei den Gastgebern nach vorne nicht viel. Zu überhastet und ungenau waren die Aktionen, die von Nöttingen meist schon im Keim erstickt wurden. Die beste Möglichkeit für Salmrohr im gesamten Spiel hatte Mathias Fischer, der in der 66. Minute einen toll geschlenzten Freistoß aus 28 m nur knapp am rechten Pfosten vorbei schoss.

In seinem Schlusswort bedankte sich Schüller für die tolle Unterstützung, die seine Mannschaft durch die größte Kulisse seit dem Lokalderby gegen Eintracht Trier in der gemeinsamen Oberligasaison 2006/07 erfuhr: „Im Namen der Mannschaft bedanke ich mich für die Wertschätzung, die wir heute genießen durften.“

Zum Ende der Pressekonferenz gab der Sportliche Leiter Karl-Heinz Kieren weitere Personalien bekannt. Neben den bereits feststehenden Abgängen von Robin Mertinitz (FK Pirmasens) und Alexander Adrian (Etzella Ettelbrück), muss das auch im kommenden Jahr in der Verantwortung stehende Trainerduo Uwe Schüller/Jörg Stölben weitere Verluste verkraften. U-18-Nationalspieler Dominik Kinscher wechselt zum 1. FC Kaiserslautern, auch Sebastian Grub wird die Torwarthandschuhe nicht mehr für den FSV anziehen. Als Neuzugänge stehen Timo Heinz (SG Badem), Tobias Bauer (SV Rossbach/Verscheid) und Sebastian Schmitt (U 23/U19 SV Eintracht Trier) fest. Aus dem bisherigen Kader haben Daniel Petersch, Christian Schroeder, Sebastian Schäfer, Pascal Meschak, Matondo Makiadi und Daniel Ternes ihr Bleiben zugesagt.

FSV Salmrohr: Grub – Petersch, Zwick (82. S. Schäfer), L. Schäfer, Fischer (82. Braun) – Meschak, Schraps – Kinscher (73. Makiadi), Mertinitz, Bidon – Baier, Bidon

Schiedsrichter: Kai Vonderschmidt (Mühlheim) – Zuschauer: 2849

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