Vor dem großen Wurf

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Fokussiert und konzentriert: Salmrohrs Trainer Uwe Schüller vor dem größten Spiel seiner Trainerkarriere.

Bildquelle: Harry Rubner

Entscheidung um den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga: Salmrohr empfängt Nöttingen

SALMROHR. Sicher ist nur eins: das Rückspiel der Relegation zur Fußball-Regionalliga zwischen dem FSV Salmrohr und dem FC Nöttingen (Sonntag, 16 Uhr, Salmtalstadion) ist das letzte Spiel der Saison 2013/14. In dieser Partie wird eine Entscheidung fallen, ob nach 90 Minuten, nach Verlängerung oder im Elfmeterschießen. Nach dem 0:0 am vergangenen Donnerstag in Nöttingen ist das Ende offen.

Das gilt auch für die Lage abseits des sportlichen Geschehens. Schließlich schwebt über den Salmtalern immer noch das Damoklesschwert eines Insolvenzverfahrens, das alle sportlichen Erfolge bedeutungslos machen würde. Trainer Uwe Schüller gibt sich kryptisch auf Nachfrage, wie denn der Stand der Dinge ist: „Wir sind bereit, alle sich aus dem Resultat ergebenden Folgen in vollem Umfang zu tragen. Diese Aussage muss genügen. Mehr sage ich dazu nämlich nicht.“ Lässt man sich dazu verleiten, die Worte des Trainers zu interpretieren, dann hört sich das nach Entwarnung an. Aber, das ist ebenso wie der Ausgang des Saisonfinales spekulativ.

So diffus die Äußerungen des Coachs bezüglich der Zukunft des FSV sind, so klar sind sie in der Vorausschau auf das Duell mit den Badenern. „Wir haben richtig Lust auf dieses Spiel“, sagt Trainer Uwe Schüller, und fügt noch hinzu: „Dennoch sind wir sehr fokussiert auf den zweiten Gang gegen diesen spielstarken Gegner.“ Und Schüller ist zuversichtlich, obwohl er die Gäste im Vergleich mit seinem Kader im Vorteil sieht: „Nöttingen hat herausragende Spieler in seinen Reihen und ist sicherlich das beste Team, gegen das wir in dieser Saison gespielt haben.“ Das 0:0, vor allem aber die Art und Weise, wie dieses Resultat zustande kam, machen Mut: „Wir haben im Hinspiel unsere beste Saisonleistung geboten. Wir hatten vielleicht etwas Glück, aber in der Schlussphase waren wir klar das bessere Team und hätten auch gewinnen können.“

Der Coach will sich in punkto Taktik nicht in die Karten schauen lassen: „Ich werde mich dazu nicht äußern. Zudem gehe ich davon aus, dass sich je nach Spielstand mit fortlaufender Spieldauer auch vieles verändern kann. Fest steht aber, dass wir defensiv eine Topleistung bieten müssen, um den Gast in Schach zu halten.“

Nöttingen, Dritter der Oberliga Baden-Württemberg, stellt in Michael Schürg den besten Torjäger der Klasse. Er hatte im Hinspiel etliche Chancen, die er allesamt versiebte, aber es sollte sich niemand darauf verlassen, dass das dem Stürmer der in 34 Spielen 28 Treffer erzielt hat, noch einmal passiert. Die Doppelspitze der Badener wird von Yasin Ozan komplettiert, der in der Saison auf 16 Treffer kam. Mit Mannschaftskapitän Timo Brenner (7 Saisontore), einem offensiv ausgerichteten Sechser stellen sie einen weiteren torgefährlichen Akteur. Dieses Trio hat mehr als die Hälfte der Nöttinger Treffer (77) in der Normalsaison erzielt. Brenzlig wird es immer bei Standards, weil die Süddeutschen gerade in der Abwehr kopfballstarke lange Leute aufbieten, die bei Freistößen und Ecken aufrücken.

Gegen die körperlich starke Verteidigung sieht Schüller mit dem „Zwergensturm“ des FSV aber auch Vorteile, wenn schnell und flach gespielt wird. „Außerdem können wir von den Platzverdhältnissen profitieren. Unser Spielfeld ist wesentlich größer als das im Stadion der Gäste.“ Wenn das im Salmtalstadion angepfiffen wird, sind aber alle diese Überlegungen ohnehin nur noch nebensächlich. Dann heißt es „Alles oder Nichts“. Wesentlich für den Spielausgang wird auch die mentale Stärke sein. Und, wie Schüller hofft, die Unterstützung von den Rängen. „Ich hoffe auf eine große Kulisse. In Nöttingen haben uns 200 Fans unterstützt, das war riesig. Ich hoffe auf mehr als 1000, die die Saisonleistung der Mannschaft würdigen und uns helfen, unser großes Ziel zu erreichen.“

Extra:

Das Hinspiel endete bekanntlich 0:0. Das bedeutet, dass der Sieger dieses Spiels in jedem Fall als Aufsteiger feststeht. Da nach dem Europapokalmodus gespielt wird, zählen Auswärtstore doppelt. Somit wäre Nöttingen auch bei einem Remis ab 1:1 aufwärts in der kommenden Saison Regionalligist. Steht es nach 90 Minuten 0:0, wird um zwei mal 15 Minuten verlängert. Steht es dann noch 0:0, fällt die Entscheidung im Elfmeterschießen.

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