Radspur – Nächster Streich in Mustorstraße

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Auch in der Mustorstraße ist offensichtlich eine eigene Spur für Radfahrer geplant - wie die grüne Schrift auf dem Asphalt verrät. Weitere Bilder in der Fotogalerie.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. In der Gartenfeldstraße hat die Trierer Verwaltung mit dem neuen Fahrstreifen für Radfahrer bereits Fakten geschaffen. In der gegenüberliegenden Mustorstraße laufen aktuell die Vorbereitungen für eine analoge Regelung. Die bisher zwei Fahrstreifen für den motorisierten Verkehr geradeaus ins Gartenfeld und als Linksabbiegerspur in die Ostallee sollen demnach auf eine Spur reduziert werden. Dafür wird ein neuer Fahrradstreifen angelegt. Die alten Markierungen sind bereits abgefräst, erste Vorzeichnungen auf dem Asphalt angebracht (siehe Fotos). Dominik Heinrich (Grüne), Ortsvorsteher von Gartenfeld/Mitte. bestätigte die Maßnahmen am Samstag gegenüber lokalo.

Heinrich äußerte zugleich Verständnis für die von Anwohnern und Geschäftsleuten vorgebrachte Kritik an der neuen Verkehrsregelung an der Kreuzung Gartenfeldstraße/Ostallee. „Hier wurde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht“, sagte das Ratsmitglied der Grünen am Samstag im Gespräch mit lokalo. Heinrich erhofft sich vom neuen Verkehrskonzept für den gesamten Stadtteil Gartenfeld eine Entzerrung der Situation. Dazu gehört neben der geänderten Verkehrsführung in Trier-Ost auch das reine Anwohnerparken im Gartenfeld.

„Uns wurde von der Verwaltung zugesagt“, so Heinrich, „dass im August oder September eine Bürgerbeteiligung im Gartenfeld stattfindet, auf der die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung für den Stadtteil vorgestellt werden sollen.“ Unzweifelhaft sei aber auch, so der Grüne weiter, „dass wir die Situation in der Gartenfeldstraße und an der Kreuzung Ostallee weiter beobachten müssen.“ Sollte sich die Situation auch nach Aufhebung der Baustellen etwa in der Olewiger und Schöndorfer Straße und der geplanten neuen Verkehrsregelung im Gartenfeld nicht entspannen, „dann müssen wir neu nachdenken“, betonte der Ortsvorsteher. Heinrich schloss nicht aus, dass die derzeit gültige Regelung dann rückgängig gemacht werden könnte.

Kein Verständnis hat der Grüne jedoch für die jüngste Kritik der Freien Wähler (FWG). „Die FWG tut ja gerade so, als habe sie jetzt erst davon erfahren“, so Heinrich, „dabei sind diese Maßnahmen im zuständigen Ausschuss beraten worden.“ Das Ratsmitglied der Grünen erinnerte ferner daran, dass das Mobilitätskonzept mehrheitlich verabschiedet worden sei. „Und in diesem Mobilitätskonzept ist klar festgelegt, dass der Individualverkehr in Trier reduziert werden soll“, betonte der Grüne. Das Konzept orientierte sich schließlich am gültigen Stadtratsbeschluss.

Die neue Verkehrsregelung am Ende der Gartenfeldstraße ist höchst umstritten.
Die neue Verkehrsregelung am Ende der Gartenfeldstraße ist höchst umstritten.

Heinrich kritisierte in diesem Zusammenhang aber auch die Verwaltung. „Was jetzt hier gemacht wurde und wird, ist reines Verwaltungshandeln.“ Ein Radwegekonzept liege immer noch nicht vor. Ferner bemängelt der Grüne, „dass alle Hinweise aus dem Auschuss und Ortsbeirat von der Verwaltung nicht aufgegriffen wurden“.

„Man muss sich dann auch ernsthaft fragen, was ein Radweg wirklich bringt“, so der Grüne. Radfahrer seien für ihn ganz normale Verkehrsteilnehmer – wie andere auch. „Da stellt sich schon die Frage, ob wirklich immer bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen, oder ob nicht auch Markierungen für Radfahrer auf den bereits vorhandenen Fahrbahnen ausreichen und somit sinnvoller sind“, betonte Heinrich.

So sei die Verwaltung bei der Sitzung des zuständigen Ausschusses im September 2013 unter anderem nicht auf die Hinweise der Grünen, wo und wie die neuen Radwege an der Kreuzung Ostallee/Weimarer Allee überhaupt fortgeführt werden sollen, eingegangen. Auch die Anregung, den geplanten neuen Fußgängerüberweg in der Mustorstraße an anderer Stelle anzulegen, sei abgelehnt worden. Künftig führt der Überweg vom Willy-Brandt-Platz aus auf die gegenüberliegende Seite.

„Wer sich informieren will, der kann jederzeit an den Sitzungen des Ortsbeirates teilnehmen und sich bei Einwohnerfragestunden einbringen“, regte der Grüne an. Die seien im Gegensatz zu vielen Sitzungen des zuständigen städtischen Ausschusses öffentlich. „Wir werden die Gesamtsituation nicht nur im Auge behalten“, so Heinrich, „sondern im Beirat auch weiter diskutieren.“

Christiane Probst von der Wählergruppe kritisierte am Samstag gegenüber lokalo erneut die Veränderungen in Trier-Ost. Sollte in der Mustorstraße nun ähnlich verfahren werden wie in der Gartenfeldfeldstraße, „dann“, so die Fraktionsvorsitzende der FWG, „bin ich wirklich entsetzt“. Man habe die Situation in der Gartenfeld- und Güterstraße beobachtet, so Probst. „Wird jetzt in der Mustorstraße genauso gehandelt, dann haben wir dort bald die gleichen Zustände wie auf der anderen Seite.“

Auch auf der Facebook-Seite von lokalo wird diskutiert – hier einige Beiträge:

Steph Leidner von Mattheis schreibt: „Die Schützenstrasse ist auch noch zu, bzw. metertief auf. Natürlich ist das, theoretisch, ein Ausnahmefall in der Verkehrsführung. Grundsätzlich sind Fahrradspuren ja auch eine gute Sache, aber bitte, welcher Radfahrer soll denn da wo hin geleitet werden? Geradeaus in die City, ok, aber auf der Abbiegespur? Habe es selbst immer noch nicht getestet, aber ich werde gerne berichten, was mir da so unter und vor die Räder kommt.“

Stefan Lekuel äußert sich so: „(…) Von Verkehr haben die keine Ahnung. Die ganze Stadt wird Stück für Stück lahmgelegt. Eine Sauerei ist das. Leiden müssen im Grunde alle dadurch. Was treibt diese Planer an? Sadismus? Stupidität?“

Martin Klinke regt an: „Wäre schön, wenn man über diese Entscheidung nochmal nachdenken könnte. Hier ist jetzt wirklich seitdem über lange Zeit jeden Tag Stau, Stress, Gehupe, Nerv und Hass.“

Stefanie Schmitz schreibt: „Um 14.30 Uhr sind sage und schreibe 4 Radfahrer hintereinander über diese Spur gefahren. Der Hammer, oder ?!“ (et)

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6 KOMMENTARE

  1. Tja, der Teufel schei.. halt immer auf einen großen Kuppen.
    Preisfrage: Wieso probiert man so was nie in der Hindenburgstraße aus?

  2. Was regen sich alle in Trier so auf?
    Überall gibt es gut strukturierte Radwegnetze .. jetzt so langsam auch in Trier.
    Jeder sollte mal über sein eigenes Nutzungsverhalten des Autos nachdenken.
    Muss man mit dem Auto zum Bäcker zwei Straßen weiter mit dem Autofahren?
    Muss man alle zur Arbeit fahren obwohl der Nachbar im gleichen Unternehmen arbeitet?
    Setzt euch lieber mal aufs Rad … wenn man sich die Trierer anschaut würde es auch kaum einem schaden !

    Endlich ist Trier auf dem richtigen Weg!

  3. @ tobias aber doch keine gefühlten 30 meter breite Radwege mit der Sperrung ganzer Spuren von Hauptverkehrsstrassen für eine Randgruppe im Strassenverkehr:

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