Lungenkrebsrisiko für Frauen in Trier am höchsten

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Heute ist Welt-Nichtraucher-Tag. In Trier erkranken immer noch viele Menschen am blauen Dunst.

Bildquelle: Eric Thielen

Vorsicht Glimmstengel: Alarmierende Studie zum Weltnichtrauchertag

TRIER/BERLIN. Nirgendwo in Deutschland ist das Risiko für Frauen höher, an Lungenkrebs zu erkranken, als in Trier. Das ist das Ergebnis einer Studie der Evangelischen Lungenklinik Berlin, die im Frühjahr 2014 erstmalig durchgeführt wurde. Aus Anlass des Weltnichtrauchertages am Samstag, 31. Mai, wurden die Ergebnisse der deutschlandweit durchgeführten Studie veröffentlicht.

Demnach erkranken bundesweit jährlich im Schnitt 59 Männer pro 100 000 Einwohner an Lungenkrebs. Das sind mehr als doppelt so viele wie bei den Frauen, wo die Quote bei 25 liegt. Weit über dem Durchschnitt liegen die Großstädte in insgesamt (69 Männer/33 Frauen) und nochmals deutlich darüber Gelsenkirchen (104,3), Herne (101,9) und Bochum (92,2). Mit knapp 83 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner liegt Trier bei den Männern bundesweit auf dem neunten Platz.

Bei Frauen den Frauen nimmt Trier sogar den Spitzenplatz mit einer Quote von 50,3 Erkrankungen ein. Über die Gründe kann nur gemutmaßt werden. In früheren Studien wurde das hohe Lungenkrebsrisiko auf die Tallage der Moselmetropole, die bei dem hohen LKW-Durchgangsverkehr und der hohen Feinstaubbelastung durch Diesel einen zu geringen Luftaustausch zulässt. Auch eine überdurchschnittlich hohe Radonkonzentration wurde schon ursächlich vermutet. Radon, ein natürlich vorkommendes Gas gilt als einer der Auslöser von Lungenkrebs. Allerdings ist die Konzentration des Gases nach Messungen, die vor einigen Jahren durchgeführt wurde, im Umland Triers weitaus höher. Als eine der möglichen Ursachen für Triers traurige Spitzenposition in der Rangliste der Studie wird die Nähe zu Luxemburg und der damit verbundene „Zigarettentourismus“ vermutet. Denn in Rheinland-Pfalz liegt Trier bei den Frauen klar vor Koblenz (43,4). Bei den Männern wird der Unterschied noch deutlicher. Dort liegt die Quote von Koblenz bei 63,4, die von Mainz bei 61,9.

„Die Ursachen könnten im Raucherverhalten und der Luftverschmutzungen liegen“, erklärt Prof. Dr. Christian Grohé, Chefarzt der Pneumologie an der Evangelischen Lungenklinik Berlin, „gerade die Kombination von Tabakkonsum und Feinstaubbelastung erhöht das Lungenkrebsrisiko noch einmal um ein Vielfaches.“ (red/wir)

Extra: Die Evangelische Lungenklinik Berlin, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie, ist seit ihrer Gründung im Jahr 1952 eine weithin anerkannte Spezialklinik für akute und chronische Erkrankungen der Lunge  sowie des Brustkorbs und seiner Organe. Die Klinik auf einem der historischen Krankenhauskomplexe in Buch im Berliner Nordosten ist Mitbegründerin des Tumorzentrums Berlin-Buch (Mitglied im Tumorzentrum Berlin e.V.) und Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Unsere Pneumologen, Thoraxchirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner und Radiologen behandeln mehr als 7 000 stationäre Patienten jährlich. Zur Paul Gerhardt Diakonie gehören acht Krankenhäuser, mehrere Pflegeeinrichtungen, ein Hospiz, mehrere Ambulante Rehabilitationszentren und Medizinische Versorgungszentren in Berlin,  Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Darüber hinaus werden Einrichtungen anderer Träger im Management geführt. Jährlich werden in den insgesamt 1 835 Betten aller Einrichtungen rund 77 000 Patienten stationär versorgt. Die Paul Gerhardt Diakonie ist damit der größte konfessionelle Gesundheitsanbieter in der Region Berlin. Mit ca. 4 700 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen rund 320 Mio. Euro pro Jahr (Quelle: Evangelische Lungenklinik Berlin).

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