„Unsinnige Anordnung, lebensfremde Entscheidung“

23

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Die Freien Wähler Trier (FWG) fordern in einem Schreiben an Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD) die Aufhebung der neuen Verkehrsregelung an der Kreuzung Ostallee/Gartenfeldstraße. Vom Gartenfeld aus wurde die Fahrbahn für den motorisierten Verkehr im Zuge der Ostallee-Sanierung auf eine Spur reduziert. Daneben wurde ein breiter Streifen für Fahrradfahrer angelegt. Seit der Umstellung staut sich der Verkehr nun weit über die Einfahrt zur Güterstraße hinaus. Und auch in der Güterstraße selbst entsteht ein erheblicher Rückstau – vor allem im Berufsverkehr.

Anwohner des Viertels im Stadtteil Ost, aber auch Autofahrer seien an die FWG herangetreten, schreibt die Fraktionsvorsitzende Christiane Probst in einer Pressemitteilung, und hätten sich „über die unsinnige Anordnung und lebensfremde Entscheidung“ beklagt. Die freien Wähler stellen daher den Antrag, „die neue Verkehrsregelung umgehend wieder aufzuheben“.

Offenbar wurde die Maßnahme durch die Stadt ohne vorherige Beratung im zuständigen Gremium durchgeführt. Denn Probst schreibt: „Um in Zukunft ähnliche Fehlentscheidungen zu vermeiden, beantragen wir, solche Vorhaben zunächst im Fachausschuss zu beraten, damit es nicht zu weiteren vermeidbaren Beeinträchtigungen des fließenden Verkehrs in unserer Stadt kommt.“

Die FWG teile ausdrücklich die Meinung, „dass der Fahrradverkehr in der Stadt ein unverzichtbarer Teil der umweltfreundlichen Mobilität ist“. Was jetzt aber von Seiten der Verwaltung in Trier-Ost eingeführt worden sei, habe mit umweltfreundlicher Mobilität nichts mehr zu tun, kritisieren die Freien Wähler.

„Genau das Gegenteil wurde mit der Anlegung einer Fahrspur für Radfahrer erreicht. Die Regelung führt zu einem längeren Rückstau in der Gartenfeldstraße sowie der Güterstraße, wodurch sich automatisch die Wohn- und Lebensqualität für die Anwohner verschlechtert hat“, schreibt Probst. Auch die Einzelhandelsgeschäfte beklagten sich über die zunehmende Luftverschmutzung, da sie ihre Türen nicht mehr durchgehend offen halten können. „Das kann doch wohl nicht der Zweck gewesen sein?, fragt die FWG.

Man habe sich die Mühe gemacht und die neue Verkehrsregelung eine Zeit lang beobachtet und sei zu dem Ergebnis gekommen, „dass die meisten Fahrradfahrer weiterhin den Fußgängerüberweg benutzen, um in die Innenstadt zu gelangen und die für Radfahrer ausgewiesene Fahrspur ungenutzt bleibt“.

Die FWG-Fraktion halte es für dringend erforderlich, „dass die Verkehrsplaner die neue Regelung und die Folgen in Trier-Ost noch einmal überdenken und bis zu einer verträglicheren Lösung umgehend die jetzige Regelung rückgängig machen“. Dazu erwarten die Freien Wähler eine Stellungnahme der Stadt. Ansonsten will die FWG einen Antrag im Stadtrat stellen, damit das neu gewählte Gremium entscheiden könne.

Die Stadt sieht in der aktuellen Situation nicht den Normalfall, weil die Baustellen in der Olewiger und Schöndorfer Straße derzeit zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in Trier-Ost führten. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Situation neu bewertet werden – auch unter Einbeziehung der Ampelschaltung. (red/et)

23 KOMMENTARE

  1. Wer hat so einen Schwachsinn zu verantworten?
    Wie können sich Leute bei der Stadt so etwas überhaupt ausdenken?
    Es ist nicht zu fassen.

  2. Naja, sagen wir mal so: Das wird nicht die letzte Sinn- oder Unsinnigkeit in einer Verkehrsförderlichen Planung und Umsetzung sein. Was mich als Trierer ärgert ist die Verschwendung von Finanzmitteln denn
    – die „langzeitliche“ Planung kostet
    – die Umsetzung kostet
    – der eventuelle Rückbau bzw. Neutralisierung der Markierungen kostet ebenfalls.

    Den Rückstau mit der Baustelle z.B. in Olewig zu entschuldigen ist doch wohl mehr als Unsinn. Jeder Hauptschüler weis: Zwei kurze Strecken ( 2 Fahrbahnen mit Paralellverkehr ) ergeben aneinandergereit eine lange Strecke ( 1ne Fahrbahn mit Rückstau ). Für so eine Rechenaufgabe zu lösen muss man nicht auf der Hochschule oder Uni gewesen sein.
    Anstatt die Verkehrsplanung z.B. per Google Earth zu gestalten sollten sich die Verantwortlichen mal Vor Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten das Geschehen zu Gemüte führen. Ein informatives Gespräch mit Anliegern und Anwohnern wäre gegebenenfalls auch hilfreich. Dieses Denken vom Bürostuhl aus zieht sich mittlerweile durch alle Dezernate und produziert eine Narretei nach der anderen.

  3. Fahre seit ca 10 Jahren durch das Gartenfeld Richtung Bahnhof morgens zur Arbeit. Wegen des starken Verkehrsaufkommens habe ich meinen Arbeitsbeginn von 8.00 Uhr auf 7.15 Uhr verlegt. Mir ist nicht bekannt, dass die Baustelle in Olewig schon 10 Jahre besteht. Aber in Trier ticken die Uhren anders. Bin gespannt welches der nächste Schwachsinn ist. Vielleicht sollte man sich einmal von Seiten der Stadt Trier darüber klar werden, dass es sich um Steuergelder handelt und die Stadt doch eine gewisse Verantwortung den Bürgern gegenüber hat.

  4. Wer hat´s mal wieder zu verantworten ? Madame „potenzierte Unfähigkeit“, wer sonst? Es reicht so langsam Frau Kaes-Torrchiani,sie haben jetzt genug Unsinn fabriziert. Verlassen sie einfach, ganz schnell, diese Stadt.

  5. Alle fragen wessen Idee das war. Ich denke mal, das der OV von Mitte dahintersteckt. Der ist ja schließlich Architekt. Übrigens derselbe, der durch die unsinnige forderung nach einem Architekten-Wettbewerb für einen Nutzbau dir Fertigstellung der Feuerwache Ehrang um 2 Jahre verzögert hat. Und wenn es nachdem ginge, wäre das ganze Gartenfeld mit Schranken abgeriegelt, damit ja kein Kürenzer/Olewiger hier durchfahren kann.
    Was wundert ist, das die Baudezernentin hier so schnell reagiert hat. Aber ich habe eh den Eindruck, das man im Rathaus nur ein Ziel hat: Den Stadtteil Alt-Kürenz zu schaden.

  6. Frau Kaes-Torrchiani denkt wohl Trier ist ein Dorf!!???Gut das die FWG jetzt dagegen angeht!!
    Und genau diese Frau hat dafür gesorgt das 2009 die Eissporthalle Trier schließen mußte!
    Es wird echt Zeit das sie geht.

  7. Als jemand, der sie Strecke täglich fährt muss ich festhalten: Der Radweg KÖNNTE funktionieren, WENN begleitende Maßnahmen umgesetzt würden:
    1.) Absolutes Halteverbot (Zeichen 283) in der Güterstraße zw. Gartenfeld-und Bergstraße UND dessen Durchsetzung, damit der Verkehr besser abfließen kann.
    2.) Kontrolle der Radfahrer an diesem Weg. Aktuell ist die Situation durch sehr viele Radfahrer die gleiche wie in der Saarstraße: die Radfahrer wechseln vor der Ampel auf den Fußweg, um bei Roter Ampel dann über den Fußweg weiter zu fahren.
    Es ist auch nicht erkennbar, wo der Radweg weiterführt.
    Aber mal wieder eine Tolle Idee de Verwaltung, den verkehr bis nach Kürenz hinein zu ärgern.

  8. Auch ganz schlau: in der Friedrich-Wilhelm-Str. hat man tatsächlich eine große 30 auf die Straße gedruckt. Endlich! sollte man denken. Aber man hätte vielleicht vorher mal schauen sollen, dass genau dort fast durchgehen Fahrzeuge parken….

  9. Kurze Randnotiz @Samson:
    In der Brücken-/Karl-Marx-Str. gibts mittlerweile auch die „30“.
    Nur: Keiner hält sich drann! Weder Blau-weiß, weder die Stadtbusse und schon garnicht die Taxifahrer. Bei den beiden letztgenannten gilt „Zeit ist Geld“ und Geld haben die keins, auf jeden Fall nicht zum verschenken. Unsere Verkehrsplaner sind noch weit weg von dem Vorhaben den Verkehr durch Trier flüssig durchlaufen zu lassen.
    Wie gesagt, das nur mal kurz am Rande.

  10. Positive Nebeneffekte dieser Rad-Priotisierung im Gartenfeld sind bis in die Nellstrasse in Kürenz zu spüren: Weniger Durchgangsverkehr, weil die Leute schnell gemerkt haben, dass Nellstr. – Domänenstr. – Güterstr. – Gartenfeld nun als Schleichweg-Abkürzung unbrauchbar geworden sind. Gut für die Anwohner!

  11. Das ist nicht der erste und nicht der letzte Schwachsinn, das unsere Käse-Tortellini-Frau fabriziert hat. Es wird Zeit das diese Frau aus unserer Stadt verschwindet bevor hier alles den Bach runter geht. Und die Birks soll direkt mit verschwinden.

  12. Die Frau gleich aus der Stadt zu vertreiben halte ich für übertrieben. Sie könnte zum Beispiel den wartenden Autofahrern morgens einen Kaffee ans Fenster bringen. Da könnte sie nicht viel falsch machen…..

  13. Ich als Radfahrer traue mich nicht vor die wartende Autoschlange. Da benutze ich lieber weiterhin den Bürgersteig, auch wenns nicht erlaubt ist.

    • Als Radfahrer, der täglich im Bereich Ostallee/Gartenfeld unterwegs ist, sehe ich das Problem gerade im Verhalten meines Vorkommentators. Ungefährdet am normalen Straßenverkehr auf der Ostallee teilzunehmen ist beinahe nicht möglich. Da die Autofahrer zum großen Teil daran gewöhnt sind, dass Radfahrer hirnlos den Bürgersteig nutzen (und dabei sich und Fußgänger gefährden), gehen sie davon aus, die Straße gehöre allein ihnen. Man wird häufig knapp überholt, geschnitten oder angefeindet. Mehr Kontrollen und eine aussagekräftige Beschilderung sind daher uneingeschränkt zu begrüßen. Sinnvoll! geplante Radstreifen auf der Fahrbahn in Verbindung mit durchgehend Tempo 30 in der Innenstadt könnten die Problematik deutlich entschärfen. Durch unzählige Unterbrechungen geplante, gesonderte Radwege wie zum Beispiel in der Südallee lösen das Problem in keiner Weise. An der besagten Ampel eine gesonderte Radspur zu schaffen trägt ebenfalls nicht zu einer sinnvollen Integration der Radfahrer in den regulären Verkehr bei. Man schafft wieder nur eine räumliche Trennung, die nicht sein müsste. Eine schmale gestrichelte Linie hätte hier vermutlich genügt und wäre günstiger gekommen. Das selbe gilt auch für die Ostallee.

  14. Dieser ewige Rückbau der Strassen in Trier ist unverantwortlich. Verdanken können wir das diesen “ Grünen“, diesen Konjunkturbremsen, diesen Dilettanten mit ihrer weltfremden Philosophie von Verkehr innerhalb einer fast 110.000 Einw. Stadt welche wachsen wird. kein Moselaufstieg ( dringend notwendig, Nordumfahrung ebenfalls).

    Im Stadt und landkreis Trier ( beides gehört laut statistischen Landes amt zusammen waren mit Stand 01.01.2012

    166 265 Kraftfahrzeuge zugelassen mit einer Deränderung zu 2011 um +2,2% das sind exakt 3325 Fahrzeuge.

    Von 2010 auf 2011 waren es ein + von 2,0% was 3253 Fahrzeugen entspricht.

    Usw. usw. ich will damit ausdrücken das Trier noch grösser wird und dann so ca. um die 4000 Fahrzeuge jährlich dazukommen.

    Unser Fahrradfan OB Jensen und die Grünen bauen Trier immer mehr verkehrstechnisch zurück und wollen den freien mündigen Bürger auf alternative Beförderungsmittel zwingen ( was niemals funktioniert), gegen den Trend. Man setzt einfach seine eigenen Hobbies und Visionen um. Da frage ich mich:“ Habt Ihr sie noch alle?“

    Ich rate zudem jedem mal das hier zur Trierer Kommunalpolitik zu lesen:

    Bemerkungen zur schrägen Politik in Trier:

    http://www.johannes-verbeek.de/media/f09a5ecc8d447975ffff810ffffffff0.pdf

  15. Klar @Ole Seidel der negative Nebeneffekt ist, dass dann an den anderen Straßen mehr Vekehr ist und dort auch Menschen wie Du leben! Aber hauptsache vor Deiner eigenen Tür ist es ruhiger. Besser ist es wenn der Vekehr sich weiträumig verteilen kann und nicht einzelne Straßen dann zur Hauptverkehrsachse werden. In jeder Straße von Trier leben Menschen und das wird auch in Zukunft so bleiben. Ruhiger wird es erst durch Elektromobilität. Bis dahin sollte man mit diesen teilweise schwachsinnigen Verkehrsplanung aufhören und stattdessen Laternen mit der Möglichkeit zum Laden von Elektroautos installieren. Aber Trier verschläft wie auch beim Internet die Zeichen der ZEIT!

  16. @ Radfahrer: Ich persönlich habe Angst vor Toiletten. deshalb sch… ich immer auf den Hauptmarkt. So ähnlich ist die Gleichung, die sie aufmachen. Wenn Sie sich nicht trauen, da zu fahren, dann müssen Sie eben GEHEN bzw. Ihr Velo Schieben!

  17. Dreist an der Stelle war auch der Radkurier( der mit dem roten Rucksack, der trotz Querendem verkehr aus der Mustorstraße kommend, gegen die Fahrtrichtung über diesen Radweg gebrettert ist, nur um dann auf dem Gehweg weiterzurasen. Den müsste die Polizei mal aus dem Verkehr ziehen. Oder ein nicht so reaktionsschneller Autofahrer.

  18. Frau KT, mit welcher ich zu meinem Leidwesen auch schon zu tun hatte, ist überfällig. Herr Natus Senior hat doch nicht von ungefähr vor ihrer Wahl vor ihr gewarnt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.