Grüne: „Falsch zitiert“ – lokalo bleibt bei Darstellung

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lokalo habe ihn falsch zitiert, sagt Grünen Vorstandssprecher Wolf Buchmann. Die Redaktion bleibt jedoch bei ihrer Darstellung.

Bildquelle: Grüne Trier

TRIER. Als Reaktion auf unsere Berichterstattung vom Donnerstag „Grüne stellen OB-Kandidat – Wunsch nach Schwarz-Grün“ haben sich die Trierer Grünen in einer E-Mail an die Redaktion gewandt. Die Anmerkung der Redaktion zum Schreiben der Grünen befindet sich am unteren Ende des Artikels.

In der E-Mail der Grünen heißt es im Wortlaut: „Die Grünen Trier sowie Ihr Vorstandssprecher Wolf Buchmann verlangen folgende Richtigstellung von Fakten und falsch wiedergegebener Zitate:

– Die Grünen haben auf der Mitgliederversammlung am 28. Mai beschlossen, allen Parteien mit Ausnahme der AfD gleichberechtigte Gesprächsangebote zu machen. In dem Beschluss heißt es wörtlich:

‚Deshalb wird eine fünfköpfige Sondierungskommission gebildet. Diese Kommission hat den Auftrag, mit den Parteien und Fraktionen von CDU, SPD, Linken, FDP sowie mit der FWG und Vertretern der Piraten Gespräche aufzunehmen, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der neuen Wahlperiode auszuloten.‘

Im Gespräch mit der lokalo-Redakteurin hat dies Wolf Buchmann auch noch einmal klargestellt. Auf die Frage, ob es eine ‚Präferenz für schwarz-grün‘ gäbe, hat er erwidert, dass beschlossen worden sei, den im Stadtrat vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD ein gleichberechtigtes Angebot zu unterbreiten. Eine Präferenz gäbe es nicht.

– Die Aussage von Herrn Buchmann zum Zusammenhang von Verhandlungen und Dezernentinnen ist falsch wiedergegeben. Das Zitat war mit der Redakteurin abgestimmt und lautete: ‚Wir sehen keine Notwendigkeit, die Verhandlungen wegen der Dezernentinnen zu führen. Wir wollen über Themen verhandeln.‘ Die Begriffe ’nur‘ und ‚auch‘ wurden von Herrn Buchmann nicht verwendet und ohne seine Freigabe eingefügt. Diese Einfügungen verkehren die tatsächliche Aussage von Herrn Buchmann in ihr Gegenteil und bedürfen daher einer Klarstellung.

– Ebenfalls rein fiktiv ist das angebliche Zitat eines Grünen-Mitglieds ‚am Rande der Versammlung‘. Die Redakteurin war bei der Versammlung nicht anwesend, sondern hat sich telefonisch nach den Ergebnissen der Versammlung erkundigt. Daher ist offensichtlich, dass sie nicht mit einem Mitglied am Rande der Versammlung gesprochen haben kann.“

Petra Kewes und Wolf Buchmann
Bündnis 90/Die Grünen

Anmerkung der Redaktion:

Die Redaktion von lokalo bleibt nach nochmaliger Prüfung des Sachverhaltes sowie der Unterlagen unserer Redakteurin zum Telefongespräch mit Wolf Buchmann uneingeschränkt bei ihrer Darstellung.

Auch die Gespräche mit dem namentlich nicht genannten Informanten (der vollständige Name ist der Redaktion bekannt) wurden geführt – sowohl vor dem Versammlungslokal der Grünen als auch telefonisch.

Ferner stellen wir hiermit fest, dass die Trierer Grünen als einzige von insgesamt acht Parteien bei unserer Berichterstattung über die jeweiligen Wahlaussagen im Vorfeld der Kommunalwahl trotz vorheriger Absprachen nach Veröffentlichung Korrekturen verlangten.

20 KOMMENTARE

  1. Jawoll!!! Da wurde jemand zurückgepfiffen, der sich jetzt zum Knecht machen muss. Intern sind die “ Gutmenschen“ wohl doch ganz anders,

    Lob an die Redaktion – endlich gibt es Journalismus auch in Trier.

  2. Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage werden unabhängige und freie Medien in Trier unter Druck gesetzt – erst die Sache mit den Kommentaren unter dem Beitrag „Buntes Trier“, und jetzt das.

    Die Grün_innen beweisen eindrucksvoll, was sie unter Demokratie und Meinungsfreiheit verstehen. Insbesondere letztere hat nur solange Bedeutung, wie sie die eigene, grüne Meinung widerspiegelt. Und weicht die tatsächliche öffentliche Meinung vom gewünschten Ergebnis ab, setzt man eben auch mal Medien unter Druck. Meinungsfreiheit, ade. Pressefreiheit, ade.

    Das Lächerlichste daran ist die Tatsache, dass dies meist unter dem Deckmäntelchen des „Schutzes der Demokratie“ geschieht. Danke, dass lokalo.de nicht einknickt und den Trierern vor Augen führt, wie grüne Politik funktioniert.

    Ach ja, was die nicht gewünschten Gespräche mit der AfD angeht: Ich glaube kaum, dass die AfD ihrerseits IRGENDEIN Interesse hat, mit den Grünen irgendwelche Gespräche zu führen. Schon in Sachen Demokratie-Verständnis und Freiheit der Presse trennen die Grünen und die AfD Welten. Denn bei uns hört die Meinungsfreiheit eben nicht da auf, wo sie nicht unserer Meinung entspricht. Sie ist das höchste demokratische Grundrecht und deshalb unbedingt zu schützen, liebe Grünen. Diffamierung anderer Parteien fällt allerdings eher in die Rubrik Verleumdung und hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun.

    Von daher: Schenken Sie sich ihre Bekundungen, mit der AfD nicht sprechen zu wollen – oder begründen Sie das mit Tatsachen, statt mit ihren gebetsmühlenartigen unhaltbaren Vorwürfen. Was Sie unter Demokratie verstehen, haben Sie wieder einmal eindrucksvoll belegt.

  3. Ich verstehe nicht so ganz, welche Änderungen sich ergeben würden…Verstehe ich das falsch oder ändert das überhaupt nichts daran, dass schwarz-grün ne Option ist? Von wegen gute Alternative und so, dagegen wird sich ja gar nicht gewehrt. Wahrscheinlich kriegt man jetzt einfach kalte Füße, weil die CDU das sicher nicht wollte, so schnell mit dem zukünftigen Pakt an die Öffentlichkeit zu gehen. Da kann man nur sagen: hahahahahahahaha!

  4. Frage an die Redaktion: war Frau Romes etwa nicht auf der Versammlung der Grünen am Mittwochabend? Warum nicht? Und warum schreibt sie dann das mit dem OB-Kandidaten sei eine faustdicke Überraschung? Das haben die Grünen doch schon lange vor der Kommunalwahl entschieden.

  5. Nur noch mal, um sicherzugehen: Die Aussage, die CDU habe deutliche Signale hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit den Grünen ausgesandt, wird nicht korrigiert, oder???!! Das wahr ja wohl die wichtigste Info bei dem Ganzen…

  6. Weil Politiker in Sachen Glaubwürdigkeit in aller Welt vorbelastet sind und das, siehe auch hier, tagtäglich aufs neue untermauern.

  7. @Cdu-Wählerin:
    Offenbar nicht. Deshalb verstehe ich den Korrekturwunsch nicht. Die hirnrissige Aussage mit den Schwarzen ins Bett zu gehen bleibt ja bestehen. Unfassbar eigentlich!

  8. @Paul:
    Wenn man sich den Volksfreund vor der Wahl hingegen angesehen hat, insbesondere die auflagenstärkste Samstagsausgabe, sieht man wie man es nicht macht: Titelseite, oben links: SPD-Banner. Titelseite, oben rechts: SPD-Banner. Titelseite Mitte: Beitrag darüber, wie sich SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer über die Veräußerung des Nürburgrings freut und wie sehr sie den Investoren vertraut…

    Das war regelmäßig über den gesamten Wahlkampf zu beobachten, hauptsächlich bei Beiträgen der SPD auf der Titelseite mit gleichzeitig geschalteter SPD-Werbung. Ein Schelm, wer…

    Es stimmt mit Sicherheit nicht alles, was in Zeitungen steht. Es vermittelt jedoch ungemein viel Glaubwürdigkeit, wenn sich ein unabhängiges, regionales Portal gegen versuchte Einflussnahme stemmt und dabei scheinbar alle Informationen offen legt. Das ist beim Thema grün-schwarz ebenso der Fall, wie es beim heiß diskutierten Thema „Buntes Trier“ war – als lokalo.de deutlich erklärte, warum man die Kommentarfunktion wieder öffnete. Weil Verein und Politik versuchten, Einfluss zu ihren Gunsten zu nehmen.

    Immer dann, wenn ein Beitrag den Betroffenen nicht schmeckt, wird versucht zu beeinflussen. Bei manchen Zeitungen und Medien funktioniert das ganz gut, bei manchen überhaupt nicht. Und das lässt darauf hoffen, wieder zu Medien zurückkehren zu können, die objektiv informieren, ohne einen Spagat hinlegen zu müssen, um den Obrigkeiten „zu gefallen“.

  9. Wenns so ist wie die Redaktion behauptet, warum bringt ihr die Mail dann? Die Grünen können eine Gegendarstellung verlangen und vor Gericht ziehen? Wahrscheinlich hat die Redakteurin, die lange bei der FDP war und eigentlich selbst in den Stadtrat wollte nicht sauber gearbeitet. Sonst würdet ihr das doch nicht bringen?

    Warum antwortet lokalo nicht auf die Fragen von @Leser?

    @Rhyno Nur weil einige Politiker lügen muss dass was lokalo schreibt noch nicht wahr sein. auch Medien lügen! Nicht nur die BILd-Zeitung

    • Anm.d.Red.

      Werte(r) Weinand,

      die lokalo-Redaktion hat sich unter der Erklärung der Grünen klar geäußert. Dem ist aus unserer Sicht nichts hinzuzufügen.

      Unnötig ist es, auf jeden eingehenden Kommentar – kritisch oder zustimmend – zu antworten. Wir lassen der Diskussion – im Gegensatz zu anderen Medien – ihren Lauf, sofern bestimmte Regeln eingehalten werden.

      Dass wir die Erklärung der Trierer Grünen veröffentlicht haben, hat einen einfachen Grund: Das gebietet die Fairness – unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Die Grünen haben eine Richtigstellung verlangt, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Dem haben wir entsprochen und eine diesbezügliche Anmerkung der Redaktion hinzugefügt, die eindeutig ist.

      Richtig ist, dass die Erklärung der Grünen weder juristisch noch presserechtlich einer Gegendarstellung entspricht. Und dennoch haben wir sie veröffentlicht. Damit haben wir dokumentiert, dass die Grünen unseren Artikel aus ihrer Sicht kritisch sehen und Korrekturen wünschen. Das ist ihr Recht.

      Uns ist durchaus bewusst, dass aufgrund der hiesigen Struktur der Medienlandschaft ein solches Vorgehen ungewöhnlich erscheint. Seien Sie jedoch versichert, dass dies in den meisten anderen Gebieten der Republik, wo Medien-Pluralität herrscht, zum normalen Tagesgeschäft gehört.

      Uns daher daraus, dass wir die Erklärung der Grünen veröffentlicht und eben nicht entrüstet zurückgewiesen haben, einen Vorwurf zu machen, verkehrt die Tatsachen ins Gegenteil und ist folglich absurd.

      Die Redaktion

  10. Ja und Uli Wickert war-ist gefühlte 100 Jahre in der SPD und von daher sind die Sozis bei den Tagesthemen immer besonders gut weggekommen. Ich glaube beim TV gibt es auch wichtige Redakteure mit Vergangenheit und-oder Gegenwart. Von daher ist alles schlecht oder falsch was die machen.
    So ein Blödsinn…

  11. @weinand : wo bitte war Frau Romes auf der Liste der FDP für den Stadtrat ? Hauptsache dumm gepöbelt und falsch unterstellt!

  12. @ El Lute Romes stand nicht auf dr Liste weil sie im februar alles aufgegeben hat. stand im volksfreund:

    Fest eingeplant für einen vorderen Listenplatz war ursprünglich Yvonne Romes. Doch die 21-Jährige hat nach Querelen mit den übrigen Vorstandsmitgliedern vor wenigen Wochen nicht nur ihre Ämter als Partei-Vize und Kreis-Vorsitzende der Jungen Liberalen hingeschmissen (der TV berichtete). Seitdem gibt es im Parteivorstand nur noch Männer. Auch für eine Stadtratskandidatur steht die Jura-Studentin nicht mehr zur Verfügung.

    hallo Redaktion: warum veröffentlicht ihr meinen Leserbrief von davor nicht? find ihr macht guten job. aber ihr müsst auch mit kritik umgehen können. nicht wie beim tv die.

    • @Weinand
      Hier eine letzte, abschließende Erklärung: Frau Romes hat sich aus der lokalen Politik zurückgezogen. Von daher bearbeitet sie bei uns auch politische Themen, da ihre guten Kontakte zur hiesigen Polit-Szene durchaus hilfreich für die Redaktion sind.

      Ihren vorherigen Leserbrief haben wir deshalb nicht veröffentlicht, weil er sich auf einen Leserbrief bezog, der nachweislich eine falsche Behauptung erhielt, und den wir daher entfernen mussten. Frau Romes hat während des Wahlkampfes nämlich keine Flyer in der Stadt verteilt.

      Sie können Ihren Kommentar ohne den entsprechenden Bezug aber gerne noch einmal senden.

      Ein schönes Wochenende!
      Die Redaktion

  13. Warum sollte jemand gegenüber der Presse etwas behaupten und dann am nächsten Tag anrufen und was anderes sagen?

    Kann es vielleicht sein, dass hier doch nicht ganz sauber gearbeitet wurde…?

  14. @ Peter: Ganz einfach (wie Rhyno schon anmerkte). Er wurde zurückgepfiffen. Entweder von der eigenen Partei oder vom potentiellen Koalitionspartner.

  15. Wieso überrascht es , das Schwarz und Grün zusammenarbeiten wollen? das tun sie doch schon seit ca. 4 Jahren überaus erfolgreich und Harmonisch im Stadtvorstand.
    Noch nie ist es 2 Dezernentinnen gelungen, eine Stadt so nahe ab den Abgrund zu bringen wie derzeit. Beide Parteien haben bei der Auswahl größtmögliche Sorgfalt darauf verwendet , ja Damen zu finden, die keiner mehr irgendwo Politisch sehen wollte( ja, die Wittlicher lachen jetzt noch über uns) und die einander so sorgsam gegeneinander Arbeiten wie diese zwei Damen!
    Ist eigentlich bekannt, wie viel Personal die Bürgermeisterin in Ihrem Stab bereits verschlissen hat?

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