Fachkräfte in der Region halten und Lehrstellen besetzen

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Von links: Theo Scholtes (Bitburger Braugruppe), Landrat Joachim Streit, Barbara von Würzen (Bertelsmann-Stiftung), Herbert Zahnen (Zahnen Technik, Arzfeld), Heribert Wilhelmi (Chef der Arbeitsagentur Trier), Markus Pfeifer (Regionalmarke Eifel), Dirk Kleis (Kreishandwerkerschaft MEHR)

Bildquelle: Helmut Gassen

Die „Arbeitgebermarke Eifel“ will die Attraktivität der Region vermitteln

BITBURG/PRÜM. Mit der Gründung der „Arbeitgebermarke Eifel“ durch die Regionalmarke EIFEL GmbH und die Wirtschaftsförderung des Eifelkreises Bitburg-Prüm soll ein starker Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region geleistet werden. Bei einer Veranstaltung in der Karolinerhalle in Prüm wurden Einzelheiten der Initiative vorgestellt.

Von Helmut Gassen und Petra Thomas

Auch wenn die Arbeitslosenquote in der Region Trier im Mai erfreulich niedrig ist (3,1 Prozent) so gab es doch auch wenig erfreuliche Infos. Denn die Zahl der Jugendlichen mit einer Ausbildungsstelle ist gesunken – viele Unternehmen fanden gar keine neuen Azubis.

In der Region Trier gibt es 1560 freie Lehrstellen, so Heribert Wilhelmi, Chef der Trierer Arbeitsagentur. Laut einer Umfrage der IHK Trier berichtet mehr als die Hälfte der Betriebe mit offenen Stellen von Problemen bei der Rekrutierung, vor allem in der mittleren Qualifikationsebene. Auch das ist ein Ansatzpunkt für die neue „Arbeitgebermarke Eifel“ die auf Initiative von Unternehmen von der Regionalmarke EIFEL GmbH und die Wirtschaftsförderung Bitburg- Prüm ins Leben gerufen wurde, etwas zu tun.

„Die aktuelle Diskussion um die fehlende Fachkräfteversorgung zeigt anschaulich, dass die Bedeutung dieses Themas stetig steigt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen spüren Fachkräfteengpässe zunehmend deutlich“, sagt Dr. Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm.

Als besondere Stärken hob Landrat Dr. Streit folgende Punkte hervor:

– die hohe Eigenheimquote von 70 %

– die gute Grundversorgung wie z.B. durch Schulen und Kindergärten

– geringe Kriminalität

– attraktiver und intakter Naturraum

– hervorragende Lebensbedingungen für Jung und Alt

Dennoch sei es trotz nachweislicher Vorteile nicht gelungen, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden oder zu halten. Dies erfordere ein Umdenken, man muss neue Wege gehen, Menschen Orientierung bieten, sich abheben und unterscheidbar machen.

Im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses qualifizieren sich die künftigen Arbeitgeber der Regionalmarke EIFEL als Eifel Arbeitgeber. Arbeitnehmer- und familienbewusste Personalpolitik spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie eine gelebte Unternehmenskultur mit regionalem Bezug. Die nachhaltige Qualität der „Arbeitgebermarke Eifel“ wird durch unabhängige Management- und Beratungssysteme sichergestellt. Die Arbeitgebermarke Eifel soll jedoch keine staatliche Angelegenheit werden so Dr. Streit, sondern vielmehr eine private Marke und soll eine Plattform und organisatorischer Rahmen zugleich sein.

Das Ziel der Initiative ist es, die Vorzüge der Lebens- und Arbeitsbedingungen des Wirtschaftsraumes Eifel herauszustellen und das positive Image der Eifeler Arbeitgeber in der öffentlichen Wahrnehmung stärker ins Bewusstsein zu bringen. „Wir können uns nur entwickeln, wenn wir uns zusammen schließen“, sagte Unternehmer Herbert Zahnen aus Arzfeld bei der ersten Veranstaltung der Arbeitgebermarke Eifel in der Karolinerhalle in Prüm.

Barbara von Würzen, von der Bertelsmann Stiftung, informierte die Anwesenden über den Ablauf des Prüfverfahrens um die Verleihung des Qualitätssiegels „Arbeitgebermarke Eifel“ zu erhalten. Der Ablauf erstreckt sich über 6 Schritte, angefangen von der Arbeitgeberbefragung, des Mitarbeitermeinungsbildes, Vor-Ort-Termine (Workshops), der Auswertung, der Berichterstellung, in begründeten Fällen gibt es auch ein Ergänzungsverfahren, und schlussendlich der Verleihung des Qualitätssiegels.

Die Besonderheiten und gleichzeitig auch die Merkmale des Siegels sind:

– klare Strukturen

– einfache Umsetzung

– objektive Bestandsanalyse

– bewusste Einbeziehung der Mitarbeiter

– Fokus auf die Unternehmenskultur

– individuelle Bewertung

– überschaubarer Aufwand (1-4 Monate)

„Die Eifel hat sich einen Namen gemacht und ist zu einer echten Marke geworden, im Bereich hochwertiger Produkte aus Land- und Forstwirtschaft genauso wie im touristischen Bereich. Es wird zunehmend wichtiger, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, damit auch die Betriebe aus der Eifel stark am Markt bleiben und der Heimatregion Eifel dadurch nützlich sein können. Die Positionierung durch die ‚Arbeitgebermarke Eifel‘ leistet dazu einen entscheidenden Beitrag.“

Nähere Informationen über die Arbeitgebermarke Eifel finden Sie hier:  www. regionalmarke-eifel.de

1 KOMMENTAR

  1. Dann muss die regionale Wirtschaft, insbesondere der Handwerks-, Dienstleistungs-und Gesundheitsbereich bereit sein, endlich mal wieder Löhne zu zahlen, von denen man Familien gründen und erhalten kann.

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