Ein Schatz für (einstmals) 200 D-Mark

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Ein Schmuckstück mit Weißwandreifen: Der Mercedes 170 Sb.

Bildquelle: Helmut Gassen

Achim Schäfer aus Kelberg ist stolzer Besitzer eines Mercedes 170 Sb

KELBERG. Der Mercedes 170 war das erste Fahrzeug, dessen Produktion nach Kriegsende von Mercedes- Benz wieder aufgenommen wurde. Ab 1947 wurde die klassische viertürige Limousine wieder gebaut.

Große Veränderungen gegenüber dem Vorkriegsmodell gab es nicht. Erst 1952 gab es erste Fahrzeugänderungen, der 170er erhielt eine größere Windschutzscheibe, eine breitere Spur, einen verdeckten Wischerantrieb und durchgehende Stoßstangen sowie ein glatte Motorhaube und zwei seitliche Zierstreifen.

Dem Wunsch der Kunden nach mehr Individualität und Prestige beim 170er kam Mercedes mit dem neuen Typ 170 S nach, der zwar nicht deutlich größer, aber repräsentativer und komfortabler ausfiel. Man konnte sozusagen von der ersten S- Klasse nach dem Krieg sprechen. Der Wagen wurde schnell zum Liebling der Besserverdienenden, der General-Direktoren und Geschäftsleute. 1952 löste der Mercedes Benz 170 Sb das Modell 170 S ab. Der Sb war noch etwas komfortabler und repräsentativer ausgestattet.

Typisch für die 1950er-Jahre: Ein riesiges Speichenlenkrad und eis Har
Typisch für die 1950er-Jahre: Ein riesiges Speichenlenkrad und eis Har

Achim Schäfer aus Kelberg kaufte 1972 seinen Mercedes 170 Sb von einem Rentner in Hermeskeil. Der hatte ihn 1952 gekauft und mit 60 000 Kilometer Laufleistung später in der Scheune abgestellt. Doch bis zur Auferstehung des 170 Sb vergingen noch einmal 20 Jahre, denn Achim Schäfer und seine Frau Hiltrud waren gerade am bauen und hatten andere Sorgen. Und so wurde der Mercedes 170 Sb wieder einmal für lange Zeit abgestellt. Erst 1992 war es dann soweit. Für damals 200 Mark hatten die Schäfers den 170 Sb gekauft, „für das Hundertfache haben wir ihn restauriert“, erzählt Hiltrud Schäfer. Eigentlich wollte Achim Schäfer den 170 Sb noch älter machen, die Haube des 170 V einbauen und das auch noch in grün. Doch dagegen intervenierte Hiltrud Schäfer energisch, sie wollte das Original haben in seiner ursprünglichen Form. Der Mercedes 170 Sb wurde dann in bordeaux-rot lackiert, die Stoßstangen wurden teilweise neu verchromt oder neu gekauft und die angegriffenen Originalstoffsitze mit Leder neu bezogen. Was gefällt Achim Schäfer besonders an seinem 170er? „Der 170 Sb ist sehr bequem und gediegen, er ist solide und fährt sich wie ein Schiff“.

Steckbrief Mercedes 170 Sb:

Baujahr: 1952

Leistung: 52 PS

Höchstgeschwindigkeit: 129 Std./km

Hubraum: 1767 cm³

Motor: 4-Zylinder Reihenmotor- Benziner

Getriebe: 4-Gang Schaltgetriebe mit Knüppelschaltung

Antrieb: Hinterachse

Länge: 4,45 Meter

Breite: 1,68 Meter

Höhe: 1,61 Meter

Radstand: 2,84 Meter

Gewicht: 1 600 kg

Verbrauch: 10 Liter

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