Miezen verlieren Derby und Pilmayer

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Linkshänderin Marta Pilmayer schied in Koblenz mit Verdacht auf Bänderriss aus

Bildquelle: TriSign

KOBLENZ. Das Nachholspiel der Trierer Handballerinnen in der Abstiegsrunde der 1. Bundesliga bei den Vulkanladies Koblenz/Weibern haben die Miezen mit der Verletzung von Marta Pilmayer teuer bezahlt. Die Ungarin verdrehte sich in der 27. Spielminute bei der Landung nach einem Sprungwurf das rechte Knie und hat sich aller Voraussicht nach einen Kreuzbandriss zugezogen. Die 27:30 (16:13)-Niederlage, in der die Miezen 45 Minuten eine gute Partie absolvierten, rückte komplett in den Hintergrund.

„Wir sind alle geschockt und können das nicht fassen“, sagte Co-Trainerin Jana Arnosova nach der Partie. Auch den Spielerinnen stand das Entsetzen über die schwere Verletzung ins Gesicht geschrieben. Im Rheinland-Pfalz-Derby, das wegen eines Lecks im Dach und nachfolgendem Abbruch neu angesetzt werden musste (lokalo berichtete), agierten die Miezen in der Anfangsphase entschlossen und mutig. In der Defensive kompakt und bissig, in der Offensive mit Katrin Schneider (14 Treffer) als Torgarant. Schon nach acht Minuten führten die Gäste bereits mit drei Treffern (6:3).

Anschließend fanden die Gastgeberinnen zwar besser in die Begegnung, die Mannschaft von Cristina Cabeza hielt aber weiter dagegen. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff dann der Schock: Pilmayer wurde auf Rechtaußen freigespielt, sprang ab – und dann brachte ein Schrei die Halle zum Schweigen. Anschließend herrschte auf beiden Seiten kollektive Fassungslosigkeit. Dass die Miezen zur Pause mit 16:13 in Front lagen, interessierte niemanden mehr.

Mit dem Mut der Verzweiflung und dem Willen, für Pilmayer zu kämpfen, kamen die Moselanerinnen wie in Trance aus der Kabine. Ein Hattrick von Katrin Schneider sorgte für eine Vier-Tore-Führung (35.), Koblenz wirkte konsterniert und hatte in dieser Phase nichts entgegen zu setzen. Franziska Garcia erhöhte keine vier Minuten später auf 21:16.

Eine Auszeit der Gastgebeinnen sollte dann aber Wirkung zeigen: In der Folge lief bei der Cabeza-Sieben, auch aufgrund einer schwachen Chancenauswertung, nichts mehr zusammen. Koblenz glich beim 22:22 (45.) erstmals aus und hatte in der Endphase mehr Reserven. Cabeza gab jetzt auch den jungen Spielerinnen Hannah Sattler, Katrin Irsch und Katja Pötters Einsatzzeiten – sie dankten es mit couragiertem Einsatz.

Dass die Partie am Ende 27:30 endete, spielte an diesem Abend keine Rolle. Vielmehr waren alle Beteiligten mit ihren Gedanken bei ihrer Kollegin. Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. „Wir alle schicken ein Stoßgebet Richtung Himmel, dass die erste Diagnose nicht stimmt“, sagte eine sichtlich mitgenommene Franziska Garcia.

Stenogramm: Jessica Kockler, Verena Flöck, Daniela Vogt; Katja Pötters, Katrin Irsch, Hannah Sattler, Franziska Garcia (3), Esther Mohr (1), Katrin Schneider (14/6), Natalie Adeberg (6), Marta Pilmayer (2), Jana Kordel, Judith Derbach (1), Cristina Cabeza

Spielfilm: 1:3 (6.), 3:6 (8.), 7:11 (15.), 12:13 (25.), 13:16 (30.), 15:19 (35.), 16:21 (39.), 21:22 (43.), 26:23 (51.), 30:27 (60.)

Schiedsrichter: Julian Köppl/Denis Regner – Zuschauer: 1 000

Weitere Resultate und die Tabelle finden Sie unter http://www.hbf-info.de/home-1-2-1-0.html

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