„Ich habe sehr, sehr viel gelernt in dieser Saison“

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Bildquelle: Miezen/wikipedia.commons

TRIER. Dass die Trierer Bundesliga-Handballerinnen den Klassenerhalt geschafft haben, ist auch ein Verdienst von Trainerin Cristina Cabeza Gutiérrez. Nicht ohne Bedenken waren die Verantwortlichen in die Spielzeit gegangen, denn die Spanierin und ihre Co-Trainerin Jana Arnošova galten als das unerfahrenste Trainergespann der Liga. Zudem war der Kader für die zweite Liga ausgerichtet.

Das Abenteuer Bundesliga haben beide allerdings mit Bravour bestanden. Im Interview mit lokalo spricht die 37 Jahre alte Madrilenin über die abgelaufene Spielzeit, ihre Doppelrolle als Spielerin und Trainerin, die letzten beiden Begegnungen und blickt voraus auf die 15. Erstligasaison.

Lokalo: Frau Cabeza, Sie haben die Miezen mit einem Zweitliga-Kader in der Bundesliga gehalten — und das in Ihrem ersten Jahr als Trainerin. Wie groß war die Erleichterung?

Cristina Cabeza: Ich kann das nicht in Worten beschreiben, was ich nach dem Sieg gegen Göppingen und dem damit verbundenen Klassenerhalt gefühlt habe. Es war unbeschreiblich. Ich bin sehr, sehr stolz auf diese Mannschaft, die viele Rückschläge einstecken musste, aber immer wieder aufgestanden ist. Und klar ist das auch für uns Trainer eine Bestätigung unserer Arbeit.

Wir würden Sie den Saisonverlauf und die Entwicklung Ihrer Mannschaft beschreiben?

Cristina Cabeza: Wir mussten in dieser Spielzeit viel leiden. Im gesamten Verlauf konnten wir fast nie mit der kompletten Mannschaft trainieren. Immer wieder gab es Verletzungen, immer wieder sind wichtige Spielerinnen über einen längeren Zeitraum ausgefallen. Als neue Trainerin war es auch für mich kompliziert: Neue Mentalität, Probleme mit der Sprache und die Doppelrolle. Aber wir – Mannschaft und Trainerteam – haben uns im Laufe der Saison entwickelt. Und in der Abstiegsrunde waren wir auf den Punkt da und jeder hat gesehen, was die Mädels leisten können.

Also haben Sie auch einiges an Lehrgeld bezahlt?

Cristina Cabeza: Ja klar. Aber das ist auch normal, wenn man das erste Mal eine Bundesliga-Mannschaft trainiert. Ich habe sehr, sehr viel gelernt

In Ihren Augen, welche Erfahrung hat Sie in Ihrem ersten Trainerjahr am meisten geprägt bzw. welche Schlüsse konnten Sie schon ziehen?

Cristina Cabzea: Ich werde in der neuen Saison auf jeden Fall nur noch als Trainerin agieren. Die Rolle als Spielertrainerin war sehr kompliziert und nicht einfach zu bewältigen. Hier war Jana Arnošova sehr, sehr wichtig für mich. Ohne sie war und ist es unmöglich für mich zu arbeiten. Und ich habe gelernt, dass man nicht alle Spielerinnen gleich behandeln kann. Jede Einzelne ist verschieden, muss anders angesprochen werden, braucht anderes Training, hat auch eine andere Mentalität.

Kommen wir zur neuen Saison. Inwieweit können die vier Neuen helfen? Und sind die Kaderplanungen damit abgeschlossen?

Cristina Cabeza: Alle vier Spielerinnen haben eine andere Spielweise sowie Mentalität, das ist gut für die Mannschaft und unsere Spielweise. Ich möchte in der neuen Saison auf jeden Fall schneller spielen lassen, andere Systeme ausprobieren. Aber auch hier müssen wir realistisch bleiben: Alle vier sind jung und haben wenig Erfahrung. Dass heißt auch, dass wir Geduld brauchen. Sie alle haben Potential und in der Breite sind wir vielleicht sogar besser aufgestellt. Aber alles braucht seine Zeit. Und eine Linkshänderin im rechten Rückraum würde uns natürlich gut zu Gesicht stehen. Ich weiß aber auch, dass Trier wirtschaftlich nicht viel Spielraum hat.

Die letzen beiden Begegnungen gegen Koblenz und Blomberg stehen jetzt noch an, bevor es in den wohlverdienten Urlaub geht. Was erwarten Sie von ihrer Mannschaft nach dieser langen Saison?

Cristina Cabeza: Wir haben mit dem Klassenerhalt unser großes Ziel erreicht und unsere Arbeit verrichtet. Natürlich wollen wir uns ordentlich präsentieren, aber in diesen Partien wird jede Spielerin ihre Spielanteile erhalten. Unabhängig vom Ergebnis. Das haben sich die Mädels, die nicht viel gespielt haben, verdient.

Nächstes Spiel:

Handball: Vulkanladies Koblenz/Weibern – DJK/MJC Trier (Mittwoch, 19.30 Uhr, Conlog-Arena Koblenz)

Aufstellung: Jessica Kockler, Verena Flöck, Daniela Vogt; Katja Pötters, Katrin Irsch, Hannah Sattler, Franziska Garcia, Esther Mohr, Katrin Schneider, Natalie Adeberg, Marta Pilmayer, Jana Kordel, Judith Derbach, Cristina Cabeza

Schiedsrichter: Julian Köpl/Denis Regner

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