Zwei wie Pech und Schwefel

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Sie kamen gemeinsam und gehen gemeinsam. Uwe Schüller (links) und Jörg Stölben sind nicht mehr länger Trainer des Fußball-Oberligisten FSV Salmrohr.

Bildquelle: Helmut Gassen/Archiv

Fußball: Trainerduo Schüller/Stölben führt FSV Salmrohr in die Relegation

SALMROHR. Als sich die Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in die Winterpause verabschiedete, herrschte beim FSV Salmrohr Eiszeit. Präsident Helmut Meeth war zurückgetreten, Trainer Patrick Klyk schon längst Geschichte und der zum Interims-Chefcoach beförderte vormalige Co-Trainer Uwe Schüller wusste wegen starker beruflicher Beanspruchung noch nicht, ob er sein Engagement bis zum Saisonende fortführen würde.

Die Lösung, die folgte, war für Salmrohr neu, nicht aber für Schüller. Nach intensiven Gesprächen mit der neuen, kommissarischen Vereinsführung, wurde der langjährige Weggefährte Schüllers, Jörg Stölben, von seinen Aufgaben als Jugendkoordinator entbunden. Seitdem steht wieder das gleichberechtigte Trainerduo Schüller/Stölben an der Seitenlinie. Wer Zweifel daran hatte, dass dieses Konstrukt erfolgreich sein kann, ist jetzt eines besseren belehrt. Wie schon zuvor in Daun oder Ellscheid, wo die beiden Freunde diesen Nachweis über Jahre angetreten hatten, haben sie in der nun zu Ende gehenden Saison den wohl größten Coup gelandet.

Als Neulinge im Trainergeschäft in der Oberliga, mit einem „auf Kante genähten Kader“. Nach der turbulenten Jahreshauptversammlung hatten Gustav Schulz, Markus Bauer und Murat Adigüzel den Verein verlassen, später kam noch Fabio Fuhs dazu. Das war nicht das einzige Problem, das bewältigt werden musste. Das Lazarett war groß, umfasste mehr als ein Drittel der Stammspieler – alle waren langzeitverletzt. So kam es, dass Woche für Woche nur eine Rumpfelf aufgeboten werden konnte. Damit nicht genug. Just am 1. April stellte der FSV Salmrohr beim Amtsgericht Wittlich einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Nein, kein Aprilscherz, sondern bitterer Ernst.

Angesichts aller dieser negativen Einflüsse grenzt es schon fast an ein Fußballwunder, dass die Salmtaler, die zwischenzeitlich auf den vierten Platz zurückgerutscht waren, die Meisterschaftsrunde souverän auf dem beendeten und nun in der Relegation gegen den FC Nöttingen um den Aufstieg in die Regionalliga kämpfen.

Auch wenn Schüller und Stölben nicht müde werden, die Mannschaft zu loben (Schüller: „Was die Jungs geleistet haben, ist herausragend“) und Stölben in dieselbe Kerbe schlägt („Dieses Team hat einen außergewöhnlichen Charakter“), so ist das nur die halbe Wahrheit. Das, was der FSV Salmrohr nach der Winterpause immer wieder nachgewiesen hat, nämlich eine verschworene Einheit zu sein, das haben die beiden Coaches vorgelebt.

Uwe Schüller (52) und Jörg Stölben (46) sind seit vielen Jahren eng befreundet. Beide sind in Daun geboren und aufgewachsen, sie haben beim TuS gemeinsam gekickt, sie begannen ihre Karriere noch zwischen Platz und Bank pendelnd – von Anfang an als Duo – beim selben Verein. Das war 1997. Seitdem sind sie, nicht nur was Fußball angeht, unzertrennlich. Auch abseits des Rasens sieht man die beiden häufig zusammen – mit ihren Familien. Natürlich war Stölben Trauzeuge bei Schüller und umgekehrt. Als Basis für den sportlichen Erfolg, den sie gemeinsam errungen haben, nennt Schüller „die tiefe Freundschaft“. Mit dem TuS Daun stiegen sie zweimal auf – von der Bezirks- über die Landes- bis in die Rheinlandliga, mit der SG Ellscheid von der Bezirksliga in die Rheinlandliga. Wenn ihnen jetzt mit Salmrohr ein weiterer Aufstieg gelingen sollte, wäre das die Krönung ihrer Trainerlaufbahn.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Lokalo, ich bin ein Fan Eurer Seite und bewundere immer wieder Eure hervorragende Berichterstattung und tiefgründige Recherche. Beim obigen Artikel freut mich das auch ihr diese außergewöhnliche Mannschaftsleistung hervorhebt. Was die Jungs nach der Winterpause vollbracht haben, sucht im Amateur-Fußball seines gleichen. Jedoch muß eine Person hier auch Erwähnung finden, der die Truppe 1 1/2 Jahre gecoacht hat. Danke Patrick Klyk für das, was Du der Mannschaft gegeben hast. Ich drücke alle Daumen dieser Welt, damit die Jungs sich jetzt belohnen und nächste Saison in der interessanten 4. Liga kicken dürfen. Ihr habt es wirklich verdient!

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