Trotz Niederlage: Die Nacht zum Tag gemacht

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Auch Andrea Czanik (links) und Katrin Schneider freuen sich über den vorzeitigen Klassenerhalt.

Bildquelle: TriSign

TRIER. Es ist nicht alltäglich, dass eine Mannschaft trotz schwacher Leistung und deutlicher Niederlage gefeiert wird. Die sportliche Leistung der Trierer Bundesliga-Handballerinen bei der 25:32 (16:15)-Niederlage gegen Bensheim Auerbach sollte man unkommentiert lassen. Eine Halbzeit in Ordnung, in den zweiten 30 Minuten nicht mehr mit der notwendigen Konsequenz, die gegen aggressiv aufspielende Gäste nötig gewesen wäre. So gewann der Aufsteiger die Partie auch in der Höhe völlig verdient, konnte etwas für das eigene Ego tun, und muss dennoch den bitteren Gang in Liga zwei antreten.

Bei den Miezen hingegen gab es trotz Niederlage nur lachende Gesichter, wurde getanzt und gefeiert. „Ein Hoch auf uns“ — der Ohrwurm von Andreas Bourani — wurde gespielt, dazu lief ein selbst produziertes Video mit amüsanten Szenen aus der abgelaufenen Saison, die T-Shirts mit der Aufschrift „Genug geschnurrt — happy in der Bundesliga“ wurden quasi mit dem Abpfiff übergestreift. Die Moselstädterinnen wollten diesen Abend nur noch genießen.

„Wir haben wirklich kein tolles Spiel gemacht und wir wollten uns mit einem Sieg von unserem tollen Publikum verabschieden. Aber es ging einfach nicht mehr“, sagte Franziska Garcia kurz nach der Partie. Tatsächlich war die Luft einfach raus, die 1200 Zuschauer zollten ihrer Mannschaft aber dennoch Respekt. Respekt für eine Saison, in der alle Beteiligten hart kämpfen mussten, in der der Klassenverbleib aber bereits drei Spiele vor Saisonende perfekt gemacht werden konnte. Und eben kein „Showdown“ gegen die Hessen nötig war.

Die 60 vorangegangen Minuten waren auch schnell vergessen – der Blick ging und geht nach vorne. Und so wurden passend dazu die vier Neuzugänge (lokalo berichtete) bei der großen Saisonabschlussparty vorgestellt. Drei Holländerin und eine Schwedin – die Miezen sind in der kommenden Spielzeit international und nach Aussage von MJC-Vorstand Jürgen Brech „auch deutlich variabler aufgestellt.“ Und die Neuen fühlten sich auf Anhieb wohl: „Die Mädels haben uns wirklich gut aufgenommen. Es war ein toller Abend und schön, dass alles schon mal kennenzulernen“, sagte Maxime Struijs.

An einem Abend, an dem die Miezen ihren schwächsten Auftritt in der Abstiegsrunde hinlegten, gab es nur Gewinner, wurden die Moselanerinnen von ihren Fans, Zuschauern und Sponsoren gefeiert. Gefeiert für eine außergewöhnliche Saison, in der es mit der Verabschiedung von Silvia Solic (Karriereende) und Natalie Adeberg (Bayer Leverkusen) auch zwei Wermutstropfen gab. Und die Miezen präsentierten sich als echte Feierbiester, machten die Nacht zum Tag und genossen den Verbleib in Liga eins in vollen Zügen.

DJK/MJC Trier – HSG Bensheim/Auerbach 25:32 (16:15)
DJK/MJC Trier: Verena Flöck, Jessica Kockler, Daniela Vogt – Katja Pötters (0), Katrin Irsch (1), Hannah Sattler (0), Franziska Garcia-Almendaris (2), Esther Mohr (0), Katrin Schneider (6/3), Andrea Czanik (3), Natalie Adeberg (5/1), Marta Pilmayer (4), Jana Kordel (0), Judith Derbach (2), Cristina Cabeza (2)
Beste Werferinnen für Bensheim/Auerbach: Jennifer Rode (8/3), Ingrida Bartaseviciene (5)

Schiedsrichter: Tim König/Sascha Siebert – Zuschauer: 1200

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