Ein kleiner Funke Hoffnung

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Markus Schottes (weißes Trikot) ist nach dem Schlusspfiff buchstäblich am Boden zerstört.

Bildquelle: lokalo

Fußball-Oberliga: Mehring hofft auf Worms und Salmrohr – 2:2 gegen Betzdorf reicht nicht zum Klassenerhalt

MEHRING/SALMROHR. Wenn nicht noch ein Fußballwunder geschieht, muss der SV Mehring nach zweijähriger Zugehörigkeit zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar wieder in die Rheinlandliga absteigen. Nach dem 2:2 (0:1) gegen die SG Betzdorf belegen die Moselaner den drittletzten Tabellenplatz, der nach derzeitigem Kenntnisstand nur dann zum Klassenerhalt ausreicht, wenn Wormatia Worms nicht aus der Regionalliga absteigt, der FSV Salmrohr sich aber in der Relegation zu dieser Liga gegen Nöttingen durchsetzt.

SV Mehring – SG Betzdorf 2:2 (0:1)

Nach einem guten Auftakt mit der mehrfachen Möglichkeit in Führung zu gehen, lief bei Mehring nicht mehr viel zusammen. Die größte Chance zum 1:0 hatte Amodou Abdullei (10.) nach einem Freistoß von Sven Kohlei, als er einen Schritt zu spät kam. Auch ein Fernschuss von Sebastian Ting (12.) der von Schlussmann Philipp Klappert pariert wurde, war Ausdruck Mehringer Überlegenheit. Die war aber spätestens dahin, als die sehr ruppig agierenden Gäste aus dem Nichts heraus den ersten Treffer erzielten. SVM-Torwart Philip Basquit hatte einen harmlosen Ball gesichert und spielte auf Markus Schottes, der sich an der Strafraumgrenze aufhielt. Plötzlich waren zwei Betzdorfer da, eroberten den Ball gegen Schottes, der versucht hatte, sich mit einem Dribbling zu befreien und Fation Foniq schob das Leder ins Netz.

Jetzt ging bei Mehring nichts mehr, das sich auch zunehmend von den ruppig agierenden Gästen beeindrucken, die diese Spielweise ungeahndet vom schwachen Schiedsrichter Manuel Biesemann auf den Kunstrasen legen konnten. Zwischen Abwehr und Angriff klaffte bei den Gastgebern ein riesiges Loch. Das führte oft zur erzwungenen Spieleröffnung durch Andreas Hesslein – nicht gerade die Stärke des Innenverteidigers. Aber auch in der Rückwärtsbewegung wirkte sich die Schwäche der Elf von Trainer Frank Meeth („Ich weiß auch nicht, was mit der Mannschaft los war“) negativ aus – immer war Betzdorf bei Kontern gefährlich. Ein weiteres Manko in der Offensive: abgesehen von der Anfangsviertelstunde gab es kein Flügelspiel bei den Hausherren. Dennoch jubelte der weiß-blaue Anhang in der 42. Minute, als Amodou Abdullei das Leder per Kopf in die Maschen setzte. Das Schiedsrichtergespann versagte dem Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung jedoch die Anerkennung – nicht die einige gravierende Fehlentscheidung der Unparteiischen.

In der Pause nahm Meeth taktische Umstellungen vor, die mit kurzer Verzögerung auch wirkten. Domenik Kohl war jetzt nach vorne gerückt, Sebastian Ting agierte als hängende Spitze. Jetzt war mehr Zug in den Aktionen, auch wenn das Spiel ohne Ball immer noch zu wünschen übrig ließ. Kapitän Ting war es vorbehalten, dem Mehringer Anhang wieder Hoffnung zu machen. An der Grundlinie wurde er beim Versuch, seinen Gegenspieler auszutricksen, von Mario Weitershagen gefoult und ließ Keeper Klappert beim anschließenden Strafstoß keine Chance.

Der Jubel war kaum verklungen, da schlug es zum zweiten Mal im Betzdorfer Kasten ein. Endlich wurde mal über die Flügel gespielt, endlich gelang Achmed Boussi eine gute Flanke, die von Domenik Kohl mit einem wuchtigen Kopfstoß unhaltbar zur Führung verwandelt wurde.

Wenige Minuten später herrschte erst Entsetzen „Auf der Lay“ und dann Tristesse. Biesemann zeigte nach einem bereits beendeten Zweikampf zwischen Hesslein und Foniq auf den Punkt. Eine Entscheidung, die auch Meeth nicht verstand. „Das war nie und nimmer ein Elfmeter“, sagte der Coach in der Pressekonferenz. Auch andere bekannte Trainer der Region, die das Spiel beobachteten, waren Meeths Meinung. „Wenn er überhaupt pfeift, muss er Stürmerfoul geben“, sagte einer von ihnen. Er tat es aber nicht – Marco Horz schoss seine Elf, die nach dem Remis definitiv in der Liga bleibt, ins Glück. Die letzte Möglichkeit für Mehring hatte erneut Aboullei, der in der Nachspielzeit nach unsäglichen – ebenfalls nicht geahndeten Spielverzögerungen der Betzdorfer – einen Kopfball neben den Kasten setzte.

Vereinsboss Günter Schlag verkündete nach dem Spiel die Vertragsverlängerung mit Meeth und gab sich trotz großer Enttäuschung zuversichtlich: „Wir werden im nächsten Jahr wieder eine starke Mannschaft haben – egal in welcher Liga. Die meisten Leistungsträger werden bleiben.“ Meeth freut sich, dass der Verein ihm weiter das Vertrauen ausspricht und ist jetzt Fan von Worms und Salmrohr: „Ich drücke beiden Clubs die Daumen. Die einen sollen in der Regionalliga bleiben, die anderen aufsteigen.“

SV Mehring: Philipp Basquit – Johannes Diederich, Andreas Hesslein, Domenik Kohl, Kevin Heinz – Markus Schottes, Sven Kohlei, Sebastian Ting – Ahmed Boussi – Amodou Abdullei, Marc Willems (58. Marcel Selmane)

Tore: 0:1 (16.) Fation Foniq, 1:1 (64.) Sebastian Ting (Foulelfmeter), 2:1 (66.) Domenik Kohl, 2:2 (76.) Marcel Horz (Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Manuel Biesemann (Wadern) – Zuschauer: 522

FSV Salmrohr – SV Rossbach/Verscheid 6:0 (1:0)

Unterdessen schoss sich der FSV Salmrohr für die Relegation um den Aufstieg in die Regionalliga warm, in der die Salmtaler auf den Zweiten der Oberliga Baden-Württemberg, den FC Nöttingen treffen. Ein halbes Dutzend schenkten der FSV den Gästen aus dem Wiedtal ein und schaffte damit am letzten Spieltag die größte Torausbeute der gesamten Saison.

„Dieses Resultat tut uns im Hinblick auf die Relegation gut“, glaubt Trainer Jörg Stölben. „Wir sind nicht nur jetzt seit Spielen ungeschlagen sondern haben auch endlich wieder in der Offensive überzeugen können.“ Überragend war dabei Matondo Makiadi mit drei Treffern. Ein Befreiungsschlag des schnellen Stürmers, den Stölben darauf zurückführt, dass er keinen Prüfungsstress mehr hat.

Rossbach, das im ersten Abschnitt noch fast ebenbürtig war und auch nach dem Wechsel eine Zeit lang noch gut mithielt, brach in der Schlussphase zusammen – innerhalb von sieben Minuten gelangen Salmrohr drei Treffer. Das Tor des Tages erzielte Julian Bidon (57.) nach einer Balleroberung von Makiadi mit einem Heber aus 35 m.

FSV Salmrohr: Sebastian Grub – Daniel Petersch, Lars Schäfer, Dominik Zwick, Mathias Fischer – Dominik Kinscher (65. Daniel Braun), Pascal Meschak (75. Normen Klock) – Julian Bidon, Sebastian Schäfer (60. Daniel Schraps), Matondo Makiadi – Robin Mertinitz

Tore: 1:0 (7.) Matondo Makiadi, 2:0, (57.) Julian Bidon, 3:0 (62.) Robin Mertinitz, 4:0, 5:0 (81./86.) Matondo Makiadi, 6:0 (87.) Julian Bidon

Schiedsrichter: Patrik Meisberger (Schmelz) – Zuschauer: 158

Die übrigen Resultate und die Tabelle finden Sie hier

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