Demo mit Hindernissen

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Bildquelle: Max Simmons, Archivfoto/Max Simmons

TRIER. Am Samstag, 24. Mai, kam es im Stadtteil Trier-West zu einer Demonstration des Kreisverbandes der NPD Trier und einer ebenfalls angemeldeten Kundgebung des Vereins „Für ein buntes Trier – gemeinsam gegen Rechts e.V.“

Typisch NPD:  von 18 bis 22 war die Demonstration angemeldet. Wie immer bei solchen Veranstaltungen ließ man sich Zeit und erschien erst gegen 20 Uhr am angemeldeten Startpunkt an der Römerbrücke. Was wohl damit zu tun haben dürfte, dass Safet Babic noch im Exhaus vorbeigeschaut hat, wo die Trierer Ultras ihren Saisonabschluss feierten. Wie nicht anders zu erwarten, kam es zu Provokationen aus wohl beiden Lagern. Die noch vom Regionalliga-Spiel wartenden Polizeibeamten mussten einschreiten, um körperliche Auseinandersetzungen zu verhindern. Erst nach einigen Diskussionen konnten beide Parteien ihren Weg fortsetzen.

Safet Babic, NPD-Vorsitzender in Trier
Safet Babic, NPD-Vorsitzender in Trier

Die NPD unter Vorsitz von Safet Babic wollte von der Römerbrücke bis zur Ludwig-Steinbach-Straße in Trier-Euren marschieren. Diese Pläne wurden allerdings durch eine Sitzblockade von Gegendemonstranten durchkreuzt. Immer wieder musste der braune Zug anhalten und seine Route ändern. Läuferisch wurden vor allem die behelmten Polizisten gefordert. Die Gegendemostranten machten ihnen das Leben nicht leicht und wechselten ständig ihre Sitzpositionen auf der Strasse, um der NPD den geplanten Weg zu versperren. Ein Teil der Demonstranten, die die Polizei wohl als aggressiv und teilweise gewaltbereit einstufte, wurde eingekesselt. NPD und Gegendemonstranten wurden durch ein massives Polizeiaufgebot voneinander getrennt, so dass es zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen kam.

Der aus knapp 10 Personen bestehende Zug der NPD, der bei einbrechender Dunkelheit Fakeln angezündet hatte, um ein Zeichen gegen die, nach ihrer Meinung falsche Asylpolitik, zu setzen, setzte den Rest des Weges ohne besondere Vorkommnisse, im Schutze der Polizei, fort.

Erst gegen 23 Uhr lösten sich beide Gruppen auf. Die Polizei zog eine positive Bilanz: „Insgesamt war der Einsatzverlauf friedlich. Es kam zu keinerlei tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmer des Aufzuges und den Gegendemonstranten. Auch größere Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs konnten durch flexible Ab- und Umleitungen verhindert werden.“

7 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank Herr Jensen!
    Scheinbar wollen Sie die letzten Monate Ihrer Amtszeit gar nicht mehr nutzen.
    Ich empfehle Ihnen im Verwaltungsrecht den Punkt „Demonstrationsrecht“.
    Alternativ könnte ja auch mal die Rechtsabteilung nachschauen, was es heißt, wenn die Demo nicht püntklich beginnt. Wer zahlt die 2h der Polizei?
    Einfach nur peinlich!

    • @Rainer Derws:
      Herr Jensen hat da leider keine Einflussmöglichkeiten. Deutschland hat ein sehr liberales Versammlungsrecht, wann der Versammlungsleiter kommt ist seine Sache, nicht die der Polizei oder von sonst wem.

      • Auch eine Stadtverwaltung hat Mittel und Wege so etwas einzuschränken!
        Oder hört man von anderen Städten, wie Nazis regelmäßíg samstags die Stadt lahmlegen? Von den armen Anwohnern mal ganz zu schweigen!
        Es gibt immer Mittel und Wege, und grade die Rechtsmittel sollten komplett ausgeschöpft werden!

  2. Ich war bei der Demo und fand es schlimm, wie die Polizei die Gegendemonstranten förmlich eingekesselt hat und die Nazis frei rumlaufen durften. Schlimm schlimm!!!

  3. Ich war mir gestern das mal anschauen und das im Vorfeld gegen 18:00h. Die Demonstranten warteten auf das „Event“ kurz vor dem Parkplatz am Edeka Markt in Trier West. Man trank was, hörte Musik, es kam ein bißchen rüber wie vor einen Konzert, endlich mal was los. Ein wenig was von „vor der Party“, so kam es mir vor. Berufsdemonstrantentum fiel mir gleich ein. Auch dachte ich wie dumm es mir erscheint den NAZIS eine Plattform zu bieten auf der sie polarisieren können. Ignoranz ist immer noch die schlimmste Bestrafung aber nein, „ich bin bunt und dagegen.“ Ich für mich mag beide Lager nicht, beide sind für mich meist seltsam gekleidet, z.T. ungepflegtes Äusseres, unbeirrbar in ihrer Meinung und das eine Übel will das andere ersetzen. Somit fühle ich mich in der politischen Mitte aufgehoben und dort auch verdammt wohl.

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