Millionen-Projekt im Trierer Norden

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Das Areal des neuen Energie- und Technikparks in Kürenz (rot umrandet). Ferner sind die aktuellen Standorte der so genannten städischen"Schaufelämter" im Stadtgebiet zu sehen.

Bildquelle: Stadt Trier, Eric Thielen

TRIER. Rund 20 Millionen Euro wollen die Stadtwerke Trier (SWT) und der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) in ihren neuen Energie- und Technikpark in Kürenz investieren. Rechts und links der Bahntrasse durch den Trierer Norden (siehe Grafik) sollen ferner die bisher in der Stadt verteilten Ämter „Grünflächen“, „Tiefbau“ und „Stadtreinigung“ konzentriert werden. Auch die Stadtwerke ziehen mit ihren technischen Ämtern von der Ostallee in den künftigen Energie- und Technikpark um. Die beruhigende Nachricht für alle Verbraucher: Eine Gebührenerhöhung für Strom, Gas oder Wasser zur Finanzierung des Millionen-Projektes wird es wohl nicht geben. Die schlossen die Chefs von SWT und ART, Dr. Olaf Hornfeck und Dr. Maximilian Monzel, am Donnerstag kategorisch aus.

„Es gibt kein kalkulatorisches Risiko“, sagte Arndt Müller, Vorstand der SWT, bei der Präsentation des Projektes am Donnerstag im Rathaus. Man habe die Planung mit einer Berechnung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit unterfüttert – auch was die künftige Nutzung der freiwerdenden Flächen in der Ostallee betreffe. Somit fielen „die Investitionen bei den Gebühren nicht ins Gewicht“. 2016 wollen die SWT mit den ersten technischen Einheiten nach Kürenz umziehen. Das Kundencenter und die Verwaltung der Stadtwerke bleiben allerdings in der Innenstadt. „Da ist keine Änderung geplant“, so Müller.

Der ART will bereits im laufenden Jahr mit seinen Anlaufstellen für die Dienstleistungen nach Kürenz umziehen. Das Abfalltelefon und die Kasse für die Müllgebühren werden dann dort erreichbar sein. In den kommenden Jahren soll schließlich die komplette Verlagerung von ART-Logistik und des Fuhrparks von der Löwenbrückener Straße aus in den Trierer Norden abgeschlossen sein. Insgesamt haben SWT und ART in der Riveris- und Metternichstraße Grundstücke mit einer Fläche von 7,8 Hektar erworben – rechts und links der Bahntrasse.

Beabsichtigt ist, bestehende und neue Geschäftsbereiche zwischen SWT und ART besser als bisher zu verzahnen. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Logistik und nachhaltige Energiewirtschaft aus regionalen Ressourcen. Dazu sollen auch die Gebäude und Freiflächen auf dem Areal der ehemaligen Ehm-Papierfabrik sowie des Romika-Geländes in das Gesamtkonzept eingebettet werden. Vorrangiges Ziel der effizienteren Kooperation zwischen ART und SWT ist jedoch die Energiegewinnung aus Grünabfällen und Klärschlamm. „Wir wollen hier gemeinsam Energie erzeugen“, sagte Müller.

Dass die Stadt sich mit ihren so genannten „Schaufelämtern“ beim neuen Energie- und Technikpark einklinkt, ist für Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) nur konsequent. „Bisher sind diese Ämter im Stadtgebiet verteilt, jetzt konzentrieren wir sie an diesem Standort“, sagte die Christdemokratin. Vor allem in der Löwenbrückener Straße sei „die Gemengelage unhaltbar geworden“. Zeitgemäß sei das nicht mehr, so Kaes-Torchiani, „wenn man alleine an den Lärm durch die Fahrzeuge denkt, den die Anwohner dort schon in den frühen Morgenstunden ertragen müssen“.

Hinzu kommt laut Kaes-Torchiani, „dass die jetzt genutzten Gebäude sehr sanierungsbedürftig sind“. In der Löwenbrückener Straße, wo aktuell noch ART und das Reinigungsamt der Stadt arbeiten, ist bereits ein neues Baugebiet vorgesehen. Gleiches gilt für die Gärtnerstraße. Auch hier sollen neue Wohnhäuser entstehen. Derzeit sitzt dort noch das städtische Grünflächenamt. „Einfach wird das alles nicht“, räumte die Dezernentin ein, „aber wir wollen die Verwaltung ja effektiver machen.“ Die Konzentration am neuen Standort sei ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Die Entwicklung des neuen Energie- und Technikpark macht auch weitere infrastrukturelle Maßnahmen nötig. So bauen die Stadtwerke von der Ruwerer Straße aus einen Zufahrtsweg zum Park. Der soll allerdings nicht öffentlich werden und somit auch nicht den geplanten Wasserwegdurchbruch ersetzen. „Das Mobilitätskonzept sieht den Wasserwegdurchbruch als Verbindung zwischen Kürenz und Trier-Nord vor“, sagte Kaes-Torchiani, „und daran wird sich durch die neue Erschließungsstraße für den Technikpark nichts ändern.“

Dr. Maximilian Monzel (ART), Simone Kaes-Torchiani, Dr. Hans-Günther Lanfer vom städischen Presseamt sowie Dr. Olaf Hornfek und Arndt Müller von den Stadtwerken am Donnerstag bei der Vorstellung des Groß-Projektes im Rathaus.
Dr. Maximilian Monzel (ART), Simone Kaes-Torchiani, Dr. Hans-Günther Lanfer vom städischen Presseamt sowie Dr. Olaf Hornfek und Arndt Müller von den Stadtwerken (v.l.n.r.) am Donnerstag bei der Vorstellung des Groß-Projektes im Rathaus.

Ob auch eine neue Verbindung zwischen den beiden Arealen rechts und links der Bahntrasse über die Gleise hinweg gebaut wird, steht derzeit noch nicht fest. Die ehemalige Zementbrücke existiert nicht mehr. Sie wurde 2010 wegen Baufälligkeit abgerissen. „Aber die Aufleger sind noch da“, betonte Kaes-Torchiani. „Möglich wäre das“, sagte ART-Chef Monzel. „Ob es aber auch Sinn macht, müssen wir erst prüfen.“ Die Entwicklung des gesamten Areals sei nicht von der Verbindung der beiden Teilbereiche abhängig.

Für Monzel stehen aktuell andere Aspekte im Vordergrund. „Hier geht es darum, Synergien zwischen uns, den Stadtwerken und der Stadt besser zu nutzen“, sagte der ART-Chef. „Wir wollen in der Kooperation auch stärker marktwirtschaftlich orientiert arbeiten – unter Einbeziehung der Belegschaft“, so Monzel. Diesen Punkt hob auch Müller hervor. „Wir haben unsere Mitarbeiter frühzeitig in die Planungen eingebunden“, sagte der SWT-Vorstand. Rund 150 Mitarbeiter der Stadtwerke werden mit den Technikabteilungen bis 2019 nach Kürenz umziehen.

Was mit dem dann freiwerdenden, etwa 10.000 Quadratmeter großen Gelände in der Ostallee geschieht, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Möglich ist ein Verkauf, aber auch die Verpachtung ist nicht ausgeschlossen. Als neuer Standort für die Trierer Feuerwehrwache sei das Gelände jedoch nicht geeignet, betonte Kaes-Torchiani. „Das ist keine Alternative zum jetzigen Standort“, sagte die Dezernentin, „weil es erstens nicht groß genug ist und zweitens auch nicht optimal liegt.“ (et)

6 KOMMENTARE

  1. „Gebührenerhöhung wohl nicht.“ Grins, ich bin schon lange kein Kunde der Stadtwerke Trier mehr da ich Strom von Priostrom und Erdgas von den Stadtwerken Duisburg beziehe. Ich spare sehr, sehr viel dadurch ein. Baut Ihr nur aber nicht auf meine Kosten!

  2. Das hat die Verwaltung sauber hinbekommen: Da die Art jetzt das Gelände in der Metternichstraße gekauft hat, ist es der Stadt ja leider leider nicht mehr möglich, die der Verwaltung ungeliebte Anbindung an Kürenz zu bauen(Variante 3) . So kann man den Ratsbeschluss (063/2007) vom 20.03.2007 nicht mehr umgesetzt werden. Sowiso ein Unding, das die Verwaltung auch nach über 7 Jahren hier noch nicht vorgelegt hat.
    Auch komisch, das der vorherige Besitzer, der das Gelände auf eigene Kosten für LKW erschließen wollte keine Unterstützung der Stadt bekommen hat und es bei der SWT einfach so klappen soll.
    Gedanken hierzu und über die Besitzverhältnisse kann sich jeder selbst machen…

  3. Den Anwohnern in der Löwenbrückenerstrasse ist der Lärm nicht mehr zuzumuten. Aber im Bereich der Riverisstrasse beispielsweise gibt es doch auch Wohnbebauung

  4. @ Rave: In Trier: Klar.
    Die Frage die sich stellt: warum kaufen die SWT ein Gelände mit hallen, obwohl sie doch noch eins hat: In der Werner-Siemens-Str. in Euren.
    Hier könnten die SWT doch ihren Betriebshof einrichten. Direkt neben dem RWE. Und auf der anderen Straßenseite , in die alte Kaserne ziehen die „Schaufelämter“ ein. Es wäre ( in den Bauten vom Kreiswehrersatzamt) sogar noch genügend Platz, um hier ein sog. technisches Rathaus unterzubringen, in dem alle tech.Ämter der Stadt untergebracht würden. Vorteil : Kurze Wege und am Augustinerhof wäre mehr Platz für die anderen Ämter, die jetzt in Mietbüros sitzen.
    Desweitern liegt der Standort Tr-West viel zentraler, was auf Jahre Tausende Stunden Arbeitszeit und Kilometer sparen würde.
    Aber bestimmt ist der Kuchen längst verteilt.
    @ Clemens hat vollkommen recht. Der Ratsbeschluss steht.

  5. @fischer: vielleicht hat das alles aber auch mit den 3600 Quadratmeter Büroraum zu tun ,den die TRIWO derzeit dort baut. wäre doch auch mal ein recherchethema für lokalo.

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