Inklusion braucht optimale Rahmenbedingungen

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Malte Blümke, der Vorsitzende des Philologenverbandes in Rheinland-Pfalz.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Zur gegenwärtigen Diskussion um die Umsetzung der Inklusion an den Schulen in Rheinland-Pfalz hält der Philologenverband fest: „Behinderte und beeinträchtigte Kinder und Jugendliche sind besonders verletzlich und bedürfen ungeachtet des Förderortes optimaler Rahmenbedingungen. Dies betrifft sowohl die personelle als auch die sächliche Ausstattung. Im aktuellen Landeshaushalt sind zum Beginn des Schuljahres 2014/15 nur rund 50 zusätzliche Förderschullehrer vorgesehen. Mit diesen wenigen Lehrkräften aber soll landesweit die vollständige Öffnung des Elternwillens hinsichtlich des Lernortes Förderschule, Schwerpunktschule oder Einzelintegration gestaltet werden, wie es im neuen Schulgesetz vorgesehen ist. Dies wird weder den betroffenen Kindern und Jugendlichen noch den Schulen gerecht, die die Inklusion durchzuführen haben“, erklärt der Landesvorsitzende Malte Blümke.
Blümke weiter: „Weder im aktuellen Haushalt noch im Gesetzesentwurf der Landesregierung werden die baulichen Notwendigkeiten angesprochen. Die meisten Schulen verfügen jedoch weder über Differenzierungsräume oder Ruheräume noch über Therapieräume. Wenn diese Voraussetzungen nicht oder nur unzureichend geklärt sind, kann auch bei größtem Engagement der Lehrerinnen und Lehrer eine Inklusion zum Wohle des Kindes nicht umgesetzt werden.“

Der Philologenverband fordert die Landesregierung auf, erst die Rahmenbedingungen zu gewährleisten und die Umsetzung der Inklusion inhaltlich auszugestalten sowie die Ressourcenfrage zu klären, bevor eine endgültige Festlegung im Schulgesetz vorgenommen wird. Um Fehlinterpretationen und falsche Erwartungen zu vermeiden, sollte mit der Öffnung des Elternwillens ein entsprechender Ressourcenvorbehalt in dem Schulgesetz festgelegt werden.

„Wir kritisieren, dass das Land wieder einmal Gesetze auf dem Rücken der Schulen und Schulträger macht, ohne die personellen, sächlichen und räumlichen Voraussetzungen zu gewährleisten. Schon jetzt sind die Rahmenbedingungen an den Schwerpunktschulen keineswegs zufriedenstellend“, so Blümke abschließend.

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