Westtrasse: „Keine Temporeduzierung für Güterverkehr“

2
Für die Güterzüge auf der Trierer Westtrasse gibt es laut Bahn keine Geschwindigkeitsreduzierung.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Nach der Stadt hat nun auch die Deutsche Bahn AG auf die Situation an der Trierer Westtrasse und die Berichterstattung von lokalo reagiert. Demnach ist, wie jüngst von der SPD Trier/West-Pallien gefordert, eine Temporeduzierung für Güterzüge auf der Strecke nicht möglich, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Ausschlaggebend seien wirtschaftliche Gründe – die Beschränkung der Geschwindigkeit führe hier zu deutlichen Nachteilen.

„Geschwindigkeitsbeschränkungen hätten erhebliche negative Auswirkungen, da sie zu Kapazitätsverlusten auf den betroffenen Strecken führen und Zugtrassen nicht oder nicht mehr nachfragegerecht angeboten werden könnten. Letztendlich würde dies den Schienengüterverkehr erheblich schwächen und das politische Ziel ‚Mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene‘ würde konterkariert. Die Verlagerung der Transporte auf andere Verkehrsträger – sprich den LKW und die Straße – wäre die Folge. Somit ergäbe sich lediglich eine Verschiebung der Lärmbelastung und keine Reduzierung“, schreibt die Deutschen Bahn AG in einer Stellungnahme.

Richtig sei, so ein Bahnsprecher weiter, dass aktuell „planmäßig zwischen 18 Uhr und 6.30 Uhr“ kein Güterverkehr über die Strecke rolle. Das hatte die Bahn der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Katarina Barley am 24. März auf Anfrage der Politikerin mitgeteilt. Unabhängig davon könne es aber, wie bisher auch schon, bei Bauarbeiten auf der Strecke über den Hauptbahnhof Trier zu Umleitungen von Güterzügen über die Weststrecke kommen. In diesen Fällen kann die Weststrecke außerplanmäßig auch nachts besetzt werden. Aktuell sei das vom 28. April bis zum 8. August der Fall, da im Bahnknoten Trier die Brückenbauwerke Pfalzel und Hafenstraße erneuert werden müssten, so die Bahn.

Wie es sich nach der geplanten Reaktivierung der Westtrasse für den Personennahverkehr mit den Güterzügen auf der Strecke verhält, darüber gibt die Bahn derzeit keine Auskunft. Die Anwohner an der Westtrasse befürchten, dass der Güterverkehr dann komplett in die Nachtstunden verschoben wird, weil tagsüber die Strecke durch die Personenzüge genutzt wird.

Dass diese Befürchtungen durchaus begründet sein könnten, geht aus der Stellungnahme der Bahn indirekt hervor. Derzeit ist das Stellwerk Trier-West zwischen 18 und 6.30 Uhr nicht besetzt — außer bei Umleitungen wegen Bauarbeiten, wie jetzt der Fall. Nach Reaktivierung der Weststrecke für den Personenverkehr werde das Stellwerk jedoch länger besetzt sein. „Der künftige Umfang der Besetzung steht noch nicht fest. Er wird sich nach den Betriebszeiten des Nahverkehrs richten, die sich aus den Vorgaben des Zweckverbandes SPNV in Koblenz ableiten“, so der Bahnsprecher. (et)

Zum Thema:

Stellungnahme Stadt Trier

SPD fordert Tempo 30

Drohungen gegen Trierer Professor

Klage gegen Bahn und Stadt geplant

2 KOMMENTARE

  1. Ergo, investiert die Stadt, das Land und die Bahn Millionenbeträge mit der Reaktivierung der Westtrasse in die Lärmbelästigung der Trier Bürger. Nicht schlimm, ist politisch gewollt.

  2. Das Argument der wirtschaftlichen Benachteiligung der DB durch Geschwindigkeitsreduziewrung (oder sogar Nachtfahrverbot) für Güterzüge bekommen Bahnlärmbetroffene seitens der DB AG (und seitens vieler Politiker) immer wieder um die Ohren gehauen – darin zeigt sich aber, wie wenig Gewicht dem Gesundheitsschutz und dem Konsens der Bahnanwohner beigemessen wird: Profit zählt mehr als Gesundheit.

    Wer sich hierbei nur auf die Politiker oder gar die DB AG setzt wird immer wieder eines Besseren belehrt:
    Nur die Geschlossenheit, Audauer und der Elan und die Phantasie sowie die Vernetzung der Betroffenen wird zum Erfolg führen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.