Cattenom: Zehn Arbeiter „leicht verstrahlt“

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Erneut wurden im Reaktor 2 in Cattenom Arbeiter verstrahlt.

Bildquelle: Stefan Kühn/wikipedia.de

CATTENOM. Erneut kam es im französischen Kernkraftwerk Cattenom zu einem beunruhigenden Zwischenfall. Wie die Pressestelle des Betreibers auf Anfrage bestätigte, wurden zehn Mitarbeiter “leicht verstrahlt”.

Zu dem Zwischenfall soll es am vergangenen Mittwochabend gekommen sein. Als die Mitarbeiter wie gewöhnlich ihre Abteilung verlassen wollten, signalisierte die entsprechende Warnanlage am Ausgang detektierte Strahlung. „Bei einer medizinischen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Verstrahlungswerte nur leicht über der vom menschlichen Körper ausgehenden Radioaktivität liegen“, betonte Pressesprecherin Coralie Dupont.

Von einer konkreten Gesundheitsschädigung will der Konzern allerdings nicht sprechen. Nach einer ärztlichen Untersuchung hätten die Mitarbeiter wie gewohnt nach Hause gehen können. Eine Untersuchung soll nun klären, wie es zu der hohen Strahlenbelastung für die Mitarbeiter kommen konnte.

Der Zwischenfall reiht sich dabei nahtlos in diverse Negativschlagzeilen über den Atomreaktor im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Luxemburg ein. In den vergangenen Monaten war es bereits mehrmals zu Zwischenfällen gekommen. Das zwölf Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Atomkraftwerk ist seit 1986 am Netz. Der betroffene dritte Reaktor ist seit 1991 in Betrieb und soll dies laut französischen Behördenangaben auch bis 2050 noch bleiben.

Diverse Umweltorganisationen und auch die rheinland-pfälzische Landesregierung kritisieren seit Jahren den Umgang mit dem Atomkraftwerk im lothringischen Cattenom. Nach Einschätzung der Behörden in Luxemburg, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland ist die Anlage nicht ausreichend geschützt und es bestehen erhebliche Sicherheitsmängel. (red)

 

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