Gelingt der Befreiungsschlag?

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TRIER. Die Tränen sind getrocknet, die Partie gegen Bietigheim aufgearbeitet, die Trierer Bundesliga-Handballerinnen haben den Blick nach vorne gerichtet. Müssen sie auch, denn schon am Samstag geht es in der Abstiegsrunde der Frauenhandball-Bundesliga im Rheinland-Pfalz-Derby gegen Koblenz/Weibern um wichtige Zähler im Kampf um den Klassenverbleib.

Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern – DJK/MJC Trier (Samstag, 19.30 Uhr, Conlog Arena Koblenz)

„Wir werden uns zerreißen, um diese Punkte zu holen“, sagt Franziska Garcia und ergänzt: „Das Resultat gegen Bietigheim war wie ein Schlag mit dem Hammer, aber nach Rückschlägen musst du wieder aufstehen und umso mehr für deine Ziele kämpfen.“

Die 30 Jahre alte Spielmacherin macht deutlich wie sehr die knappe, vor allem aber unnötige 23:24-Niederlage vom vergangenen Sonntag geschmerzt hat. Allein, es nützt nichts. Der Vorsprung auf den einzigen Abstiegsplatz beträgt immer noch vier Punkte, genauso viele liegen auch nur zwischen Trier und dem kommenden Gegner aus Koblenz. Und deshalb sagt auch Garcia: „Wir gehen die Dinge mit der nötigen Ernsthaftigkeit an, aber wir gehen sie auch positiv an. Wir wollen und werden in der ersten Liga bleiben, dafür werden wir alles tun. Wenn ich anders denken würde, müsste ich aufhören.“

Mut sollen dabei die letzten beiden Auftritte gegen Koblenz machen. Beide Partien konnten die Moselstädterinnen zu ihren Gunsten entscheiden, vor allem der 30:21-Heimsieg im März machte deutlich, zu welchen Leistungen die Mannschaft von Cristina Cabeza Gutiérrez und Jana Arnošová fähig ist. Im prestigeträchtigen Derby am Samstag müssen die Miezen „um ihr Leben laufen“ und Weibern einen bedingungslosen Kampf bieten. Denn auch der Gastgeber verspricht dem deutschen Meister von 2003 eine heiße Partie: „Wir müssen Vollgas geben. Wir stehen nach der Niederlage in Trier in der Pflicht“, sagte Trainer Christoph Barthel vor der Begegnung.

Die Miezen reisen allerdings mit einigen Sorgen in die Koblenzer Conlog Arena. Top-Torschützin Katrin Schneider (bisher 204 Saisontreffer), war aufgrund ihrer maladen Schulter die ganze Woche zum Zuschauen verdammt. Massagebank und Physiotherapie statt Halle und Ball. „Es ist zwar nichts kaputt, durch den Sturz auf die Schulter hat die Muskulatur aber komplett zugemacht“, so Schneider. Inwieweit die 23 Jahre alte Rückraumspielerin ihrem Team am Samstag helfen kann, wird sich zeigen, Schneider verspricht aber „alles Mögliche zu tun, um auflaufen zu können.“

Aber egal, ob mit oder ohne Schneider, die Miezen müssen die Krallen ausfahren. Kampf und Leidenschaft sind gefordert, in der wohl bisher schwierigsten Phase der Abstiegsrunde. Aber wie sagte schon einst Konrad Adenauer: „Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Liegenbleiben aber ist beides.“ Getreu diesem Motto und „mit einem Lächeln auf den Lippen“ wollen die Moselanerinnen zeigen, dass sie in die Bundesliga gehören. (red)

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