Aktionstag gegen die Todesstrafe

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TRIER. Unter dem Motto „Gegen ein Klima der Angst – Weltweit!“ demonstriert am Samstag, 10. Mai, auf dem Viehmarkt in Trier ab 14 Uhr ein breites Bündnis anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen die Todesstrafe. Im Rahmen der Kundgebung wird es einen Redebeitrag der weltweit bekannten Menschenrechtlerin und Vertreterin des Internationalen Komitees gegen die Todesstrafe, Mina Ahadi, geben.

Die Iranerin Rayhaneh Jabbari wurde 2007 Opfer eines Vergewaltigungsversuchs. Mit einem Taschenmesser stach sie dem Täter in die rechte Schulter, welcher daraufhin an den Verletzungen der Notwehr starb. Nach siebenjähriger Haft sollte sie vor kurzem – allen Umständen zum Trotz – wegen eines geplanten Mordes gehängt werden. Die Hinrichtung wurde jedoch nach wachsenden öffentlichen Protesten aufgeschoben. Die 26-jährige Rayhaneh muss allerdings weiterhin um ihr Leben fürchten, da das Todesurteil nicht aufgehoben wurde. Sie ist daher nach wie vor auf fremde Hilfe angewiesen.

Das Schicksal von Rayhaneh Jabbari ist kein Einzelfall. Mehr als 778 Menschen wurden 2013 hingerichtet und mindestens 23.392 Menschen sitzen weltweit in Todeszellen. Die tatsächliche Zahl, die wegen fehlender Informationsquellen nur schwer einschätzbar ist, liegt laut einem Bericht von Amnesty International viel höher. Besorgniserregend sind außerdem die vor kurzem gefällten Todesurteile gegen 683 Menschen in Ägypten.

Die Todesstrafe ist staatlich legitimierter Mord, der mit den Menschenrechten unvereinbar ist. Vergeltung und Rache können kein humanes und zeitgemäßes Ziel der Rechtsprechung und Strafe sein, bei denen Justizirrtum und Missbrauch nie vollständig auszuschließen sind. Auch die vermeintlich pragmatische Funktion der Todesstrafe als Abschreckungsinstrument wurde bisher in keinem Land der Welt nachgewiesen. Die Statistiken weisen vielmehr darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen der Todesstrafe und dem Vorkommen schwerer Verbrechen existiert. In Staaten ohne Todesstrafe sind die Mordraten sogar vergleichsweise niedriger.

Von der Todesstrafe sind zudem Menschen bedroht, die wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Meinungsäußerung, ihrer weltanschaulichen Positionierung oder der Abkehr vom Glauben (Apostasie) diskriminiert und verfolgt werden.

Die Todesstrafe schafft ein Klima der Angst und der Barbarei. Wir rufen daher am 10. Mai 2014 zu einem bundesweiten Aktionstag auf und hoffen auf die Unterstützung vieler Organisationen und Privatpersonen sowie einen entschiedenen und kreativen Protest für die konsequente Durchsetzung der Menschenrechte.

Die Initiatoren des Aktionstages sind das Internationale Komitee gegen Todesstrafe sowie die Evolutionären Humanisten Trier e.V. Zu den Unterstützern des Aufrufs zählen neben zahlreichen Privatpersonen der AStA der Universität Trier, gbs Saar, das Integrationskomitee für Iranische Flüchtlinge, die Internationale Föderation Iranischer Flüchtlinge, die JuLis Trier, The Free Association of Syrian expats (FAOSE e.V.), der Zentralrat der Ex-Muslime sowie die Piratenpartei Trier/Trier-Saarburg.

Weitere Informationen unter www.gegen-todesstrafe.blogspot.de

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