Die Linke zur Innenstadtentwicklung: „Stärker an kulturelle Angebote anpassen!“

0

TRIER. „Wirtschaftlich gesehen brauchen wir kein ECE. Unsere größte Ressource ist die Kultur, nicht die weitere Monopolisierung von Filialisten”, argumentiert Marc-Bernhard Gleißner, Spitzenkandidat der Linkspartei Trier. Außerdem fordere man langfristigere Planungen zum Stadtmarketing.

Von Yvonne Romes

Große Einkaufszentren zerstören kleinere Geschäfte im Einzelhandel, die ein spezifisches Angebot neben den klassischen Ketten bieten, so die These der Linken, in der die Ablehnung eines neues Centers begründet ist. „Wir brauchen Vielfalt im kulturellen Trier, die die Innenstadt attraktiver macht und den Tourismus fördert“, findet Gleißner.

Stattdessen fordert er ein langfristigeres Stadtmarketing, das mindestens auf fünf Jahre angelegt ist und alle Faktoren der Innenstadtentwicklung erhält. So soll zum Beispiel auch die Paulin- bzw. Saarstraße nach dem Vorbild der Attraktivitätssteigerung in der Neustraße einbezogen werden, ähnlich einer Szene-Viertel-Entwicklung. Außerdem werde man sich für ein einheitliches Veranstaltungs- und Kulturkonzept einsetzen.

Als „Herzensthema“ sehen die Linken den themenübergreifenden Aspekt der Inklusion an, die auch die Hauptüberschrift für das Kommunalwahlprogramm bildet. Gleißner betont, die Linksfraktion habe sich auch im letzten Stadtrat bereits für die schnelle Umsetzung des Beirates für Menschen mit Behinderung und den Aktionsplan Inklusion eingesetzt. „Wir befürchten aber, dass das Konzept Inklusion nicht richtig verstanden wird. Zur Inklusion gehören nicht nur Menschen mit Behinderung und Barrierefreiheit, sondern ökonomisch Benachteiligte, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen, die aufgrund von Geschlecht und sexueller Identität ausgeschlossen sind und Menschen, die besondere Bedürfnisse haben“, betont Gleißner. So fordern die Linken in ihrem Kommunalwahlprogramm die Erarbeitung kommunaler Inklusionsstrategien, beginnend im Bildungsbereich.

Welches „Herzensthema“ die anderen Parteien ausgewählt haben und wie sie zu einem möglichen neuen Trierer Shoppingcenter stehen, erfahren Sie morgen in einem weiteren Teil unserer Reihe zur Kommunalwahl. (rom)

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

1 KOMMENTAR

  1. Nach jahrzehntelangem einseitigen Präferieren des Innenstadtbereiches wurde für das Management der Werbegemeinschaft Paulinstr. eine städtisch angestellte Halbtagskraft eingesetzt – vorläufig für 2 Jahre. Haben sich für die Paulinstr. wichtige Investoren gemeldet, sodass die Finanzierung dieser Kraft ausschließlich für diese eine Geschäftsstr. interessant wurde? Nicht nur Randbezirke wie die Paulin- und Saarstr. leiden unter zunehmenden Leerständen!! Auch die Zone des KARL MARX VIERTELs will endlich der Fußgängerzone angegliedert werden, Gehör und Unterstützung finden!!
    Die Stadtentwicklung der letzten Jahre inklusive des Mobilitätskonzeptes weist erhebliche Mängel auf. Konzepte aber zu entwickeln, in denen die direkt Betroffenen jahrelang übergangen wurden, jetzt hingegen zu argumentieren, dass dieses „fest geschnürte Paket“ nicht stellenweise „aufgebröselt werden kann“ lässt hinterfragen, warum die beteiligten Verbände einem derartig starr gezurrten Konzept, das keine schnellen Fehlerkorrekturen zulässt, überhaupt zustimmen konnten! Unwissenheit, Überforderung, einseitige Darstellungen??
    Wir wollen aktuell gerne wissen, welche Partei/en unser Viertel mit welchen Mitteln unterstützen wird!!
    Wir brauchen die Verkehrsberuhigung der 30km/h Zone sofort, die Verlängerung der Parkhöchstdauer auf mindestens 1h, den Wegfall der Sondernutzungsgebühr, vereinfachte Genehmigungsverfahren für Aktionen und eine schnell operierende Verwaltung. Jeder von uns setzt sich für unser Viertel ein! Der neu gewählte Stadtrat sollte sich für unser Viertel ebenso konsequent einsetzen. Dafür wählen wir Euch.

  2. Liebe Führer einer Handvoll Kleinunternehmer im Umfeld des Geburtshauses von Karl Marx. Ich beobachte ihre Aktivitäten seit einigen Wochen und empfinde es als lächerlich, dass sie sich anmaßen einen neuen Trierer Stadtteil auszurufen und diesem auch noch einen Namen (Karl Marx Viertel) zu verpassen.
    Befremdend wirkt zudem dass sie sich als selbsternanntes Sprachrohr dieses fiktiven Stadtteils aufspielen. Es teilen längst nicht alle Anlieger dieses Stadtbereichs ihre Meinung. Hören sie also auf in deren Namen zu sprechen.
    Gerade skurril war gar ihre Aktion als Unternehmerkreis den Geburtstag von Karl Marx groß und öffentlich zu feiern – damit toppen sie beinahe den berühmten Narrenkäfig.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.