Spritztour unter Drogen und Alkohol

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TRIER. Vor dem Amtsgericht Trier wurde am heutigen Dienstag, 6. Mai, das Urteil gegen einen 23-jährigen Briten gefällt. Dem jungen Mann wurde vorgeworfen, am 4. September 2013 mit einem Freund, der gesondert verfolgt wird, nach einer Party einen Lieferwagen entwendet zu haben, um damit nach Trier zu fahren.

In Trier verursachten die stark alkoholisierten Männer einen Unfall und wurden von der Polizei aufgegriffen. Anschließend widersetzten sich die Beiden der Verhaftung, wobei sich ein Polizist eine leichte Verletzung am Bein zuzog.

Der Angeklagte Joseph H. legte ein volles Geständnis ab. Allerdings habe er nie den Vorsatz gehabt, den 110000 Euro teuren Lieferwagen zu stehlen. Glaubwürdig schilderte er, dass es in England eine Unterscheidung zwischen „Joy-ride“ und einem Diebstahl gäbe. Ähnliches existiert auch in der deutschen Rechtssprechung. Ist ein Rückführungswille erkennbar, wird der Verdacht des Diebstahls nicht wirksam.

Der Angeklagte gab zu, dass er sich nicht vollständig an den Tag erinnern konnte. Eine Blutentnahme um 17 Uhr zeigte einen Blutalkoholwert von 1,71 Promille und erbrachte den Nachweis, dass der Angeklagte Cannabis, Kokain und Amphetamine konsumiert hat. Es sei eine harte Nacht gewesen und man habe noch am nächsten Tag weiter gefeiert. Den Lieferwagen unbefugt zu nutzen sei „ein riesen Fehler“ gewesen, so der Brite.

Richterin Petra Nicklas folgte in ihrem Urteil den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Der junge Mann sei voll geständig, bisher noch nicht in Erscheinung getreten und man glaube ihm, dass er unter Einfluss des Drogen- und Alkoholcocktails nicht Herr seiner Sinne gewesen sei.

90 Tagessätze zu je 10 Euro und ein Jahr Fahrverbot in Deutschland lautet das Urteil der Kammer. (bas)

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1 KOMMENTAR

  1. 900,00 ¤ Strafe und ein Fahrverbot für nur 1 Jahr und das bei der Fülle an Straftaten!? Diebstahl, Trunkenheit im Verkehr, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerstand, Körperverletzung u.s.w. und nur weil er geständig war!? Ein echter Witz und keine Strafe und Abschreckung! Mal abgesehen davon, das so jemand wohl charakterlich ungeeignet ist, ein Fahrzeug zu führen!

  2. Sorry mir is so etwas ähnliches passiert, will das geschehen nicht runterspielen, 1,77 Promille !!!!! KEINE Vorstrafen , keine Drogen, keine Körperverletzung , kein widerstand , kein Diebstahl
    27 jahre unfallfreies fahren , absolut einsichtig
    kurz; ein jahr Fahrverbot!!!!! 1600 euro Geldstrafe , plus Anwalt, Blutproben , verkehrsphsychologische Schulungen und mpu !!!!!
    alles in allem mehrere tausend euro
    wie steht das im Verhältnis ???????
    wie gesagt, ich will hier nicht mein verhalten schönreden
    nur mal infohalber

  3. Dieser brave Herr lacht sich über dieses milde Urteil doch kaputt.

    Joy Ride – ist es schon so weit?

    Kommt auch noch Joy Schlägerei, Joy Vergewaltigung, Joy Mord?

    Joy-Entführung ist im Prinzip das gleiche, nur das ein Fahrzeug nicht fühlen kann. Der Besitzer allerdings schon.

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