Die SPD zur Innenstadtentwicklung: Ablehnung der bisherigen ECE-Projekte

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TRIER. „Die Trierer Innenstadt kann nicht so bleiben wie sie ist, und damit ist nicht nur das Pflaster gemeint“”, erklärt SPD-Spitzenkandidat Sven Teuber, „aber die bisherigen Überlegungen eines ECE-Projektes lehnen wir ab.“ Die Sozialdemokraten fordern stattdessen eine Weiterentwicklung nach Vorbild der Neustraße.

SPD-Vize Markus Nöhl kritisiert vor allem den Anfangsprozess im Umgang mit dem Investor ECE: “Das ist falsch herum gelaufen. Wir hätten zunächst als Stadt eruieren müssen, was wir wollen und dann erst in die Verhandlungen mit dem Investor gehen sollen.“ Die Erarbeitung des „Strategischen Entwicklungs- und Nutzungskonzepts“ (SENI) sei deshalb der richtige Weg. Grundsätzlich dürfe die Stadt aber nicht „käuflich“ werden.

Die Installation des „Business Improvement Districts“ (BID) als Quartiersentwicklungsprojekt in Paulin- und Saarstraße wird von den Sozialdemokraten begrüßt. Das Projekt dient als Anstoß, um die ansässigen Geschäftsleute zusammen an einen Tisch zu bringen und mögliche Initiativen für eine Attraktivitätssteigerung der jeweiligen Straßenzüge zu erarbeiten. Mittelfristig sollte sich das Projekt aber ohne städtische Mittel tragen. „Mit Hilfe von attraktiven Ankermietern an den Übergängen von Innenstadtkern und den beiden Straßen könnte die Fußgängerzone so erweitert und für Käufer interessanter werden. Außerdem soll die Aufenthaltsqualität laut Sozialdemokraten durch die Implementierung einer Tempo-30-Zone gesteigert werden.

Als „Herzensthema“ der Partei würden Nöhl und Teuber das Thema „Städtischer Wohnraum“ sehen. Als SPD fordere man vor allem verträgliche Mieten für sozial Schwache und ein breiteres Angebot an Wohnflächen. Dazu müssten sowohl der Ausbau der Konversionsflächen vorangetrieben, als auch Wohnraumverdichtung betrieben werden, beispielsweise in Trier-Süd. Zudem machen sich die Sozialdemokraten für den Sozialen Wohnungsbau stark, aber auch private Akteure sollen mit der Stadt an einen Tisch gebracht werden. Ein „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ solle sich aktiv und dezernatsübergreifend für die Neuschaffung von Mietwohnungen stark machen. Dabei soll auch auf die flexible Ausgestaltung geachtet werden, beispielsweise vorbildhaft zum „Mehrgenerationenwohnen“.

Für welche „Herzensthemen“ sich die anderen Parteien entschieden haben und wie ihre Standpunkte zur Innenstadtentwicklung sind, erfahren Sie morgen in einem weiteren Teil unserer Reihe zur Kommunalwahl. (rom)

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1 KOMMENTAR

  1. Liebe SPD, falls Ihr es immer noch nicht mitbekommen habt: Sozial-Wohnungen sind in Trier nicht mehr erwünscht. In Trier zählt nur noch exclusives Wohnen. Das ist auch einer der Gründe, warum man in Kürenz über 200 Wohnungen systematisch vergammeln läßt: dann können sie günstig vom Bund erworben , abgerissen und teuer über die städt. Gesellschaft EGP verkauft werden. Genauso wie die Billig-Sanierungen in Euren(Bobinet) und Feyenoder Prunkbau Weberbach an denen sich die Stadt, pardon deren Tochter/Unterfirmen eine goldene Nase verdient. Aber haupsache, wir bekommen ein neues Center mit Apple-Store..
    Da können die ganzen Stadträte dann ihr Sitzungsgeld hintragen.

  2. @ Gibbs: Unterschätzen Sie mal die Aufwandentschädigungen der Ratsmitglieder nicht. Da sind einige darunter, die können sich von den Zahlungen jeden Monat ein neues Ei-Phone kaufen. Ratsmitglieder, die mehreren Ausschüssen und Beisitzer in div. Aufsichtsräten sin, kommen schon mal auf 4 Stellige Summen.
    Für jede angefangene Stunde Sitzung gibt es 10 Euro. Also: beginn 20.00 Uhr, Ende 21.05 Uhr = 20 Euro.

  3. @Clemens: Die 10,- sind brutto…

    Für jedes Stadtratsmitglied sind 177,- im Monat steuerfrei, der Rest wird mit dem persönlichen Steuersatz belegt. Und meines Wissens nach muessen die Stadträte von ihren Aufwandsentschädigungen auch noch einen nicht geringen Teil an die jeweilige Partei abführen. Am Ende bleiben dann vielleicht noch 5-6,- Netto pro Stunde übrig …

  4. Nach jahrzehntelangem einseitigen Präferieren des Innenstadtbereiches wurde für das Management der Werbegemeinschaft Paulinstr. eine städtisch angestellte Halbtagskraft eingesetzt – vorläufig für 2 Jahre. Haben sich für die Paulinstr. wichtige Investoren gemeldet, sodass die Finanzierung dieser Kraft ausschließlich für diese eine Geschäftsstr. interessant wurde? Nicht nur Randbezirke wie die Paulin- und Saarstr. leiden unter zunehmenden Leerständen!! Auch andere Bereiche, wie das KARL MARX VIERTEL, wollen endlich aus dem Nischendasein kommen, Gehör und Unterstützung finden!!
    Die Stadtentwicklung der letzten Jahre inklusive des Mobilitätskonzeptes weist erhebliche Mängel auf. Konzepte aber zu entwickeln, in denen die direkt Betroffenen jahrelang nicht gehört und übergangen wurden, jetzt hingegen zu argumentieren, dass dieses „fest geschnürte Paket“ nicht stellenweise „aufgebröselt werden kann“ lässt hinterfragen, warum die beteiligten Verbände einem derartig starr gezurrten Konzept, das keine schnellen Fehlerkorrekturen zulässt, überhaupt zustimmen konnten! Unwissenheit, Überforderung, einseitige Darstellungen??
    Wir wollen aktuell gerne wissen, welche Partei/en unser Viertel mit welchen Mitteln unterstützen wird!!
    Wir brauchen die Verkehrsberuhigung der 30km/h Zone sofort, die Verlängerung der Parkhöchstdauer auf mindestens 1h, den Wegfall der Sondernutzungsgebühr, vereinfachte Genehmigungsverfahren für Aktionen und eine schnell operierende Verwaltung. Wir setzen uns für unser Viertel ein! Die Stadt sollte sich genauso auch für uns einsetzen.

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