Röslers Strafwurf trifft die Miezen mitten ins Herz

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Kapitänin Judith Derbach verspricht für das Derby ein Team, das brennt. Foto: TriSign

Bildquelle: TriSign / Archivfoto

TRIER. Beim 22:16 (48.) durch Judith Derbach lehnten sich die rund 800 Zuschauer in Ruhe zurück, applaudierten ihren Trierer Bundesliga-Handballerinnen, machten sich bereit zum Feiern. Die Miezen hatten Bietigheim quasi im Sack, der vierte Sieg in der Abstiegsrunde schien nur noch Formsache zu sein. Nichts wurde es aber: Ania Rösler verwandelter Siebenmeter in der Schlusssekunde bedeutete das kaum noch für möglich gehaltene 23:24 (14:13) für die Gäste und trifft die Moselstädterinnen mitten ins Herz.

Denn Triers ärgster und einziger Widersacher Bensheim-Auerbach bekommt, befreit vom Druck des Gewinnenmüssens, offensichtlich seine zweite Luft und gewann am Samstag mit dem 33:31 gegen Koblenz/Weibern die zweite Partie in Folge. Der vor vier Wochen noch komfortable Vorsprung von acht Punkten ist vier Partien vor dem Ende der Spielzeit nunmehr auf vier Zähler geschmolzen. Das Momentum liegt klar auf Seiten des Aufsteigers.

Und dennoch hat es der deutsche Meister von 2003 nach wie vor selbst in der Hand den Ligaverbleib zu schaffen. Fast 50 Minuten spielte die Mannschaft Cristina Cabeza Gutiérrez nicht schön, aber erfolgreich, effektiv und mit viel Leidenschaft. Nach schwachem Start kämpften sich die Miezen, angeführt von einer treffsicheren Katrin Schneider, in die Partie und boten den Gästen ordentlich Paroli. Lohn, für eine vor allem starke Defensive, war die 8:7-Führung nach 20 Minuten. Auch das 14:13 zur Pause ging völlig in Ordnung.

Nach Wiederanpfiff starteten die Miezen dann furios. Kompromisslos in der Abwehr mit schnellem und zielstrebigem Spiel nach vorne. Das 17:14 (35.) durch Franziska Garcia bedeutete die erste Drei-Tore-Führung, Natalie Adeberg baute den Abstand wenig später auf 20:15 aus. Der vierte Sieg in der Abstiegsrunde war bis zu jenem 22:16 (48.) durch Derbach zum Greifen nah. Anschließend muss jemand den Stecker gezogen haben, anders ist der „kollektive Einbruch“ nicht zu erklären. Sicher, die Beine wurden schwer und die Verletzungen von Andrea Czanik (konnte nach kurzer Pause weitermachen) und vor allem Katrin Schneider, die wegen einer Schulterverletzung in den letzten Minuten zuschauen musste, machten die Sache nicht einfacher. Das allerdings als Grund zu nennen, wäre schlichtweg zu einfach.

„Es ist schwer, dafür eine Erklärung zu finden“, war auch Cabeza sprach- und ratlos. Zehn tor- und vor allem kopflose Minuten brachen den Moselstädterinnen letztlich das Genick. Die Hoffnungen wenigstens noch einen Punkt in Trier zu behalten wurden durch den Siebenmeter-Pfiff und die Verwandlung des Strafwurfs zerstört. Das Ende ist bekannt und stürzte alle Beteiligten ins Tal der Tränen.

DJK/MJC Trier: Jessica Kockler, Verena Flöck (bei 2 Siebenmetern) – Katja Pötters (n.e.), Katrin Irsch (n.e.), Hannah Sattler (n.e.), Franziska Garcia (3), Esther Mohr, Katrin Schneider (12/6), Andrea Czanik, Natalie Adeberg (2), Marta Pilmayer (1), Judit Derbach (3), Cristina Cabeza (2)

Beste Werferinnen für Bietigheim: Ania Rösler (7/4), Zana Covic (5/2)

Schiedsrichter: Julian Köpp/Denis Regner – Zuschauer: 800

Alle Resultate und die Tabelle der Abstiegsrunde sind im Internet (http://www.hbf-info.de/home-1-2-1-0.html) abrufbar.

 

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