Die CDU zu Wirtschaft und Verkehr: „Durch die Westtrasse wird kein Auto weniger in der Stadt sein“

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TRIER. Es war eine Forderung mit der CDU-Spitzenkandidat Dr. Ulrich Dempfle ziemlich nach vorne preschte. Vor versammelter Parteitagskulisse sprach er plötzlich von 1-Euro-Tickets für den Trierer Busverkehr. Ungewöhnlich deshalb, weil die Christdemokraten sonst eher weniger dafür bekannt sind, die Vorkämpfer des ÖPNV zu sein.

Von Yvonne Romes

Doch die CDU macht ernst. Nach wie vor fordert Dempfle: „Die Preise müssen deutlich sinken. Die Stadt muss den Busverkehr stärker subventionieren, um ihn attraktiv zu machen.“ Problematisch könnte dabei jedoch sein, dass diese Extra-Zuschüsse an die Stadtwerke genehmigt werden müssten, da es sich dabei um eine freiwillige Leistung der Stadt handelt. Durch die hohe Verschuldung der Stadt bleibt da kaum Spielraum.

Dass auch der Ausbau der Westtrasse die Attraktivität des Trierer ÖPNV steigert, daran zweifelt Dempfle. „Da wird kein Auto weniger in der Stadt sein! Wir hätten das Geld lieber im Moselaufstieg gesehen“, betont der Christdemokrat. Befürchtungen hegt Dempfle vor allem gegenüber möglichen Kostensteigerungen. Am Beispiel des Haltestellenneubaus in Ehrang hätte man gesehen, wie schnell aus 1,5 Millionen Euro 3,5 Millionen Euro würden. Dass nach der Verwirklichung der Westtrasse ein Ausbau der Osttrasse möglich wird, hält Dempfle „in den nächsten zehn Jahren für aussichtslos“.

Ginge es nach der CDU würde zusätzlich mehr Geld in den Straßenbau, also in das Ressort der CDU-eigenen Dezernentin Simone Kaes-Torchiani fließen. „Wir haben im letzten Haushalt dafür gekämpft, dass die Stadt zwei Millionen mehr in die Straßensanierung steckt“, erklärt Dempfle. Die Auswirkungen hätte man zuletzt in der Sanierung der Ostallee bemerken können. Der CDU-Politiker betont zudem, dass bei anstehenden Straßensanierungen direkt über mögliche Fahrradwege nachgedacht werden soll. „Hier muss einfach besser koordiniert werden“, fordert der 54-Jährige. Dabei müsse auf eine Gleichberechtigung zwischen Auto und Rad geachtet werden, niemand dürfe bevorzugt werden.

Im Themenbereich Wirtschaft sieht die CDU vor allem Nachhol- und Diskussionsbedarf beim Flächennutzungskonzept, das in der nächsten Legislaturperiode verabschiedet werden soll. „Wir brauchen sowohl neue Wohn- als auch Gewerbeflächen“, betont Birgit Falk, die bislang Dempfles Stellvertreterin in der CDU-Fraktion war. „Es darf nicht dazu kommen, dass junge Familien wegziehen, weil sie sich keine Grundstücke hier leisten können“, betont sie.

Bei den Gewerbeflächen wird es für die CDU konkret: man fordert ein „grenzüberschreitendes Gewerbegebiet vom Kockelsberg bis nach Luxemburg“. Bei dieser Vision glänzen die Augen des erfahrenen Kommunalpolitikers Dempfle: „Möglichweise bekommt man so auch europäische Fördergelder. Das ist doch eine tolle Idee!“ Nun muss Dempfle nicht nur sich selbst auf die Schultern klopfen, sondern schleunigst Partner für diese Idee suchen.

Und morgen im letzten Teil der Themenwoche zu Wirtschaft und Verkehr: die Freien Wähler. (rom)

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1 KOMMENTAR

  1. Die Frau Baudezernentin erhält aktuell in Besoldungsstufe B3 ~ 90000 euro/ Jahr. Das wären , inkl. einiger Aufwandsentschädigungen noch 400000 ¤ bis zum Ende ihrer Amtszeit.
    Ich denke, auf lange Frist gesehen ist es für Trier billiger, sie bei vollen bezügen zu hause zu lassen als das sie im Rathaus weitermacht.

  2. Angenommen ihr geht es in erster Linie ums Geld – ich waere bei einer Sammelaktion mit einer nicht zu verachtenden Summe dabei.

  3. Da sieht man wieder, dass die Leute von der CDU selbst nicht den Bus nutzen!
    Wenn man wie ich mit den Bus zur Arbeit fährt, dann kauft man sich ein Monatsticket für rund 80 Euro. Das macht dann bei rund 40 Fahrten (Hin- und Rückfahrt an 20 Arbeitstagen im Monat) 2,00 Euro je Fahrt.
    Fahr ich dann am Wochenende oder Abends nochmal in die City wird der Preis noch geringer sein.
    Und für Gelegenheitsbusfahrer gibt es auch das Vierfahrtenticket. Da kostet die Fahrt auch umgerechnet ca. 2 Euro.
    Mit dem Auto müsste ich neben Kfz-Steuer und Benzin noch das Parkhaus bezahlen.
    Bin ich dann mit dem ÖPNV immer noch teurer oder geht es hier einfach um Bequemlichkeit?
    Es werden Zeiten kommen, da wird Autofahren zum Luxus und dann sind wir froh, dass wir nicht Millionen Euro Steuergeld in Teer gesteckt haben.

  4. @Renate Friedrich:

    Man kann sich die Preise natürlich auch schönrechnen. Fakt ist, dass die Preise für den regionalen ÖPNV um 30% gestiegen sind in den letzten 5 Jahren. Bei stagnierenden Löhnen eine untragbare Mehrbelastung für diejenigen, die auf Bus & Bahn angewiesen sind um z.B. zur Arbeit zu kommen.

    Oder diejenigen, deren Kinder 100 Meter zu nah an der Schule wohnen und die deshalb den vollen Preis bezahlen müssen.

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