„Wie kommt man ohne Arbeit an anderer Leute Geld“

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TRIER. Am Freitag, 2. Mai, wurde ein weiterer Teil des Prozesses gegen ursprünglich fünf Männer abgeschlossen, die sich wegen Bandendiebstahls vor dem Landgericht Trier verantworten mussten. Gegen drei Angeklagte wurden Haftstrafen zwischen fünf Jahren und zwei Jahren und vier Monaten verhängt. Das Verfahren gegen ein Mitglied des Quintetts, den Armenier Aram A. war bereits am 15. April abgeschlossen worden. Ein weiterer Mann, der Armen D., ebenfalls aus Armenien stammend, wird sich gesondert verantworten müssen.

Das Verfahren hätte sich wohl sehr lange hingezogen, hätte es zwischen den Prozessbeteiligten nicht die Verabredung auf ein Rechtsgespräch gegeben. Denn zu verhandeln waren insgesamt 34 Straftaten, die von einem Quintett – alle stammen aus der ehemaligen Sowjetunion – in wechselnder Besetzung in einem Zeitraum zwischen 2007 und 2013 überwiegend im Raum Trier begangen worden waren (lokalo berichtete).

„Zentrale“ war das inzwischen geschlossene Billiard-Café Royal in der Trierer Karl-Marx-Straße, wo Raubzüge ausbaldowert und Diebesgut zwischengelagert wurde, Geldübergaben stattfanden und im Hinterzimmer Druck auf Zeugen ausgeübt wurde. In ihrer Urteilsbegründung fasste Richterin Petra Schmitz zusammen: „Sie haben von morgens bis abends in diesem Café gesessen und den Tag nur damit verbracht, wie man ohne Arbeit an anderer Leute Geld kommt. Das kann eine Gesellschaft nicht hinnehmen.“

Der Kopf der Bande war der 36-jährige Valerij D., dem alle Taten zur Last gelegt wurden. Bei einigen blieb es beim Versuch, am Ende wurden noch mehr als 20 Taten abgeurteilt. Die Palette der Straftaten reichte vom Diebstahl über Einbruch, Körperverletzung und Betrug bis zur Erpressung. Fünf Jahre akzeptierte der gebürtige Aserbeidschaner als Strafe. Die Einzelstrafen, die für jeden einzelnen Anklagepunkt im Raum standen, reichten von vier Monaten bis zu zwei Jahren und neun Monaten. Angesichts der Tatsache, dass D. bereits 12 Mal abgeurteilt wurde, sagte selbst Rechtsanwalt Otmar Schaffarczyk, der Verteidiger des Haupttäters: „Mein Mandant ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Das war ein sehr mildes Urteil.“

Die Männer, die wechselweise an den von D. begangenen Taten beteiligt waren, müssen ebenfalls hinter Gitter. Michael R., ein 46-jähriger Exil-Russe, muss 3 Jahre und 7 Monate absitzen. Auch her verfügt über ein langes Vorstrafenregister. Das gilt auch für den jüngsten der nun abgeurteilten Bandenmitglieder, den Letten Marians M., der wie sein Komplize R. ein Mann, der auch von Haschisch bis Heroin alle Arten von Drogen konsumiert hat. Er wurde zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt.

Die Bande war im Raum Trier oft in den Schlagzeilen – vor allem wegen der verübten Einbrüche in den Großhandelsmarkt C + C Schaper (ehemals Metro), das China-Restaurant im ehemaligen „Riverside“, die Gaststätte „Astarix“, die Drogerie Rossmann in Trier-West, die Aral-Tankstelle in Trier-Ruwer. Dort wurden überwiegend Zigaretten und Alkohol erbeutet, die danach an Hehler verkauft wurden.

Trotz der getroffenen Absprache steht den Angeklagten, die jetzt verurteilt wurden, das Rechtsmittel der Revision zu. Wann es zur Verhandlung gegen Armen D. kommt, dessen Verfahren nun abgetrennt wurde, steht noch nicht fest. (wir)

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