Die Grünen zu Wirtschaft und Verkehr: Der Traum von der Seilbahn lebt

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TRIER. Dass die Stadt dringend neue Gewerbeflächen erschließen muss, um als Unternehmensstandort attraktiv zu bleiben, da sind sich wohl alle Parteien in der Trierer Kommunalpolitik einig. Wo bleibt dagegen umstritten. Für die Grünen kommt eine Ansiedlung auf dem Kockelsberg nicht in Frage.

von Yvonne Romes

“Wir brauchen keine neue Flächenwirtschaft und Fabriken, sondern Platz für Dienstleister”, argumentiert Grünen-Spitzenkandidatin Petra Kewes. Zudem sehe man auch ein verkehrstechnisches Problem durch die zusätzliche Belastung beispielsweise der B51. Außerdem solle die Stadt die Gründerförderung in Zusammenarbeit mit den Hochschulen ausbauen. “Denn oft reicht Gründern einfach nur ein Raum”, so Kewes.

Beim Thema Verkehr sehen die Grünen vor allem Nachholbedarf in der Förderung des Bus- und Fußverkehrs. “Hier wurden die Prioritäten jahrelang falsch gesetzt”, betont Kewes. Generell müsste der innerstädtische Verkehr außerdem durch bessere ÖPNV-Angebote beruhigt werden. Dazu soll der Busverkehr stärker städtisch subventioniert werden. “Derzeit verfügt der Busverkehr über einen hohen Deckungsgrad von 80 Prozent der Kosten. Hier könnte die Stadt sich also noch stärker beteiligen, um vernünftige und attraktive Preise anzubieten, damit sich mehr Bürger überlegen auf den Bus umzusteigen”, sagte die „Grüne“.

Das größte anstehende ÖPNV-Projekt, die Reaktivierung der Westtrasse trifft bei den städtischen Grünen daher ebenso auf Begeisterung, gerade weil die eigene Partei auch auf Landesebene an den Verhandlungen beteiligt war. An der Leistungsfähigkeit hat Kewes derweil keinen Zweifel: “Gerade Pendler werden umsteigen, denn Luxemburg erweitert ebenfalls das Bahnnetz.” Für den in der Priorität geringer angesetzten Ausbau der Osttrasse gäbe es daher kein Realisierungsproblem. “Die Stadt hat die Westtrasse gerade vom Land geschenkt bekommen, nun kann sie sich die Stadt auf die Osttrasse konzentrieren.”

Ein anderes Projekt hatte zudem im Vorfeld des Grünen-Parteitages für Wirbel gesorgt: die Idee einer Seilbahn, die die Innenstadt mit den Höhenstadtteilen verbinden könnte. “Wir halten die Idee der Seilbahn wirklich für eine realistische Alternative. Sie würde viele Verkehrsprobleme ähnlich wie in Koblenz lösen”, bekräftigen Kewes und Parteikollege Thorsten Kretzer. Die Idee der Seilbahn ist keine neue. Bereits im Vorfeld des Mobilitätskonzeptes wurden mehrere verschiedene Ansätze zur schnelleren Anbindung der Höhenstadtteile und insbesondere der Universität gutachterlich überprüft. Keine Lösung erwies sich als rentabel. Die Projekte waren durchweg zu kostenintensiv. Die Grünen sehen trotzdem Vorteile, ihre Devise: “staufrei, schneller und sauberer”.

Angesprochen auf die Finanzierbarkeit der grünen Wunschprojekte, gestehen die Grünen ein, dass für die weitere Anhebung der Gewerbesteuer und der Grundsteuer B “nicht viel Spielraum” besteht. Zwar würden derzeit sehr viele städtische Satzungen hinsichtlich der Beitragshöhen oder Preise überarbeiten, aber vor allem fehlten der Stadt finanzielle Zuweisungen von Bund und Land. “Wer bestellt, bezahlt – diese Maxime muss konsequenter umgesetzt werden.”, so Kewes und Kretzer abschließend. So bliebe der Stadt mehr Spielraum für eigene Projekte, statt in erster Linie Bundes- und Landesvorgaben umzusetzen.

Wie die anderen Parteien zu den Plänen im Themenbereich Wirtschaft und Kultur stehen, lesen Sie morgen in einem weiteren Teil unserer Reihe zur Kommunalwahl. (rom)

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