„Gewaltprävention geht alle an“

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TRIER. Vom 15. Mai bis zum 30. Juni veranstaltet der Arbeitskreis Gewaltprävention seine jährlichen Projektwochen. In diesem Jahr werden rund 30 verschiedene Veranstaltungen angeboten – vom Film, über Workshops und Kurse bis hin zu Theateraufführungen. Das Angebot richtet sich an Schulen, Eltern, Kinder und Jugendliche. Getragen wird der Arbeitskreis von der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg.

Das Feld ist in den vergangenen Jahren weiter und zudem undurchsichtiger geworden. Facebook, WhatsApp und viele andere Plattformen der digitalen Welt können nicht nur Segen sein, sondern auch zum Fluch werden. Dann nämlich, wenn vor allem Kinder und Jugendliche in die Mechanismen des anonymen Terrors geraten, Mobbing und Bedrohungen ausgesetzt sind. Oft fängt es schleichend an und kann schließlich sogar tödlich enden – wenn Kinder und Jugendliche keinen Ausweg mehr wissen.

War es früher der Schlag in die Magengrube oder jener auf das Nasenbein, so sind die Formen der Gewalt heute vielschichtiger, undurchschaubarer und folglich auch bedrohlicher. Mädchen müssen die Schule wechseln, weil plötzlich Nacktbilder von ihnen im Netz auftauchten, Heranwachsende werden gemobbt oder über SMS-Systeme unter psychischen Druck gesetzt – die Fälle häufen sich.

Aufklärung ist deshalb nötig und wichtig. Dieser Aufgabe widmet sich der Arbeitskreis  Gewaltprävention seit nunmehr 16 Jahren. Hervorgegangen ist er aus dem 1988 gegründeten Initiativkreis „Gegen Gewalt im Spiel“. Dann wurde die Zielsetzung erweitert. Seit 1999 ist der Arbeitskreis ein unabhängiges Gremium von freien und öffentlichen Trägern der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg, das sich mit dem Thema „Gewalt und Gewaltprävention“ beschäftigt. 2005 wurde er mit dem Landespräventionspreis ausgezeichnet.

Die jährlichen Projektwochen haben längst Tradition im ganzjährigen Angebot des Arbeitskreises. „Wir haben inzwischen eine sehr weite Spanne in der Zielgruppe“, sagt Irene Stangl von der Fachstelle zur Gewaltprävention und Mädchenarbeit in Konz. „Und wir müssen uns immer wieder fragen, wie wir unser Angebot weiterentwickeln und ausbauen können.“ Basis für die Arbeit ist immer die Suche nach Ursachen und Entstehung. „Wenn man fragt, wo Gewalt anfängt“, so Stangl, „dann muss man feststellen, dass dies schon weit vor der körperlichen Gewalt der Fall ist. Gewaltprävention geht somit alle an.“

Prävention kann folglich nicht früh genug beginnen. Daher hat der Arbeitskreis in diesem Jahr wieder rund 20 Veranstaltungen auf sein Programm gesetzt. Theateraufführungen sind heuer verstärkt darin enthalten. „Schüler spielen für Schüler“, sagt Christine Schmitz, die Jugendschutzbeauftragte des Kreises Trier-Saarburg und der Stadt Trier. In Zusammenarbeit mit der Trierer Tuchfabrik wird das Stück „Street-Kids“ am 12. Juni (19.30 Uhr) aufgeführt – für Kinder und Jugendliche der fünften bis achten Klassen.

Die Stücke „Gleich knallt’s!“ und „Schweinebacke“ des „Hein-Knack-Theaters“ können hingegen direkt von Schulen gebucht werden. Sie richten sich an Kinder im Grundschulalter zwischen Klasse eins und vier. Das „Kino gegen Gewalt“ läuft in Zusammenarbeit mit dem Trierer „Broadway“ für die achten und neunten Klassen. Titel: „Schuld sind immer die anderen!“. Beim Testlauf im Trierer Haus der Jugend sei der Film „sehr gut angekommen“, sagt Schmitz.

Darüber hinaus bietet der Arbeitskreis heuer auch ganz speziell einen Vortrag sowie einen Workshop für Menschen an, die sich im beruflichen Alltag mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern aus anderen Kulturen beschäftigen. „Global lokal – lokal global: Interkulturelle Mediation in Theorie und Praxis“ lautet die Überschrift. Geleitet wird die Veranstaltung im Seminarraum der VHS am Domfreihof vom Konflikttrainer Herbert Hofmann. Der Workshop ist bereits ausgebucht; möglicherweise soll aber ein weiterer stattfinden.

Ein Fußballturnier für Schüler und Schülerinnen, eine Diskutier-Bar über Gewalt und Diskriminierung im Fußball, kooperative Spiele für Kinder, ein Tagesseminar für Lehrer, Fachkräfte der sozialen Arbeit und Eltern, ein Jugendhörspiel, ein Wendo-Kurs für Mädchen und ein weiteres Fußball-Turnier unter dem Motto „Fairplay“ ergänzen in diesem Jahr das umfangreiche Programm der Projektwochen. „Viele unserer Veranstaltungen haben wir auch ganzjährig im Angebot“, sagt Stephanie Schlegel von der Schulsozialarbeit im Trierer Palais. „Sie stehen gerade den Schulen immer zur Verfügung.“

Zentrale Ansprechpartnerin für Organisation und Buchungen ist Anja Geishecker von der AG Frieden. Sie ist über die E-Mail-Adresse kontakt@gewaltpraevention-trier.de zu erreichen. Oder auch über die Telefonnummer 0651/4369874. Das komplette Programm der Projektwochen sowie die Angebote sind auch auf der Internetseite des Arbeitskreises abrufbar. (et)

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