SPD zu Wirtschaft und Verkehr: „Für 400 000 Quadratmeter ist Mut nötig“

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TRIER. „Wir brauchen mehr Wohn- und Gewerbeflächen, aber dazu ist eben Mut nötig“, erklärt SPD-Spitzenkandidat Sven Teuber. Die Flächen seien zwar vorhanden, aber ganz im Sinne des St. Florian-Prinzips wolle die niemand „vor der eigenen Haustür“. Auch andere Bereiche in der zweiten Themenwoche „Wirtschaft und Verkehr“ werden realistisch betrachtet.

Von Yvonne Romes

So weist Teuber beispielsweise darauf hin, dass das Limit bei der wichtigsten kommunalen Steuer, der Gewerbesteuer, erreicht sei. „Wir müssen attraktiv für neue Betriebe werden, statt die vorhandenen höher zu besteuern“, lautet sein Credo. Dazu wollen die Sozialdemokraten unter anderem die Gründung einer Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft vorantreiben, die den Standort Trier überregional vertreten soll. Auch die touristische Vermarktung soll damit verbessert werden.

Aber vor allem brauche die Stadt für die Ansiedlung neuer Unternehmen auch die entsprechenden Flächen. 400 000 Quadratmeter Gewerbeflächen wollen die Sozialdemokraten dafür ausschreiben, unter anderem auf dem Kockelsberg. Auch Projekte ähnlich dem Wissenschaftspark (WIP) auf dem Petrisberg wären denkbar, die verstärkte Start-Up-Förderung mit anderen Lebensbereichen wie Wohnen, Einkaufen und Kultur verbinden.

Im Themenbereich Verkehr erteilt Teuber der CDU-Forderung nach Ein-Euro-Tickets eine klare Absage: „Das ist illusorisch. Da braucht man sich dann nicht wundern, dass die Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren.“ Genaue Preise ließen sich nicht festlegen, aber als SPD wolle man vor allem diejenigen stärken, die sich an den ÖPNV binden, beispielsweise über die Förderung von Vier-Fahrten- oder Dauerkarten. Außerdem könne man über eine andere Zonenzuweisung nachdenken.

Der von der SPD-beteiligten Landesregierung finanzierte Ausbau der Westtrasse wird als zukunftsweisendes Projekt begrüßt. So könne der ÖPNV auch für Autofahrer interessanter werden. Der von der CDU geforderte Moselaufstieg hingegen sei „keine Allheilmittellösung“. Viel eher sei das im vergangenen Jahr verabschiedete Mobilitätskonzept zu verfolgen. Da sich der innerstädtische Verkehr lediglich aus 10 Prozent Durchgangsverkehr, aber aus 60 Prozent internem Stadtverkehr zusammensetze, sei klar „wo hier die Prioritäten liegen“. Daher sei der Ausbau des Radwegenetzes, vor allem die bessere Querung der Fußgängerzone, sowie der Ausbau des ÖPNV zu priorisieren.

Sogar einen „Arena-Anschluss“ hält Teubers Parteikollege Markus Nöhl für realistisch. Nach der Reaktivierung der Westtrasse würde in einem zweiten Schritt die Osttrasse ausgebaut. „Mit dem Haltepunkt Arena Trier hätten wir dann die erste Bahnhaltestelle für einen Basketball-Bundesligisten“, ergänzt Nöhl mit einem Augenzwinkern. Ob dies allerdings verwirklicht werden kann, steht noch in den Sternen, bezweifeln doch einige andere politische Mitbewerber bereits die Machbarkeit der Westtrasse.

Wie die anderen Parteien genau zu diesem Thema stehen, erfahren Sie morgen in einem weiteren Teil unserer Reihe zur Kommunalwahl. (rom)

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1 KOMMENTAR

  1. Ja klar, einen Arena-Anschluss. Wohin denn? Etwa in die Metternichstraße höhe dasbachstraße, dorthin, wo nach Stadtratsbeschluss die Brücke der Umgeheung Kürenz hinsoll? Mit Verlängerung zur Nordbrücke? Liebe SPD, wacht mal auf und lest Zeitung: das Gelände steht nicht mehr zur Verfügung, hier hat die Verbandsvorsitzende der ART, Frau Kaes-Tochiani ( Ja, die ist im Hobby auch noch CDU-Baudezernentin) dafür gesorgt, das die Stadt keinen Zugriff mehr hat. Und solange der Stadt-und der Personalrat verhindert, das um die Arena bei Veranstaltungen kontrolliert wird, braucht Ihr keine noch größeren Aufgaben anzugehen.
    Mein Tipp: lest doch einfach mal im Bürgerhaushalt WWW-Trier-Mitgestalten.de was die Bürger wollen. Ihr werdet erstaunt sein, welche Kleinigkeiten der Bürger will, die mit geringsten Mitteln umgesetzt werden könnten, würde die Verwaltung nicht alle ihre Kraft und Kreativität darauf setzten, dieses zu verhindern.

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