TBB Trier: Saisonausklang gegen Ulm – Kreuzbandriss bei Hughes bestätigt

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Das soll sich nicht wiederholen: Trevon Hughes (mit Töcherterchen), damals noch im TBB-Trikot, animiert seine Mitspieler zum Siegestanz.

Bildquelle: Helmut Thewalt/Archiv

TRIER. Eine Seuchensaison geht zu Ende – mit einer weiteren Hiobsbotschaft. Mittlerweile haben sich die Informationen von lokalo.de bestätigt: Trevon Hughes hat einen Teilabriss des vorderen Kreuzbandes erlitten. Henrik Rödl nennt die Verletzungsmisere „beispiellos“. Dennoch will sich die TBB Trier gegen ratiopharm Ulm (1. Mai, 15 Uhr) anständig aus der Saison verabschieden.

Am 26. Oktober, dem sechsten Spieltag, passte alles. Die TBB Trier lieferte vor der großen Kulisse der dauerausverkauften ratiopharm Arena in Ulm ein großes Spiel gegen den vermeintlichen Angstgegner ab. Trotz dreier verletzter Spieler (ein Muster, das sich durch die ganze Saison zog) führte die TBB zur Halbzeit bereits mit 29:41, und auch ohne Andi Seiferth, Tony Canty und Mathis Mönninghoff trotzte das Team von Henrik Rödl der späten Ulmer Gegenwehr. Angeführt von Per Günther legte ratiopharm Ulm einen 13:0-Lauf aufs Parkett, drehte das Spiel schließlich von 34:49 auf 64:60. Am Ende siegte aber die Mannschaft mit den besseren Nerven, die TBB erntete die Früchte ihrer starken Anfangsphase und gewann zum ersten Mal seit 2010 in Ulm – nach hochspannendem Finish war der erste Auswärtssieg für die heute endende Saison mit 84:79 im Kasten.

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Ob ein ähnliches Husarenstück gegen Ulm am Donnerstag, dem 1. Mai, wieder gelingt, sei zunächst dahingestellt. Zumindest die Verletzungssorgen sind vor dem letzten Gang nicht kleiner geworden, Laurynas Samenas (Muskelfaserriss) und Trevon Hughes (Teilabriss des vorderen Kreuzbands) fehlen weiterhin, ebenso wie Tony Canty, für den die Saison nach einer erneuten Schulterverletzung schon früh gelaufen war. Hughes wird vier bis sechs Wochen ausfallen – die Saison ist also gelaufen.

„Diese Verletzungsserie ist wirklich beispiellos“, meint Henrik Rödl anlässlich der jüngsten Hiobsbotschaft. „Gerade für Trevon ist es sehr schade, weil er zuletzt auf einem sehr hohen Niveau gespielt und die Mannschaft angeführt hat. Dass er und Laurynas ausfallen macht die Sache natürlich doppelt schwer.“

Triers Saison geht mit diesem Heimspiel zu Ende. Sie hatte Höhen, wie die Auswärtssiege in Ulm und Bonn oder den knappen Heimsieg gegen Ludwigsburg. Und sie hatte Tiefen. Gegen einen weiteren starken Gegner gilt aber wie immer: Konzentriert arbeiten um eine Siegchance zu erhalten – und nicht über die Vergangenheit nachdenken.

Das sieht auch Henrik Rödl nicht anders – der TBB-Coach gibt sich kämpferisch. „Wir sind nicht komplett. Trotzdem erwarte ich von unserer Mannschaft, dass sie sich noch einmal zerreißt, um einen guten Abschluss für diese Saison zu finden. Wir werden sehen, ob es reicht, um Ulm Probleme zu machen.“

ratiopharm Ulm hat sich nach einer durchwachsenen Anfangsphase zur Mitte der Saison gefangen. Das Team von Thorsten Leibenath zog zuletzt hauchdünn an den Artland Dragons vorbei (76:78, direkter Vergleich) und belegt damit derzeit Platz sechs, bekäme es also, sofern sich nichts mehr ändert, im Viertelfinale mit ALBA BERLIN zu tun.

Die Berliner kennt man in Ulm nur zu gut: Im Pokalfinale in der heimischen Arena unterlag Ulm dem späteren Pokalsieger ALBA BERLIN mit 80:86, zuvor hatten die Ulmer in einem berauschenden Halbfinale den Favoriten und Tabellenführer FC Bayern München deutlich mit 90:72 aus dem Turnier gekegelt, während sich ALBA gegen Bamberg durchsetzte.

Das Herz der Ulmer Mannschaft trägt immer noch rote Locken und hört auf den Namen Per Günther. Der Aufbauspieler der DBB-Nationalmannschaft kommt aktuell auf 11 Punkte und 4,4 Assists im Schnitt – seit Günthers kongenialer Partner John Bryant zu den Bayern wechselte, ist die Zahl seiner Vorlagen also leicht gefallen, dennoch versteht er es natürlich immer noch, sein Team zu führen und die Ulmer Fans mitzureißen. Zusammen mit Cameron Long und Edgar Sosa sorgt Günther auf den kleinen Positionen für 33,3 Punkte im Schnitt.

Mit Trent Plaisted hat Ulm einen grundsoliden Nachfolger für „Über-Center“ John Bryant verpflichtet – definitiv ein anderer Spielertyp als „Big John“, aber selbst der Versuch ihn eins zu eins zu ersetzen wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Plaisted macht 8,7 Punke und sechs Rebounds im Schnitt und hat mit Matt Howard (9,9 Punkte / 5,2 Rebounds) und Daniel Theis (8,4 / 5,7) starke Rebounder zur Seite stehen. Vor allem Daniel Theis in diesem Jahr macht von sich reden: Der 22-jährige Power Forward ist gerade zum „Besten Nachwuchsspieler 2014“ gekürt worden, im Pokalhalbfinale überzeugte er mit 13 Punkten und sieben Rebounds in 20 Minuten, im Ligaspiel gegen Alba Berlin waren es ganz starke 23 Punkte. Für Theis kann 2013/14 sicher als Durchbruchssaison bezeichnet werden.

Weiterhin erwähnenswert: Adam Hess kam vor der Saison aus Hagen nach Ulm, brachte jede Menge BBL-Erfahrung mit und legte auswärts gegen seinen Ex-Club 19 Punkte auf. Und auch Rookie Will Clyburn (kam von der Iowa State University aus der NCAA) kann bei momentan 8,9 Punkten im Schnitt jederzeit explodieren – wie gegen die Telekom Baskets Bonn, als ihm 19 Punkte und 12 Rebounds gelangen.

Henrik Rödl über den letzten Gegner der TBB in dieser Saison: „Ulm ist ein spannender Gegner, sie haben große Ambitionen für die Playoffs. Mit unserer kleinen Rotation werden wir sehr gut verteidigen müssen, denn Ulm kann werfen und schnell spielen – da ist man schnell mal hoch im Rückstand. Defensiv sehe ich sie nicht ganz so stark wie Berlin, da sollte uns es in der ein oder anderen Situation leichter fallen als zuletzt in Bayreuth. Wir werden jedenfalls alles probieren.“

Egal wie die Trierer Saison war oder hätte sein können: Am Donnerstag wird noch einmal gespielt und es geht um diese 40 Minuten gegen diesen Gegner. Es geht in die letzte Runde.

Die Arena öffnet um 13 Uhr, Tip Off ist um 15 Uhr. Die webTV-Übertragung von basketball-stream.de beginnt um 14:30 Uhr auf www.tbb-trier.de/livestream

Tickets: 0651/9790777 oder www.tbb-trier.de/tickets.

 

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