Seltene Allianz für den Naturschutz

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Die Abordnung der Bundeswehr mit (v.li.) Birger Führ (Biotopbetreuer Rheinland-Pfalz), Wittlichs Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Stefanie Hilbert (Bundesforstbetrieb), Katja Dies (Sachbearbeiterin beim Bundesforstbetrieb) und Revierleiter Jörg Küpper.

Bildquelle: Nora John

WITTLICH. Bundeswehrfahrschule schützt die Natur: Das soll demnächst in Wittlich auf dem ehemaligen Militärgelände der Franzosen auf dem Mesenberg an der L 141 umgesetzt werden. Bei einer Pressekonferenz haben Vertreter des Bundeswehrstützpunkte in Daun und des Bundesforstamtes die Pläne vorgestellt.

Demnach sollen künftig schwere Fahrzeuge der Bundeswehr auf dem etwa 40 Hektar großen Gebiet rollen. Die dabei entstehenden Furchen im Boden sollen Voraussetzungen bieten, die in ihrem Bestand gefährdete Gelbbauchunke wieder anzusiedeln. Es entstehen Kleingewässer, in denen die Unke laichen kann.

Bisher wurde das Gebiet, das 2004 als Naturschutzgebiet mit besonders schützenswertem Charakter eingestuft ist, vom Bundesforstamt gepflegt. Nur durch das Mähen und Befahren mit landwirtschaftlichem Gerät konnte die Fläche vor Verbuschung geschützt und offen gehalten werden.

Diese Aufgaben sollen künftig die Fahrzeuge der Bundeswehr erledigen. Oberstleutnant Thomas Herbusch spricht von einer Win-Win-Situation. Für das Bataillon für Elektronische Kampfführung 931 in Daun, das für die Aufklärung von elektromagnetischen Abstrahlungen zuständig ist, ist das Gelände auf dem Mesenberg eine standortnahe Möglichkeit für die Soldaten, das Fahren auf schwierigem Grund zu üben. Innerhalb einer halben Stunde könnten die Fahrzeuge von Daun nach Wittlich fahren. Dies spare Zeit und Energie. Zum Standort Baumholder, wo auch in Zukunft noch Fahrausbildung stattfinden wird, ist die Anfahrt deutlich länger.

Fahrunterricht auf dem Mesenberg bei Wittlich soll Wiederansiedlung der Gelbbauchunke fördern

Alle zwei Wochen für jeweils drei Tage, also insgesamt 78 Tage pro Jahr, soll laut Herbusch künftig hier jeweils von von 10 bis 16 Uhr gefahren werden. Während dieser Zeiten ist das Gebiet durch Schranken abgesperrt. Zum Einsatz kommen unter anderem der Transportpanzer Fuchs, ein etwa 27 Tonnen schweres Fahrzeug, das aber ohne Ketten fährt. Außerdem gehören mehrere zirka zehn bis elf Tonnen schwere LKW zum Fuhrpark. Wie Herbusch betont, werde auf dem Übungsgelände ausschließlich gefahren, es werde nicht geschossen.

Begrüßt wird das Projekt auch von Forstdirektor Wolfgang Klein vom Bundesforstamt. Auch er sieht die Kostenersparnis, weil das Gebiet nicht gesondert gepflegt werden muss. Mitarbeiter des Bundesforstamtes sollen künftig die Soldaten einweisen, wo gefahren werden darf und wo nicht. Damit sollen die Unken in ihren Laichgewässern geschützt werden.

Auch Birger Führ, Biotopbetreuer in Rheinland-Pfalz kann den Plänen der Bundeswehr positive Seiten abgewinnen. Er hofft, dass sich auch weitere Arten hier ansiedeln und denkt dabei unter anderem an Hirschkäfer, Bienen und Reptilien. (nojo)

 

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