Antike auf dem Wasser

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TRIER. Als 2009 die in Hamburg gebaute „Victoria“ Trier besuchte und die Mosel hinunterfuhr, um sich in Neumagen mit der „Stella Noviomagi“ zu treffen, war klar, dass sich sowohl in den Forschungen der Universität Trier als auch in der Region ein Schwerpunkt zur römischen Schifffahrt bildete.

Unterstrichen wurde dies durch den Bau und die Erprobung eines weiteren antiken Schiffes in Germersheim unter der wissenschaftlichen Leitung des Faches Alte Geschichte der Universität Trier und unter Beteiligung von rund 200 Trierer Studentinnen und Studenten. Erst kürzlich haben Wissenschaftler der Hochschule und der Universität Trier in einem Kooperationsprojekt spektakuläre Ergebnisse bei der virtuellen 3D-Rekonstruktion und Analyse dieses Schiffes erzielt, die auch überregional Aufsehen erregten.

Welch herausragende Stellung der Standort Trier auch international in den Forschungen zu Schifffahrt und Seehandel einnimmt, wird deutlich in der Vortragsreihe „Connecting the Ancient World – Mediterranean Shipping, Maritime Networks and their Impact“, die das Fach Alte Geschichte im Sommersemester veranstaltet. Dabei geht es um Themen wie maritimer Handel, die Rolle der Flüsse für den Transport von Gütern im Binnenland, den Verlauf und das Nutzungspotential antiker Seerouten sowie nicht zuletzt um die Segeleigenschaften römischer Schiffe.

Die öffentliche Vortragsreihe soll eine weiter gefasste Perspektive auf die Zusammenhänge zwischen physikalischen und technischen Gegebenheiten des antiken Mittelmeerhandels und der anhaltenden Diskussion um die Gestalt und den Charakter der antiken Wirtschaft ermöglichen. Hierzu wird Fragen nach Infrastruktur ebenso nachgegangen wie solchen nach der Leistungsfähigkeit antiker Schiffe und Handelsrouten sowie nach der Bedeutung dieser wirtschaftlichen Zusammenhänge für die Konnektivität und Integration des Mittelmeerraumes in römischer Zeit. Gezielt wurden hier Kollegen aus dem Ausland eingeladen. Die Liste der Vortragenden liest sich wie ein Who is who der führenden Experten auf diesem Gebiet. Neben dem wissenschaftlichen Austausch wird hier zugleich ein leistungsfähiges Forschungsnetzwerk etabliert, in dem Trier eine zentrale Rolle spielt. Die Vorträge finden teils auf Deutsch und teils in englischer Sprache statt. Interessenten sind herzlich willkommen.

Der erste Vortrag am 8. Mai um 18 Uhr in B22 widmet sich dem Thema „Öl für Germanien, Überlegungen zu den römischen Handelswegen“ und wird gehalten vom Trierer Historiker Prof. Dr. Christoph Schäfer.

Das vollständige Programm finden Sie auf der Homepage der Alten Geschichte. (red)

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