Stefan-Andres-Gymnasium Schweich: Neubau wird wieder geschlossen

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SCHWEICH. Der Neubau des Stefan-Andres-Gymnasiums in Schweich muss erneut geschlossen werden. Nach der Sanierung eines umfangreichen Wasserschadens, der im vergangenen Jahr aufgetreten war, lässt der Kreis als Schulträger in Abstimmung mit der Schulleitung und der Vertretung der Elternschaft die Räume des Gymnasiums erneut untersuchen, um eine Schimmelpilzbelastung definitiv auszuschließen. Die Sanierung des Neubaus droht damit zur unendlichen Geschichte zu werden.

Nach Mitteilung der Kreisverwaltung Trier-Saarburg handelt es sich um eine prophylaktische Maßnahme, um absolut sicherzustellen, dass es für Schüler und Lehrkräfte keine gesundheitliche Gefährdung gibt. Trotz der Sperrung des Neubaus gebe es keinen Unterrichtsausfall, da die Schulleitung kurzfristig reagiert und entsprechende organisatorische Maßnahmen ergriffen habe.

In dem betroffenen Gebäude des Stefan-Andres-Gymnasiums war es im August des vergangenen Jahres zu einem Wasserschaden gekommen. Die erforderlichen sehr umfangreichen Trocknungs- und Sanierungsarbeiten dauerten bis Ende des Jahres 2013. Sie hatten sich verzögert, weil in deren Verlauf punktuell eine Sporenbelastung im Gebäude nachgewiesen wurde, die wiederum eine Desinfektion der Räume in Form eines Foggings (Anm. d. Red.: schwarzer Belag, auch Schwarzstaub genannt; aus dem Englischen abgeleitet von fog=Nebel) notwendig machte. Insbesondere wurde an einer Stelle im Flur eine Sporenbelastung in der Dämmschicht unterhalb des Bodenbelags nachgewiesen. Nachdem bei abschließenden Messungen durch ein Sachverständigenbüro keine signifikante Belastung mehr nachgewiesen wurde, wurden die Verkleidungen in den Innenräumen wieder eingebaut, so dass derNeubau im Februar nach Freigabe durch den Sachverständigen wieder bezogen werden konnte.

In den vergangenen Wochen, das gibt die Behörde zu, häuften sich Beschwerden von Schülern und Lehrern wie zum Beispiel Haut- und Augenreizungen. In der Pressemitteilung heißt es weiter: Die Erklärung der Kreisverwaltung: Diese Probleme werden damit in Verbindung gebracht, dass nach der Freigabe des Gebäudes bis Anfang April aufgrund des laufenden gerichtlichen Beweissicherungsverfahrens zum Wasserschaden die Lüftungsanlage noch nicht wieder in Betrieb genommen werden konnte, da ein Zusammenhang zwischen der Be- und Entlüftungsanlage und dem Wasserschaden vermutet wird.

Aufgrund der Beschwerden der Schüler und Lehrer wurde allerdings Mitte März eine erneute Messung durch das eingeschaltete Sachverständigenbüro unter anderem auch in Bezug auf eine mögliche Sporenbelastung im Gebäude veranlasst, welche zu dem Ergebnis kam, dass in den Innenräumen keine Belastung durch kultivierbaren Schimmel vorliegt. Vielmehr wurde der Zusammenhang der Beschwerden mit dem fehlenden Luftaustausch im Gebäude bestätigt.

Nach Informationen, die der Lokalo-Redaktion vorliegen, ist es nicht nur bei Beschwerden geblieben. Das Lehrpersonal, hier insbesondere Lehrerinnen, unter denen auch schwangere Frauen sind, sollen sich weigern, weiterhin in den Räumen zu unterrichten, in denen man unter dem Estrich nach wie vor Schimmelbefall vermutet. Die Weigerung der Lehrpersonen wiederum könnte die Dienstherren auf den Plan rufen. Für verbeamtetes Personal ist die ADD (Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion Rheinland-Pfalz), für Angestellte und „normale“ Beschäftigte, die SGD (Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord) zuständig. Ebenfalls nach Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, wurde die Aufsichtsbehörde auf Druck der Elternschaft tätig. Ein Insider: „Der Schulelternbeirat und der Landeselternbeirat haben neue Gutachten eingefordert.“

Nach der Pressemitteilung der Kreisverwaltung ist in den vergangenen Tagen der Ablauf der Sanierung und der erfolgten Messungen noch einmal detailliert durch das Gesundheitsamt überprüft worden. Dabei habe sich ergeben, dass die Begutachtung nach Abschluss der Sanierung von der Methodik her zumindest kritisch zu sehen ist. So seien die Materialproben nur quantitativ untersucht und zeigten einen unauffälligen Befund. Es sei jedoch keine Differenzierung der Pilzsporen erfolgt, sondern lediglich eine Aussage hinsichtlich einer quantitativ sehr geringen Belastung, die letztlich zur Freigabe für den Schulbetrieb geführt habe.

Der Kreis hat daher prophylaktisch nun ein weiteres Gutachterbüro mit der gezielten differenzierten Untersuchung des sanierten Gebäudes auf Sporen beauftragt. Bis in etwa zehn Tagen Ergebnisse vorliegen wird der Neubau vorsorglich geschlossen bleiben.

Die Schüler des Gymnasiums werden in der Zwischenzeit in den Räumen der benachbarten Realschule plus unterrichtet. Dort werden unter anderem Fachräume als Klassenräume genutzt. Der Dank gilt den Leitungen der beiden Schulen sowie den Lehrkräften für die gute Zusammenarbeit und Flexibilität, die dazu führt, dass trotz der leider erneut notwendigen Gebäudeschließung kein Unterricht ausfallen muss. (red/wir)

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