Piraten und AfD zur Kultur: Herausforderer mit neuen Ideen?

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TRIER. In vergangenen Tagen haben wir unseren Lesern im Rahmen einer Serie zur Kommunalwahl die Haltungen der bereits im Stadtrat vertretenen Parteien vorgestellt. Heute widmen wir uns den Herausforderern. Die Piratenpartei und die Alternative für Deutschland (AfD) treten erstmals an. Und als neue Partei erscheint es gar nicht so einfach, sich detailliert in die aktuelle Trierer Tagespolitik einzuarbeiten. Trotzdem haben die beiden Parteien auch zum Themenbereich Kultur eigene Standpunkte entwickelt.

Von Yvonne Romes

Die Piratenpartei

Angeführt von Dr. Darja Henseler wollen die Trierer Piraten in diesem Jahr den Trierer Stadtrat „entern“. Als Minimalziel haben sie dafür zwei Ratsmandate ausgelobt. Im Themenbereich Kultur unterscheidet sich ihre Haltung allerdings nur wenig von denen der etablierten Parteien. Auch die Piraten stehen hinter der im Stadtrat beschlossenen Resolution zum Erhalt des Drei-Sparten-Hauses. Einem Neubau des Theaters stehen die Piraten trotz des erheblichen Sanierungsbedarfs am Gebäude allerdings skeptisch gegenüber. Zum einen sei der jetzige Standort ganz gut gelegen, zum anderen habe man Sorge vor zu großen Kostensteigerungen bei einem Neubauprojekt.

Generell sei es in Ordnung, dass das Theater von Steuergeldern subventioniert würde, allerdings „sollte auf den Eintrittskarten der jeweilige Subventionsbetrag aufgeführt werden, um das Bewusstsein für den Wert zu steigern“, betont Piraten-Chef Thomas Heinen. Eine Möglichkeit wäre auch, für eine Theaterkarte einen Mindestpreis festzulegen und um einen jeweils selbst durch den Zuschauer gewählten Zuschuss zu bitten.

Im Bereich der freien Kunstszene sehen die Piraten noch Nachholbedarf. „Die Stadt selbst tut viel für Ältere“, argumentiert Heinen und führt als Beispiel die „Trierer Chormeile“ an, „aber auch für Jüngere sollte es ein entsprechendes Angebot geben.“ Das sei „über eine stärkere Einbindung der Hochschulen, bessere Ausstattung für kleinere Vereine, Open-Airs oder ganz einfach mit der stärkeren Nutzung des beliebten Palastgartens machbar.“

Alternative für Deutschland

Mit weniger konkreten Vorstellungen startet die Alternative für Deutschland (kurz: AfD) in den Kommunalwahlkampf. Ebenso wie die Piraten musste sie als „Neuling“ im kommunalen Parlament zunächst 230 Unterstützerunterschriften sammeln. Dies ist geglückt und so will die Partei unter der Führung ihres Parteivorsitzenden Michael Frisch ebenfalls mindestens zwei Sitze erreichen. Problematisch: eine Positionierung zum Thema Theater fehlt völlig. Man wolle lediglich „Belastungen kommender Generationen vermeiden“, und „drei Sparten nur erhalten, wenn dies wirklich finanzierbar ist“, so Frisch.

Grundsätzlich begrüße man das Angebot privater Kulturinitiativen, wie beispielsweise in der Tufa. Wenn es nach der AFD ginge, wäre zu prüfen, ob nicht viel mehr Projekte der Kulturpolitik auf diese private Basis zu stellen wären.

Bei Kulturveranstaltungen der Stadt soll auch der „Bürgerbeteiligung“ als Themenschwerpunkt der AfD in diesem Wahlkampf eine Rolle spielen. „Zum Beispiel sollten Laienspielgruppen oder Schulen verstärkt in das kulturelle Leben eingebunden werden”, so Frisch. Dass das AfD-Wahlprogramm dennoch etwas lückenhaft erscheint, daraus macht Frisch keinen Hehl. Man sei relativ neu in der Trierer Stadtpolitik und zähle keine erfahrenen Berufspolitiker zu seinen Mitgliedern. „Aber“, so relativiert Frisch, „wir haben viele Kandidaten mit ausreichenden Erfahrungsschätzen.“

Wie die AfD und die anderen Parteien zu anderen wichtigen Kommunalwahlthemen stehen, erfahren Sie ab morgen in einer weiteren Themenwoche rund um Wirtschaft und Verkehr. (rom)

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