Die Linke zur Kultur: „Bedingungslose Bestandsgarantie“

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TRIER. “Den städtischen Kulturinstitutionen muss eine bedingungslose Bestandsgarantie zugesprochen werden”, fordert Marc-Bernhard Gleißner, wenn er auf das Thema Kultur angesprochen wird. Der 30-jährige Vorsitzende der Linken führt seine Partei auch als Spitzenkandidat in die Kommunalwahl. Damit vollführt die Partei einen Generationswandel.

von Yvonne Romes

„…geht uns alle an“, lautet der Slogan der Linken für den kommenden Kommunalwahlkampf. „Das Theater geht uns alle an“, würde auch Marc-Bernhard Gleißner bestätigen. Er und seine Partei fordern dazu passend, das Drei-Sparten-Haus in eine Genossenschaft umzustrukturieren, an der prinzipiell jeder Bürger Anteile erwerben kann. Auch Unternehmen könnten ins Boot geholt werden. Ginge es nach den Linken sollte diese Genossenschaft wiederum eine Stiftung des Öffentlichen Rechts unterhalten, die Spendengelder zur Renovierung des maroden Gebäudes akquirieren soll. Außerdem soll der Kreis durch die Gründung eines Zweckverbandes in die Finanzierung des Theaters einbezogen werden.

Nicht nur die Idee der Genossenschaft, sondern auch die der „Trier-Card“ unterscheidet die Linke dabei von den politischen Mitbewerbern. „Menschen mit niedrigem Einkommen muss der Zugang zu Kultur kostengünstig ermöglicht werden“, betont Gleißner. Die Trier-Card soll dies sowohl im Bereich Kultur als auch zur Nutzung des Busverkehrs garantieren.

Ähnlich wie die Genossen aus der SPD sehen auch die Linken die Notwendigkeit der Förderung einer Ersatzveranstaltung für die weggefallenen Formate „Antikenfestspiele“ und „Brot und Spiele“. In neue Konzepte sollen die Trierer Hochschulen stärker eingebunden werden. Auch die freie Kulturszene soll stärker vernetzt und gefördert werden.

Mit ihrem Programm präsentiert sich die Linke damit nicht nur als Alternative zu den anderen Parteien, sondern vollzieht gleichzeitig auch einen Generationswechsel. Das bisherige Aushängeschild der Partei, Katrin Werner, die im vergangenen Jahr erneut in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, möchte sich aus dem kommunalen Parlament zurückziehen, kandidiert „nur“ noch auf dem wenig aussichtsreichen Platz elf. Für die Meisterung der Doppelbelastung als Abgeordnete und Stadtratsmitglied wurde sie in den letzten Jahren sogar parteiübergreifend geschätzt. Auch Fraktionskollegin Sieglinde Andersen kandidiert lediglich auf Listenplatz 38 und zieht sich somit aus dem aktiven Geschäft zurück. Trotz dieser Personalwechsel verfolgt die Partei hehre Ziele. „Wir wollen unsere Fraktionsstärke auf vier Sitze verdoppeln“, konstatiert Gleißner selbstbewusst. Ginge man dabei von den ersten vier Kandidaten auf der Liste aus, würde die neue Linken-Fraktion damit das Stadtrats-Durchschnittsalter deutlich senken.
Welche Wahlziele die anderen Parteien indes verfolgen, lesen Sie morgen in einem weiteren Teil unserer Reihe zur Kommunalwahl. (rom)

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1 KOMMENTAR

  1. Naja, bevor jemand eine „bedingungslose Bestandsgarantie “ für eine solche Nebensächlichkeit wie ein Stadttheater abgibt, möchte ich vorher erst mal Garantien für solche Politisch nebensächliche Dinge wie Sicherheit, Schulen, Kinder, Verkehr, Wohnen haben. Wenn das mal alles abgearbeitet ist, dann kann man sich um das Theater kümmern.

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