TBB Trier: Hughes-Verletzung überschattet 61:81-Niederlage gegen Alba

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TRIER. 4872 Zuschauer sahen eine chancenloses, aber aufopferungsvoll kämpfendes Team aus Trier. Am Ende unterlag man Alba Berlin vor 4872 Zuschauern mit 61:81(19:35), verkaufte sich aber dennoch teuer. Aus dem tiefen Loch, das sich die Mannen von Henrik Rödl im ersten Viertel gruben, kamen sie aber nicht mehr heraus. Mit Trevon Hughes fehlte zudem der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Moselstädter.

Was für eine Hiobsbotschaft vor dem Kracher gegen den aktuellen Pokalsieger: Trevon Hughes, Topscorer und Spielmacher der Trierer Basketballer, zog sich am Donnerstag eine schwere Verletzung zu. Laut lokalo-Informationen besteht Verdacht auf Kreuzbandriss. Es würde zu dieser Seuchensaison, bei der man sich so langsam fragen muss, was die Trierer dem Basketball-Gott angetan hat, passen.

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Wie viel der US-Amerikaner wert ist, konnte man schon zu Beginn der Partie beobachten. Den Trierern fehlt ohne Hughes der einzige Spieler, der im Eins-gegen-Eins überdurchschnittliche Fähigkeiten besitzt. Entsprechend eingeschränkt war der Spielaufbau. Schnell lag Trier gegen Berlin, bei denen Leon Radosevic sechs Punkte erzielte und von Andreas Seiferth nicht kontrolliert werden konnte, mit 4:12 zurück. Bei Trier lief in der Offensive rein gar nichts zusammen – die Ausfälle von Samenas und Hughes schmerzten enorm. Eine kopflose Mannschaft rannte gegen das das Defensiv-Bollwerk der Berliner an und fand kein Mittel, dieses zu durchbrechen. Folgerichtig lag man nach dem ersten Viertel und einem Buzzer-Beater des starken Reggie Redding mit 7:21 im Hintertreffen. Lediglich 13 Prozent der Wurfversuche landeten im gegnerischen Korb – eine nicht erstligareife Quote.

Besserung kehrte dann im zweiten Durchgang ein. Vor allem durch Vitalis Chikoko kam etwas mehr Zielstrebigkeit in das Offensivspiel der Schützlinge von Henrik Rödl. Beim Zwischenstand von 16:27 nach rund 15 Minuten konnte man zumindest schlimmeres verhindern. Alba hatte gegen die Trierer Zonenverteidigung lange Zeit Probleme, selbst zum Korberfolg zu kommen. Das änderte sich, als mit Mathis Mönninghoff und Vitalis Chikoko gleich zwei Spieler mit drei persönlichen Fouls auf der Bank Platz nehmen mussten. Immerhin kamen so Andreas Wenzl und Marian Dahlem schon in der ersten Hälfte zum Einsatz. Allerdings ist das auch ein Beleg dafür, wie dünn es um die Personaldecke der TBB bestellt ist. Mit 19:35 ging es in die Halbzeitpause. Ein Wunder musste her, wenn man dieses Spiel noch drehen wollte.

 

Wunder gibt es immer wieder – das weiß nicht nur Katja Ebstein. Heute sollte es jedoch nicht so weit kommen. Das dezimierte TBB-Team kämpfte zwar vorbildlich und forcierte mit der Ganzfeldpresse einige Ballgewinne, doch Radosevic und Co. bekamen sie einfach nicht in den Griff. Beim Zwischenstand von 23:50 nach 25 Minuten wurden Erinnerungen an das legendäre Spiel gegen die Albatrosse wach, das man durch Carl Brown noch in einen Sieg ummünzen konnte. Damals stand es zur selben Zeit 32:57. Doch ein Charlie Brown war nicht im Dress der TBB Trier zu finden. Einige Dreier von Jermaine Anderson verhinderten allerdings schlimmeres – mit 38:64 ging es aussichtlos in den Schlussabschnitt.  

Dass die Moral bei dem Team aus der ältesten Stadt Deutschlands intakt ist, zeigte sich auch im Schlussabschnitt. Mit einem 7:0-Lauf stellte man unter Beweis, dass man noch nicht aufgegeben hatte (45:64). Spannend wurde es aber nicht mehr. Jonas Wohlfarth-Bottermann machte eine tolle Partie in der zweiten Halbzeit und brachte die Albatrosse wieder auf Kurs (49:71, 35. Minute). Am Ende unterlag man den souveränen Gästen mit 61:81, wurde vom Heimpublikum aber lautstark gefeiert. Alle Spieler auf dem Bogen kamen zum Einsatz und Trier kompensierte die Ausfälle von Canty, Hughes und Samenas mit viel Kampfgeist. Die 4872 Zuschauer in der Arena Trierer honorierten dies mit Sprechchören. Eine tolle Geste. (cw)

Stimmen zum Spiel folgen!

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