Viele Fragen, wenig Antworten

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DAUN. Vor kurzem hat erst die angekündigte Schließung des St. Josef-Krankenhauses in Neuerburg für Wirbel und Empörung in der Region gesorgt. Der Schließungstermin zum 30. Juni 2014 ist zwar inzwischen wieder aufgehoben, aber wie sieht es grundsätzlich mit der medizinischen Versorgung auf dem Land aus? Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) referierte zu diesem Thema jetzt auf Einladung seiner Partei im Forum Daun.

Von Helmut Gassen

„Wir wünschen uns bei der medizinischen Versorgung auf dem Land Unterstützung von der Bundespolitik“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Gordon Schnieder zu Beginn der Veranstaltung im Forum Daun. Ob er sie von seinem Parteifreund und der „GroKo“ wirklich bekommt, das steht in den Sternen. Hebammenproblematik, Schließung von Krankenhäusern, fehlende fachliche Kräfte von der Krankenschwester bis zum Arzt in der Versorgung, immer höhere Kosten in der medizinischen Versorgung und viel personeller Aufwand zur Verwaltung des riesigen Molochs Medizin – viel Neues, Erhellendes oder besser gesagt Klares zur Situation kam auch von Gesundheitsminister Hermann Gröhe nicht in Daun.

Natürlich, wir können stolz sein auf eine hochwertige medizinische Gesundheitsversorgung in Deutschland. Unbestritten ist auch, dass in unserem Land oft Spitzenqualität von Ärzten und Krankenhäusern geliefert wird. „Die gute ärztliche und stationäre Versorgung auch auf dem Land aufrecht zu erhalten, muss unser Ziel sein. Wir stellen uns deshalb dieser Herausforderung, die Sicherstellung ist das Kernstück unserer Bundespolitik“, sagte Gröhe.

Seine Aussage die ärztliche Versorgung auf dem Lande sei eigentlich noch gut, dürfte aber nicht ganz der Realität entsprechen. Viele Ärzte sind alt und ein Nachfolger für volle Wartezimmer und Hausbesuche findet sich in den seltensten Fällen. Die jungen angehenden Mediziner nehmen lieber Stellen in den Kliniken der großen Städte an. Mit einem Stipendiumprogramm, das die angehenden Ärzte an die Arbeit auf dem Lande vorbereiten soll, einer Anhebung der Vergütungen, sowie einer Stärkung der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) will man für Besserung auf dem Land sorgen, „damit die Beitragszahler einen guten Service für ihr Geld bekommen“, so Gröhe.

Rund 2 000 Krankenhäuser mit 500 000 Betten stehen den Patienten in Deutschland zur Verfügung. Wie lange es etwa das St. Josef-Krankenhaus in Neuerburg noch gibt, das kann im Moment keiner sagen. Neuerburgs Stadtbürgermeisterin Anna Kling war extra mit ihrem Baby nach Daun gekommen, um dem Gesundheitsminister die Fakten zur Lage noch einmal schriftlich zu geben. „Wir werden uns mit allen Ministern der Länder zusammensetzen, um so sehen, wie es mit der Krankenhausplanung grundsätzlich weitergeht. Wir bekennen uns zu einem flächendeckenden Krankenhaussystem“, sagte Gröhe in dieser Frage.

Fallpauschalen für die medizinischen Leistungen machen es für viele Krankenhäuser unmöglich, kostendeckend zu arbeiten. Auch das Thema Einzelpraxen berührte der Gesundheitsminister. „Der niedergelassen Arzt ist das Rückgrat unseres Gesundheitswesens. Ja, es gibt Schwankungen bei der wirtschaftlichen Lage der Praxen aber ich bin der Überzeugung, dass man mit den Vergütungen wirtschaftlich arbeiten kann. Wir werden die Lebensfähigkeit der Einzelpraxen im Auge behalten müssen“, sagte der Gesundheitsminister. (hega)

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