TBB Trier: Der Pokalsieger kommt in die Arena

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TRIER. Morgen um 20 Uhr ist es wieder soweit: Die Trierer Basketballer empfangen Alba Berlin in der heimischen Arena Trier. Gegen das Ex-Team von TBB-Coach Henrik Rödl muss alles stimmen. Die Hauptstädter wurden vor wenigen Wochen Pokalsieger beim „Top Four“ in Ulm. Thomas Päch rechnet nicht nur wegen Clifford Hammonds, der in dieser Woche zum „Defensive Player of the Year“ gekürt wurde, mit einer harten Verteidigung der Gäste.

TBB Trier gegen ALBA Berlin – das ist eine Paarung, die auch im 24. Jahr Bundesliga auf die Trierer Fans eine fast magische Faszination ausübt. Der Name des Gegners zieht, das Spiel gegen ALBA ist das Highlight der Saison, und die Paarung hat auch in den letzten Jahren, trotz anderer wichtiger Gegner, nichts an Spannung verloren.

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Das liegt natürlich an der großen Historie: Der TVG Trier lieferte sich schon in den neunziger Jahren heiße Schlachten mit den Berlinern, als die Spielstätten noch „Halle am Mäushecker Weg“ und „Sömmeringhalle“ hießen, als bei Berlin Henrik Rödl auf dem Parkett und bei Trier Don Beck an der Seitenlinie stand. Die ernsthafte Legendenbildung begann im November 1998, als Carl Brown einen 32:57-Rückstand nach 25 Minuten mit sechs Dreiern drehte und der David aus Trier mit 80:78 gegen den Goliath aus Berlin gewann. Charly brach hinterher vor laufender SWR-Kamera weinend zusammen und Trier hatte ein Spiel fürs Geschichtsbuch – nicht zuletzt wegen dieses Moments stimmten die Trierer Fans mehrheitlich für Brown, als es darum ging, Spielerporträts in der „Bitburger Fan-Zone“ hinter Block P der Arena anzubringen.

Und das Drama hörte damit nicht auf. 2004 gewinnt Trier ein Heimspiel trotz durchgebrannter Sicherungen, Massenschlägerei und zahlreichen Parkettverweisen – es war der bislang letzte Heimsieg gegen Berlin. 2005 verliert die TBB nach Verlängerung mit 95:97, weil ausgerechnet „Überspieler“ BJ McKie den Ball an Szymon Szewczyk verliert. 2008, wieder Verlängerung, wieder hauchdünn, 99:100, Topscorer einer ansonsten glücklosen Trierer Mannschaft ist Caleb Green mit 26 Punkten. Im November 2012 wieder große Emotionen, Heiko Schaffartzik mit von Jarrett Howell (versehentlich!) gebrochener Nase, Disqualifikation für ALBA-Coach Sasa Obradovic UND Sportdirektor Mithat Demirel in der Halbzeitpause wegen Meckerns im Kabinengang, wieder Verlängerung, am Ende 80:88.

Auswärts gab es ab 1997 nichts mehr für Trier zu holen – bis zum 24. April 2013. Der Ort des Geschehens heißt jetzt o2-World, hier hängt seit 2010 Henrik Rödls altes Trikot unter der Decke. Und der Trierer Coach feiert im Frühjahr 2013 endlich einen großen 91:88-Auswärtssieg nach ganz starker Leistung von Nate Linhart und einer ebensolchen Schlussphase von Vitah Chikoko.

ALBA Berlin ist in der Saison 2013/14 sicher nicht mehr der Übergegner von vor einigen Jahren. Zusammen mit dem FC Bayern München und vielleicht noch den EWE Baskets Oldenburg haben die Brose Baskets die Verhältnisse an der Tabellenspitze in den letzten Jahren verändert, der letzte Meistertitel für ALBA Berlin datiert aus dem Jahr 2008. Dennoch: ALBA ist mit zuletzt zwei aufeinander folgenden Pokalsiegen auf einem guten Weg zu alter Größe.

Und das mit einer perfekt zusammengestellten Mannschaft – denn von der letztjährigen, die im Playoff-Viertelfinale gegen die Bayern ausschied, blieb nicht viel übrig. Mit dem hochdekorierten Combo-Guard David Logan (Maccabi Tel Aviv, Panathinaikos Athen, Caja Laboral), dem BBL-erfahrenen Allrounder Reggie Redding (Tübingen) und dem serbischen Center Leon Radosevic punkten „nur“ drei Spieler zweistellig, den Rest besorgt in Berlin das Kollektiv. Mit Jonas Wohlfarth-Bottermann (Bonn), Alex King (Würzburg) und Rückkehrer Jan-Hendrik Jagla (München) sicherte sich ALBA die Dienste bekannter deutscher Gesichter; dazu kommt mit Levon Kendall ein starker Rebounder aus Kanada und mit Point Guard Clif Hammonds der frisch gebackene „Best Defensive Player 2013/14“. Und Vojdan Stojanovski ist mit einer Freiwurfquote von 91.6% auf gutem Weg, Triers Jermaine Anderson (96,6%) die Krone in dieser Disziplin streitig zu machen.

Berlin kommt mit einer Serie von sechs Siegen nach Trier, zählt man das Pokal-Wochenende dazu, sind es deren acht – dabei zwei deutliche gegen die Brose Baskets (70:58 Liga, 83:67 Pokal). Aktuell bedeutet das Platz drei für den amtierenden Pokalsieger.

TBB-Co-Trainer Thomas Päch ist sich der Klasse der Gäste bewusst – nicht nur, weil er bei ALBA BERLIN seine Ausbildung zum Basketball-Coach absolviert hat: „ALBA spielt eine starke Saison, und das nach einem großen Umbruch im Sommer. Sie spielen einfach gut, sehr physisch, sehr intensiv in der Defense, strukturiert mit guter Bewegung in der Offense.“ Dass auf seine Aufbauspieler dabei eine Extra-Aufgabe zukommt, macht Päch nicht nur am „besten Verteidiger“ Hammonds fest: „Natürlich ist Hammonds speziell, sein Körper und seine langen Arme machen ihn zu einem besonderen Spieler, der vor allem Spaß daran hat, zu verteidigen – das werden Trevon Hughes und Jermaine Anderson durchaus zu spüren bekommen. Ich denke aber, wir müssen uns generell auf eine harte Verteidigung gefasst machen, dabei gibt Hammonds lediglich die Richtung vor.“

Der Vorverkauf für das Topspiel läuft erwartet gut, Tickets gibt’s unter 0651-9790777, www.tbb-trier.de/tickets und an allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. Tip Off ist um 20:00 Uhr, Einlass um 18:00 Uhr. Die webTV-Übertragung von basketball-stream.de beginnt um 19:30 Uhr, zu empfangen unter www.tbb-trier.de/livestream. (PM TBB Trier)

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