Die Grünen zur Kultur: Die Stadt ist kein Festkomitee

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TRIER. Kennen Sie noch das Trierer Ampelbündnis? Seinerzeit bestehend aus SPD, Grünen und FDP mit festem Koalitionsvertrag und gemeinsamen Kandidaten für Dezernentenposten, das letztendlich scheiterte? Kein Grund, diese Idee zu verwerfen, propagieren nun die Trierer Grünen und wünschen sich für die nächste Legislaturperiode wieder ein Bündnis.

von Yvonne Romes

“Die Partner haben ihre Mitglieder nicht genug mitgenommen”, erklärt Thorsten Kretzer, der für die Trierer Grünen auf Listenplatz zwei zur kommenden Kommunalwahl kandidiert. Für ihn ist das die Erklärung für die Aufkündigung des Ampelbündnisses. Als schlechte Erfahrung will er dies nicht bezeichnen. Im Gegenteil – seine Partei beschloss auf einem Parteitag, mit einem Bündniswunsch in die Kommunalwahl zu gehen. Welche Konstellation genau gewünscht wird, bleibt aber offen.

Überschneidungspunkte mit anderen Parteien sind allerdings ausreichend vorhanden. Vor allem im Kulturbereich, dem sich die lokalo-Reihe zur Kommunalwahl in dieser Woche widmet. Auch die Grünen schlossen sich der Resolution fast aller Stadtratsfraktionen zum Erhalt des Drei-Sparten-Theaters an. Für konkrete Aussagen zur Theatersanierung fehlen den Grünen allerdings verlässliche Zahlen. Spitzenkandidatin Petra Kewes: “Wir brauchen eine aktuelle Kostenschätzung, am besten von externen Gutachtern.” Für Kewes und Kretzer muss außerdem eine Änderung der Ticketstruktur her. “Wir brauchen eine größere Bandbreite von teuer bis billig. Klar ist aber, dass sich das Theater nicht über Ticketpreisänderungen finanzieren lässt.” Kultur sei eine Pflichtaufgabe, der sich die Stadt annehmen müsse. Aber auch das Land müsse mehr beisteuern. Kretzer betont, dass andere rheinland-pfälzische Regionen sehr viel mehr kulturell gefördert würden, zum Beispiel über Staatstheater.

Ob gleichzeitig eine Tufa-Sanierung zu stemmen wäre, ist für Kewes „schwierig zu beantworten, da bisher keine Kostenschätzung hierfür vorliegt.“ Für die Tufa sei durch die privaten Vereine und die große Vernetzung aber auch der Rückgriff auf verstärktes Sponsoring denkbar.

Der These, dass die Stadt nach dem Wegfall von Antikenfestspielen und “Brot und Spiele” für eine Ersatzveranstaltung sorgen muss, stimmen die Grünen allerdings nicht zu. “Die Stadt ist kein Festkomitee”, argumentieren Kewes und Kretzer. Es könne nicht Sinn der Sache sein, dass die Stadtverwaltung damit beauftragt wird, eine Veranstaltung zu planen. Viel eher sollten hierfür Vereine oder Initiativen gewonnen werden, die lediglich in Kooperation mit der Stadt arbeiten. Mit dieser Einstellung dürften die Grünen aber vor allem bei den Sozial- und Christdemokraten anecken, die beide bereits betonten, eine kulturelle Großveranstaltung der Stadt zu unterstützen. Wie die anderen Parteien zu dieser Idee stehen, erfahren Sie in den nächsten Teilen unserer Kommunalwahl-Reihe. (rom)

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